• 16.10.2018
      22:50 Uhr
      Westware aus dem Ostknast Film von Anne Worst | MDR FERNSEHEN
       

      Erst nach der politischen Wende wurde klar, dass es kaum einen volkswirtschaftlich wichtigen Betrieb in der DDR gab, der nicht in Gefängnissen arbeiten ließ. In einer Statistik aus dem Jahr 1987 zählte die DDR 19.382 "Häftlinge in Arbeit". Was sie nicht erwähnte, waren die teilweise katastrophalen Arbeitsbedingungen. Der Film behandelt das Thema "Zwangsarbeit" in der DDR. Er befragt Westunternehmer und DDR-Außenhändler zu dem einträglichen Geschäft für beide Seiten, spricht mit ehemaligen Insassen und Haftanstaltsleitern über den Alltag in DDR-Gefängnissen - und geht der großen Frage nach: Was wussten die Westfirmen wirklich?

      Dienstag, 16.10.18
      22:50 - 23:33 Uhr (43 Min.)
      43 Min.

      Erst nach der politischen Wende wurde klar, dass es kaum einen volkswirtschaftlich wichtigen Betrieb in der DDR gab, der nicht in Gefängnissen arbeiten ließ. In einer Statistik aus dem Jahr 1987 zählte die DDR 19.382 "Häftlinge in Arbeit". Was sie nicht erwähnte, waren die teilweise katastrophalen Arbeitsbedingungen. Der Film behandelt das Thema "Zwangsarbeit" in der DDR. Er befragt Westunternehmer und DDR-Außenhändler zu dem einträglichen Geschäft für beide Seiten, spricht mit ehemaligen Insassen und Haftanstaltsleitern über den Alltag in DDR-Gefängnissen - und geht der großen Frage nach: Was wussten die Westfirmen wirklich?

       

      Schuhe, Radios, Fotoapparate, Maschinenteile hergestellt in DDR-Gefängnissen und produziert ausdrücklich auch für das nichtsozialistische Ausland. Mindestens 18.000 Arbeitsplätze für Strafgefangene waren in der Planwirtschaft fest einkalkuliert, Haupthandelspartner war die BRD.

      Der inhaftierte Regisseur und Schriftsteller Peter Timm bearbeitete Kamerateile für den Pentacon, dessen Produkte weltweit im Fotohandel erhältlich waren. Uta Franke nähte im Frauengefängnis Hoheneck Bettwäsche für Versandhäuser im Westen und Hugo Diederich fertigte im sächsischen Stahlwerk Gröditz Röhren für den bundesdeutschen Stahlkonzern Klöckner.

      Die westdeutschen Händler wussten nicht oder wollten nicht wissen, unter welchen Bedingungen die billigen Waren produziert wurden. Und die Verbraucher West hatten oft keine Ahnung, woher ihre für bundesrepublikanische Verhältnisse günstige Neuerwerbung stammte.

      Was haben westdeutsche Unternehmer gewusst, was hätten sie wissen und tun können, um das Schicksal der Gefangenen zu lindern? Der Film behandelt das kontroverse Thema "Zwangsarbeit" in der DDR, er erzählt die Geschichten der Betroffenen und zeigt das Für und Wider der politischen Diskussion. Flankiert werden die Zeitzeugenschilderungen aus Ost und West von umfangreichem Archivmaterial aus der Arbeitswelt der VEBs und über die Zustände in DDR-Gefängnissen.

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