• 20.03.2016
      10:15 Uhr
      Das Lob der Kritiker - 40 Jahre Bestenliste SWR Fernsehen RP
       

      Sie ist, man kann es nicht anders sagen, die Mutter aller Bestenlisten, ob Krimiliste, Sachbuchliste, sie alle haben ein Vorbild: die SWR-Bestenliste. Vor 40 Jahren kam der damalige SWF-Literaturredakteur Jürgen Lodemann auf die Idee, es brauche eine Alternative zur SPIEGEL-Bestsellerliste, die eine reine Verkaufsliste war. Es bedurfte einer Liste, die sich nur an der Qualität der Bücher orientiert. Welcher Bücher? Fiktionales, Romane, Erzählungen, aber auch Lyrik sollten wählbar sein. Einzige Bedingung? Neuerscheinungen.

      Sonntag, 20.03.16
      10:15 - 11:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.
      Stereo HD-TV

      Sie ist, man kann es nicht anders sagen, die Mutter aller Bestenlisten, ob Krimiliste, Sachbuchliste, sie alle haben ein Vorbild: die SWR-Bestenliste. Vor 40 Jahren kam der damalige SWF-Literaturredakteur Jürgen Lodemann auf die Idee, es brauche eine Alternative zur SPIEGEL-Bestsellerliste, die eine reine Verkaufsliste war. Es bedurfte einer Liste, die sich nur an der Qualität der Bücher orientiert. Welcher Bücher? Fiktionales, Romane, Erzählungen, aber auch Lyrik sollten wählbar sein. Einzige Bedingung? Neuerscheinungen.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Frank Hertweck

      Sie ist, man kann es nicht anders sagen, die Mutter aller Bestenlisten, ob Krimiliste, Sachbuchliste, sie alle haben ein Vorbild: die SWR-Bestenliste. Vor 40 Jahren kam der damalige SWF-Literaturredakteur Jürgen Lodemann auf die Idee, es brauche eine Alternative zur SPIEGEL-Bestsellerliste, die eine reine Verkaufsliste war. Es bedurfte einer Liste, die sich nur an der Qualität der Bücher orientiert. Welcher Bücher? Fiktionales, Romane, Erzählungen, aber auch Lyrik sollten wählbar sein. Einzige Bedingung? Neuerscheinungen.

      Jürgen Lodemann scharte eine Gruppe von Literaturkritikern als Jury um sich, die im März 1975 die erste SWF Bestenliste zusammenstellte, die seither monatlich erscheint. Auf dem Spitzenplatz ein Klassiker: Franz Kafka, Briefe an Ottla und die Familie.

      Seit 40 Jahren wählen nun ausgesuchte Literaturkritiker und -kritikerinnen im Auftrag des SWF, dann des SWR, "Bücher, denen sie möglichst viele Leser und Leserinnen wünschen". Und keine Bestenliste hat eine größere Bedeutung für Leser und Verlage als diese monatliche Leistungsschau, die eine einzigartige Orientierungshilfe in der Flut der Neuerscheinungen bildet. Die Jury setzt sich zusammen aus den namhaften Kritikern des Literaturbetriebs im deutschsprachigen Raum. Früher waren das Marcel Reich-Ranicki oder Jörg Drews oder Martin Lüdke, heute sind das Ijoma Mangold, Felicitas von Lovenberg oder Denis Scheck.

      Und früher, das hieß auch Kampfplatz der Kritik, wenn die FAZ-Jurymitglieder oder die Kritiker der Süddeutschen Zeitung jeweils versuchten, durch Absprachen ihre Favoriten durchzusetzen.

      Gleichzeitig war die Bestenliste auch immer im SWF/SWR Fernsehen präsent: Sie wurde in den Literaturmagazinen des Senders vorgestellt. Einige Jahre lang gab es sogar eine Sendung mit gleichem Namen, die sich in den Dienst der monatlichen Auswertung stellte.

      Der eigentliche Fernsehhöhepunkt bildete jedoch das alljährliche Kritikertreffen in Baden-Baden. Hier wurde alles in großer Offenheit diskutiert. Unterhaltung und Qualitätsliteratur, geht das zusammen? Fernsehen und Literatur, passt das? Was taugt Literaturkritik heute noch? Warum ist einer in der Jury, warum verlässt er sie? Sind die richtigen Bücher auf der Liste oder mal wieder nicht? Darf man das Fernsehen im Fernsehen beschimpfen?

      Viele dieser Fragen werden immer wieder aufs Neue diskutiert und nie endgültig beantwortet - bis heute!
      Der Film "40 Jahre Bestenliste" erzählt nicht nur vom Werdegang der Liste, von Büchern, die den ersten Platz abonniert hatten, von seltsamen und schrägen Entscheidungen, sondern auch von diesen Debatten. Und er dokumentiert zugleich, wie sich die Darstellung von Literaturkritik im Fernsehen geändert hat - oder auch nicht. Wie früher diskutiert wurde, wie heute. Welche Brillen und Krawatten einmal "up to date" waren und welche im Augenblick "state of the art" sind.

      Dazu gibt es O-Töne mit früheren und gegenwärtigen Jurymitgliedern, mit Autoren, die auf der Liste standen, mit Verlegern und Verlagsmitarbeitern.

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