• 15.07.2019
      06:00 Uhr
      Die Bambusflößer von Bangladesch SWR Fernsehen RP
       

      "Die Bambusflößer von Bangladesh" ist ein vielschichtiger Film über den Handel mit Bambus, dem Baustoff der Armen. Mit atemberaubenden Aufnahmen von Bangladeschs Bambuswäldern führt uns der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilmer Shaheen Dill-Riaz in die raue Welt der Männer ein, die den Bambus aus dem Wald holen und für Großhändler über eine 300 Kilometer lange Flussstrecke Richtung Dhaka, der Landeshauptstadt, flößen. Dill-Riaz begleitet sie dabei. Mit Witz und Schmerz erzählen die Männer auf ihrer Floßreise, warum sie so an einer Arbeit hängen, die hart, schlecht bezahlt und gefährlich ist.

      Montag, 15.07.19
      06:00 - 06:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      "Die Bambusflößer von Bangladesh" ist ein vielschichtiger Film über den Handel mit Bambus, dem Baustoff der Armen. Mit atemberaubenden Aufnahmen von Bangladeschs Bambuswäldern führt uns der mehrfach ausgezeichnete Dokumentarfilmer Shaheen Dill-Riaz in die raue Welt der Männer ein, die den Bambus aus dem Wald holen und für Großhändler über eine 300 Kilometer lange Flussstrecke Richtung Dhaka, der Landeshauptstadt, flößen. Dill-Riaz begleitet sie dabei. Mit Witz und Schmerz erzählen die Männer auf ihrer Floßreise, warum sie so an einer Arbeit hängen, die hart, schlecht bezahlt und gefährlich ist.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Shaheen Dill-Riaz

      Der Film führt in die Tropenwälder im Nordosten Bangladeschs. Eine Welt, von oben gesehen atemberaubend schön, vom Boden aus betrachtet voller Blutegel, Tausendfüßler und Schlangen. Für so manchen Tagelöhner, der hier den Bambus schlägt, entpuppt sich der grüne Dschungel als heimtückischer Ort, in dem sogar Geister hausen. So erzählt es der Vorarbeiter Liakot, der für das Wohl und die Nöte mehrerer Dutzend Männer verantwortlich ist. Seit fast 30 Jahren ist er dabei, als kleiner Junge schon von seinem Vater ins Handwerk eingeführt. Mit seinen Leuten fällt Liakot Jahr für Jahr ungezählte Halme, hebt Kanäle aus, baut Dämme, um das Bergwasser zu stauen und den Bambus damit ins Tal zu schiffen. Am Fluss warten Flößer, die das Holz weitertransportieren. Zunächst jedoch müssen sie die Bambusstangen bündeln und in tagelanger Arbeit zu einem riesigen Floß zusammensetzen. Auf dem Floß werden sie in den nächsten vier Wochen Tag und Nacht verbringen. "Toilette, Badezimmer, Waschküche, alles in einem. Mit dem Wasser kochen wir auch", erzählt einer der Männer und zeigt grinsend in die braunen Fluten. 300 Kilometer Floßgemeinschaft: Piraten und korrupte Polizisten gehören als unwillkommene Besucher dazu. Ob im Wald oder auf dem Wasser, die Wanderarbeiter und Tagelöhner eint, dass der Bambus sie von zu Hause fortlockt, von den Sorgen ihrer Frauen, mit denen die sie, als sie fast noch Kinder waren, verheiratet wurden. Manche wollten sich entziehen, doch die Tradition und der soziale Druck waren mächtiger. So sind das Floß und der Wald ihr zweites Zuhause, ihre Zuflucht, geworden.

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