• 20.02.2021
      10:15 Uhr
      Nachtcafé Wie weiterleben? | SWR Fernsehen RP
       

      Es gibt Situationen im Leben, in denen alles aus den Fugen gerät und nichts mehr ist, wie es einmal war. Plötzlich stehen Menschen vor dem Nichts und es ist völlig unklar, wie es weitergehen soll. Zu tief sind die Gräben, die sich vor ihnen auftun. Was macht es mit Menschen, wenn die eigene Welt aus den Fugen gerät? Wie lässt es sich nach schweren Schicksalsschlägen weiterleben? Und welche Auswege gibt es? Wie weiterleben?

      Samstag, 20.02.21
      10:15 - 11:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Es gibt Situationen im Leben, in denen alles aus den Fugen gerät und nichts mehr ist, wie es einmal war. Plötzlich stehen Menschen vor dem Nichts und es ist völlig unklar, wie es weitergehen soll. Zu tief sind die Gräben, die sich vor ihnen auftun. Was macht es mit Menschen, wenn die eigene Welt aus den Fugen gerät? Wie lässt es sich nach schweren Schicksalsschlägen weiterleben? Und welche Auswege gibt es? Wie weiterleben?

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Michael Steinbrecher

      Es gibt Situationen im Leben, in denen alles aus den Fugen gerät und nichts mehr ist, wie es einmal war. Plötzlich stehen Menschen vor dem Nichts und es ist völlig unklar, wie es weitergehen soll. Zu tief sind die Gräben, die sich vor ihnen auftun. Wenn die eigene Welt in sich zusammenbricht, stellt sich die Frage, wie es sich in Zukunft weiterleben lässt. So geht es etwa dem Familienvater, der einen Unfall verursacht hat, in dessen Folge sein eigenes Kind querschnittsgelähmt ist. Oder der Tochter, die den überraschend frühen Tod ihrer Mutter verkraften muss, während sie sich selbst mitten in der Pubertät befindet. Wer ein grausames Verbrechen begangen hat, kommt manchmal selbst nach vielen Jahren nicht mit der Schuld zurecht, die er auf sich geladen hat. Für andere wiederum stellt sich von einem Moment auf den anderen ihr komplettes Weltbild auf den Kopf. Etwa wenn ans Licht kommt, dass die vermeintlich leiblichen Eltern sie in Wahrheit nur adoptiert haben.

      Gerade die aktuelle Corona-Situation stellt viele Menschen vor die Frage, wie es weitergehen soll. So manch ein Traditionsunternehmen wird derzeit wirtschaftlich in die Knie gezwungen und muss mangels Einkünfte in die Insolvenz gehen. Was macht es mit Menschen, wenn die eigene Welt aus den Fugen gerät? Wie lässt es sich nach schweren Schicksalsschlägen weiterleben? Und welche Auswege gibt es? Wie weiterleben? Das ist das Thema am 19. Februar 2021 bei Michael Steinbrecher im "Nachtcafé".

      Die Gäste:

      Jessica Hildinger musste auf brutale Weise erfahren, was es bedeutet, die Liebsten vorzeitig zu verlieren. Bereits als Kind verstarb ihre Schwester unter großen Schmerzen an einer besonders aggressiven Form von Krebs. "Das war sehr hart zu sehen, wie sehr sie gelitten hat." Wenige Jahre später ereilte sie der nächste Schicksalsschlag, als ihre Mutter ebenfalls an Krebs erkrankte und diesem schließlich erlag.

      Seit mehr als zehn Jahren erhalten Birgit und Peter Sommerhalter von einem Unbekannten massive Beleidigungen und Morddrohungen. Brennende Mülleimer und eingeschmissene Scheiben gehören mittlerweile zu ihrem Alltag. "Das Allerschlimmste war die Nachricht, dass er unsere Kinder auf dem Weg zur Schule abfangen und ihre Gesichter in Säure brennen werden." Doch obwohl sie längst die Polizei eingeschaltet haben, nimmt der Psychoterror kein Ende.

      Durch einen verheerenden Unfall, den Patrick Wansdorf selbst verursacht hat, entging sein junger Sohn nur knapp dem Tod. Die Schuldgefühle drohen ihn zeitweise fast zu erdrücken. "Gerade am Anfang war es extrem hart. Da war bei mir oft der Punkt, wo ich aufgeben wollte." Sein Kind ist seitdem vom Kopf abwärts gelähmt, der Familienalltag ist auf den Kopf gestellt.

      Vor den Scherben ihrer Existenz steht Bianka Bergler. Seit zehn Jahren betreibt sie erfolgreich einen Friseursalon mit mehreren Angestellten. Doch die Corona-Krise und der wiederholte Lockdown treffen sie wirtschaftlich so hart, dass sie kurz vor der Pleite steht. "Ich schlafe manchmal gar nicht mehr, ich bin der Situation komplett ausgeliefert." In ihrer Not startete die Friseurbetreiberin einen verzweifelten öffentlichen Hilferuf.

      Als Andreas Klinder mit 14 Jahren erfährt, dass ihn seine Eltern adoptiert haben, bricht seine komplette Welt zusammen. "Ich konnte das alles erst gar nicht begreifen. Ich habe mich gefühlt wie im freien Fall." Um den Schock zu verarbeiten, stürzt er sich als junger Erwachsener in seine Karriere und arbeitet bis zur Erschöpfung. Es folgt eine jahrelange Suche nach Versöhnung mit sich und seiner Familiengeschichte.

      Michaela Huber weiß, wie schwer es ist, schlimme Ereignisse zu verarbeiten und anschließend wieder aufzustehen und weiterzuleben. "Wenn man das Gefühl hat, dass man da allein durchmuss und allein verantwortlich ist, dann wird es richtig schwierig", so die Traumatologin. Deswegen ist es in solchen Situationen besonders wichtig, Mitmenschen an der Seite zu wissen, die einen unterstützen.

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