• 16.06.2019
      18:45 Uhr
      Bekannt im Land Der merkwürdige Fall des Stefan George | SWR Fernsehen RP
       

      Kaum ein Dichter hat sich so oft fotografieren lassen. Und niemand sich so erfolgreich gegen Film- oder Tonaufnahmen verwahrt. Wohl kein Dichter hat je einen so ergebenen Kreis von Jüngern um sich geschart. Und kaum ein Dichter hat so sehr versucht, alles Weibliche aus seinem Werk zu tilgen. Stefan George ist einer der seltsamsten Lyriker, die es in Deutschland je gab. Einer, bei dem man nicht weiß, ob ihn seine Gedichte legendär gemacht haben oder seine Lebensführung. Der Film zeichnet das Leben Georges nach. Er besucht die Lebensstätten in Bingen und Berlin und begleitet einen Nachfahren eines George-Schülers bei der Spurensuche.

      Sonntag, 16.06.19
      18:45 - 19:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Kaum ein Dichter hat sich so oft fotografieren lassen. Und niemand sich so erfolgreich gegen Film- oder Tonaufnahmen verwahrt. Wohl kein Dichter hat je einen so ergebenen Kreis von Jüngern um sich geschart. Und kaum ein Dichter hat so sehr versucht, alles Weibliche aus seinem Werk zu tilgen. Stefan George ist einer der seltsamsten Lyriker, die es in Deutschland je gab. Einer, bei dem man nicht weiß, ob ihn seine Gedichte legendär gemacht haben oder seine Lebensführung. Der Film zeichnet das Leben Georges nach. Er besucht die Lebensstätten in Bingen und Berlin und begleitet einen Nachfahren eines George-Schülers bei der Spurensuche.

       

      Kaum ein Dichter hat sich so oft fotografieren lassen. Und niemand sich so erfolgreich gegen Film- oder Tonaufnahmen verwahrt. Wohl kein Dichter hat je einen so ergebenen Kreis von Jüngern um sich geschart. Und kaum ein Dichter hat so sehr versucht, alles Weibliche aus seinem Werk zu tilgen. Stefan George ist einer der seltsamsten Lyriker, die es in Deutschland je gab. Einer, bei dem man nicht weiß, ob ihn seine Gedichte legendär gemacht haben oder seine Lebensführung.

      Er wurde vor genau 150 Jahren in Bingen am Rhein geboren, geriet früh in die Dichterkreise von Paris, Berlin und München, verfügte nicht einmal über eine eigene Wohnung, sondern nur über Zimmer bei Freunden in vielen Städten. Er galt als exzentrisch, arrogant, frauenfeindlich - aber auch als Genie und Guru. Seine Anhänger waren zum allergrößten Teil junge gutaussehende Männer. Sie dichteten, meißelten, fotografierten und nannten ihren Zirkel "Das geheime Deutschland". Stefan George ließ sich mit "der Meister" anreden und ermahnte seine Jünger zu Fleiß und Verantwortungsgefühl.

      Viele seiner Gedichte und seine Übersetzungen von Baudelaire und Dante sind bis heute gültige Sprachwunder. Und "der Meister" führte die generelle Kleinschreibung in die Poesie ein. In der Geschichte des Stephan-George-Kreises spiegelt sich auch deutsche Geschichte, zentral vielleicht in der Gestalt von Claus Graf Schenk von Stauffenberg. Er und sein Bruder Berthold gehörten zu den Anhängern Georges genauso wie überzeugte Nationalsozialisten. Stefan George selbst starb am 4. Mai 1933, wenige Wochen nach Hitlers Amtsantritt. Ein paar Versuche, George auf die Seite der Nazis zu ziehen, fanden statt - wurden aber vom "Meister", wie er im Kreis genannt wurde, streng abgelehnt.

      Der Film zeichnet das Leben Georges nach. Er besucht die Lebensstätten in Bingen und Berlin und begleitet einen Nachfahren eines George-Schülers bei der Spurensuche.

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