• 24.05.2019
      22:00 Uhr
      Nachtcafé Musik ist mein Leben | SWR Fernsehen RP
       

      Die Gäste:

      • Konstantin Wecker, Liedermacher
      • Wolfgang Niedecken, Frontmann der Kölschrocker BAP
      • Solomia Lukyanets, Sopranistin
      • Stefan Schmidt, Pianist
      • Natalie Röder, Pianistin
      • Rami Basisah, syrischer Geflüchteter und Musiker
      • Prof. Dr. Stefan Kölsch, Neurowissenschaftler und Psychologe

      Freitag, 24.05.19
      22:00 - 23:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Die Gäste:

      • Konstantin Wecker, Liedermacher
      • Wolfgang Niedecken, Frontmann der Kölschrocker BAP
      • Solomia Lukyanets, Sopranistin
      • Stefan Schmidt, Pianist
      • Natalie Röder, Pianistin
      • Rami Basisah, syrischer Geflüchteter und Musiker
      • Prof. Dr. Stefan Kölsch, Neurowissenschaftler und Psychologe

       

      Die Gäste:

      • Konstantin Wecker, Liedermacher

      Seit mehr als einem halben Jahrhundert steht Konstantin Wecker auf der Bühne - und mischt sich ein. Seine Musik und seine häufig politischen Texte begleiteten ihn in den Zeiten des großen Erfolges ebenso wie in Zeiten, in denen weniger Weckers Lieder als seine Drogensucht für Schlagzeilen sorgte. Doch wichtig war ihm immer die Botschaft seiner Musik: "Gerade in der heutigen Zeit merke ich noch deutlicher als früher, wie wichtig die Kunst als Mittel zum Mutmachen ist."

      • Wolfgang Niedecken, Frontmann der Kölschrocker BAP

      Er wuchs in einem Haushalt auf, in dem vor allem eine Musikrichtung gehört wurde: Schlager. Doch "instinktiv hat man gemerkt, dass das mit den Schlagern irgendwie nicht die Lösung war". Als er später die Musik der Beatles, die Texte Bob Dylans und die Rebellion der Rolling Stones für sich entdeckte, öffnete sich ihm ein gänzlich neues musikalisches Universum, das sein Leben und sein künstlerisches Schaffen nachhaltig prägte.

      • Solomia Lukyanets, Sopranistin

      Musik hat Solomia Lukyanets bereits im Mutterleib begleitet, als ihre Mutter ihr klassische Musik vorspielte. Mit drei Jahren stand sie das erste Mal bei einem Gesangswettbewerb auf der Bühne und schnell war klar, dass es für sie keine Alternative zur Musik gibt: "Das ist für mich mein Wunsch, mein Ziel, meine Berufung, mein zukünftiger Beruf." Einen Plan B? Gibt es nicht! Und so richtet die 18-Jährige ihr ganzes Leben auf dieses Ziel aus.

      • Stefan Schmidt, Pianist

      Stefan Schmidt feierte als Konzertpianist weltweit Erfolge, bis eine Herzmuskelentzündung seine Karriere jäh beendete - ein Wendepunkt. Denn als er nach einiger Zeit wieder musizierte, spürte er den Wunsch, sich sozial zu engagieren und die Kraft der Musik dafür zu nutzen, Menschen am Rand der Gesellschaft wieder eine Perspektive zu geben. Der Berliner Straßenchor wurde sein Herzensprojekt für sozial benachteiligte Menschen: "Die müssen spüren, dass sie ernst genommen werden."

      • Natalie Röder, Pianistin

      Obwohl sie eine leidenschaftliche Musikerin ist, war es für Natalie Röder fast ein Jahr lang unmöglich, Musik zu machen und zu hören, nachdem sie im sechsten Schwangerschaftsmonat ihr Kind verlor. "Es war sehr still nachdem mein Kind gestorben ist." Doch schließlich fand die Musik wieder einen Weg in ihr Leben - auf ungewöhnliche Weise: Gemeinsam mit ihrem Mann verarbeitete sie den schmerzhaften Verlust mit ihrer Heavy-Metal-Band.

      • Rami Basisah, syrischer Geflüchteter und Musiker

      Als Rami Basisah im Jahr 2015 vor dem syrischen Bürgerkrieg floh, nahm er nur einen Rucksack mit - und seine Geige. Das Instrument wurde auf seiner sechswöchigen Flucht nach Deutschland zum Symbol der Hoffnung für ihn und andere: "Wenn die Leute traurig oder müde oder verzweifelt sind, dann macht die Musik einen Unterschied." Für den 25-Jährigen öffnete die Musik Türen und schenkte ihm einen ganz besonderen Neuanfang.

      • Prof. Dr. Stefan Kölsch, Neurowissenschaftler und Psychologe

      Für Prof. Dr. Stefan Kölsch ist klar, dass Musik etwas ganz Besonderes ist: "Wenn man fragt: `Was unterscheidet den Menschen vom Tier?`, dann sage ich: 'Musik.'" Die sozialen Aspekte des gemeinsamen Musizierens sind dabei ebenso wichtig wie die positiven Auswirkungen der Musik auf Körper und Geist. Denn Musik macht gesund und hält jung, davon ist der Musikpsychologe überzeugt.

      Was wäre das Leben ohne Musik? Der Popsong im Radio versüßt lange Autofahrten. Im Feierabend entspannen die Menschen bei Schallplattenklängen zum Glas Wein. Musik macht einen Film noch spannender und eine Hochzeit noch emotionaler. Ein gemeinsames Lied verbindet Liebespaare, die Erinnerung an einen durchtanzten Sommerabend mit Freunden hält ewig.

      Musik macht gute Laune, sie bewegt und rührt zu Tränen. Sie bringt zum Tanzen, zum Singen und dazu, sich lebendig zu fühlen. Musik verbindet - egal ob im Chor, im Fußballstadion oder im Rockkonzert. Im gemeinsamen Singen sind alle Menschen gleich und einander nah. Musik hat sogar heilende Fähigkeiten. So kann Musiktherapie helfen, Depressionen und Angstzustände zu lindern. Alzheimerpatienten, die ihre eigenen Enkel nicht mehr erkennen und kaum noch Zugang zur Welt um sich herum haben, erinnern sich beim Hören von alten Liedern plötzlich an ganze Texte und singen diese glücklich mit. Oft hilft Musik den Menschen sogar in den dunkelsten Stunden: Wenn sie um einen geliebten Menschen trauern, wecken die gemeinsamen Lieblingslieder Erinnerungen und spenden Trost.

      Für manche Menschen hat Musik aber eine noch größere Bedeutung: Musik ist ihr Leben. Sie geben sich ganz ihrer Leidenschaft für Melodien, für Gesang oder für ein Instrument hin. Einige können ihre Leidenschaft zum Beruf machen und mit Musik ihren Lebensunterhalt bestreiten. Für erfolgreiche Sänger beispielsweise sind Alltag und Leben nahezu vollständig bestimmt von der Musik. Doch auch wen es nicht auf die großen Bühnen dieser Welt zieht, der verschreibt sich oft ganz der Musik. Leidenschaftliche Hobby- oder Straßenmusiker entscheiden sich für ihre Passion und geben alles, um mit ihren Liedern die Menschen zu bewegen. Andere wiederum haben ihr Leben gar der Musik zu verdanken. Denn Musik ist ein Mittel, um sich auszudrücken. Und so ein Sprachrohr kann bewirken, dass jemand aus Kriminalität und schlechtem Umfeld den Absprung schafft.

      Was kann Musik alles leisten und woher rührt ihre Kraft? Was verbindet alle Arten von Musik - von Klassik bis Heavy Metal? Und was macht Musik mit den Menschen? "Musik ist mein Leben", das ist das Thema bei Michael Steinbrecher im "Nachtcafé".

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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 21.09.2019