• 07.03.2021
      05:15 Uhr
      Karla Spielfilm DDR 1965 | MDR FERNSEHEN
       

      Die junge Lehrerin Karla Blum kommt mit guten Zensuren von der Universität und tritt voller Begeisterung für ihren Beruf in einer Schule im Norden an. Karla ist ein Mensch, dem eine eigene Meinung zu haben, sich nicht mit pauschalen Lösungen zufrieden zu geben, wichtiger ist, als nachplappernde, wenig individuell ausgeprägte Schüler zu unterrichten. Aber viele Schüler ihrer 12 A haben gerade das schon verlernt: Fragen zu stellen, Widerspruch anzumelden, selbst nach Lösungen zu suchen.

      Sonntag, 07.03.21
      05:15 - 07:25 Uhr (130 Min.)
      130 Min.

      Die junge Lehrerin Karla Blum kommt mit guten Zensuren von der Universität und tritt voller Begeisterung für ihren Beruf in einer Schule im Norden an. Karla ist ein Mensch, dem eine eigene Meinung zu haben, sich nicht mit pauschalen Lösungen zufrieden zu geben, wichtiger ist, als nachplappernde, wenig individuell ausgeprägte Schüler zu unterrichten. Aber viele Schüler ihrer 12 A haben gerade das schon verlernt: Fragen zu stellen, Widerspruch anzumelden, selbst nach Lösungen zu suchen.

       

      Stab und Besetzung

      Karla Blum Jutta Hoffmann
      Kaspar Stein Jürgen Hentsch
      Alfred Hirte Hans Hardt-Hardtloff
      Frau Janson Inge Keller
      Frau Wenndorf Gisela Morgen
      Herr Jott Herwart Grosse
      Herr Eifler Rolf Hoppe
      Rudi Schimmelpfennig Jörg Knochee
      Uwe Wenndorf Peter Pleßow
      Klaus Jürgen Krumrey
      Erna Kleinschmidt Heidemarie Schneider
      Der Hausmeister Fred Delmare
      Herr Lenke Dieter Wien
      Herr Hartmann Peter Sturm
      Regie Herrmann Zschoche
      Musik Karl-Ernst Sasse
      Kamera Günter Ost
      Buch Ulrich Plenzdorf
      Herrmann Zschoche

      Die junge Lehrerin Karla Blum (Jutta Hoffmann) kommt mit guten Zensuren von der Universität und tritt voller Begeisterung für ihren Beruf in einer Schule im Norden an. Karla ist ein Mensch, dem eine eigene Meinung zu haben, sich nicht mit pauschalen Lösungen zufrieden zu geben, wichtiger ist, als nachplappernde, wenig individuell ausgeprägte Schüler zu unterrichten. Aber viele Schüler ihrer 12 A haben gerade das schon verlernt: Fragen zu stellen, Widerspruch anzumelden, selbst nach Lösungen zu suchen.

      Der Direktor (Hans Hardt-Hardtloff), Ende 50, vom Krieg und den bitteren Erfahrungen der Nachkriegszeit geprägt, setzt auf Klarheit durch Vereinfachung. Karla und er mögen sich durchaus, aber ihre unterschiedlichen Auffassungen über Autorität, Wahrheit usw. müssen sich nun auch in der Praxis behaupten. Zum einen vor der Schulrätin (Inge Keller), die ein eigenartiges System der Versetzung bzw. Nichtversetzung von Schülern hat, zum anderen vor den Schülern selbst. Karla gibt langsam, fast unmerklich ihre Ideale und ihre eigene unbequeme Haltung auf. Nun sind Lehrer wie Schüler zufrieden. Alles plätschert in gewohnten, bequemen Bahnen. Aber plötzlich wird der jungen Lehrerin klar, wohin diese Bequemlichkeit und Angepasstheit letztlich führen. Sie findet zu ihrer Widersetzlichkeit und damit zu ihrer Persönlichkeit zurück.

      Nicht nur die junge, unkonventionelle Lehrerin Klara Blum, auch der Film hat Mitte der 1960er-Jahre in der DDR keine Chance. Das Aus für den Film kam, nachdem er schon mehrfach umgeschnitten wurde, in den ersten Synchrontagen. Ihm wurde pessimistische und skeptizistische Grundhaltung vorgeworfen, verbunden mit einer teilweise falschen Geschichtsbetrachtung; die Hauptfigur kämpfe unablässig um Ehrlichkeit und Wahrheit und käme damit in Widerspruch zu den Vertretern der Staatsmacht, Grundprinzipien des sozialistischen Realismus werden aufgegeben.

      1990 stellte Kameramann Günter Ost wieder die ursprüngliche Fassung her und der Film konnte endlich seine Premiere erleben. Jutta Hoffmann als Karla prägt diesen Film, macht ihn zum Erlebnis: "Sie strahlt eine reine, kristallklare menschliche Kraft aus. Glauben an die Möglichkeit, aufrecht, nicht anpasserisch durchs Leben zu gehen, Vertrauen in die jungen Leute. Zugleich gibt es viele intime, spontane kleine Reaktionen in Sprache und Gestus, durch die man das Gefühl einer Begegnung mit einem Zauberwesen hat", schreibt die Filmrezensentin Erika Richter.

      Jutta Hoffmann, in der DDR "die Hoffmann", zählt in den 1970er-Jahren zu den beliebtesten und profiliertesten Bühnen- und Filmschauspielerinnen des Landes. Sie begeht am 3. März ihren 75. Geburtstag. In Halle geboren, entdeckt sie schon als Kind ihren Spaß an der Schauspielerei. Sie studiert an der Hochschule für Film und Fernsehen Potsdam-Babelsberg und spielt schon in dieser Zeit erste Film- und Theaterrollen. Ihr Durchbruch hätte 1965 eben Herrmann Zschoches Gegenwartsfilm "Karla" werden können, doch der Film wurde verboten. Zwei Literaturverfilmungen danach sind es, die sie bekannt machen: Sie ist das Lämmchen in Hans-Joachim Kasprziks Fallada-Verfilmung "Kleiner Mann - was nun?" (1967), und sie spielt die Titelrolle in Egon Günthers Zweiteiler "Junge Frau von 1914" (1969/1970).

      Egon Günther ist für ihre Entwicklung besonders wichtig. Der gemeinsame Gegenwartsfilm "Der Dritte" (1972) wird ein phänomenaler Erfolg. In Venedig erhält sie dafür den Darstellerpreis des Filmfestivals. Mit Egon Günther dreht sie auch "Die Schlüssel" (1972) und "Lotte in Weimar" (1975), sie gibt die wunderbar klatschsüchtige Adele Schopenhauer. Mit "Das Versteck" (1976) und "Geschlossene Gesellschaft" (1978) eckt sie, die auch den Protest gegen die Biermann-Ausbürgerung unterschreibt, bei den DDR-Oberen an.

      Sie heiratet einen Österreicher und macht sich ab 1979 auch in der Bundesrepublik und in Österreich einen Namen, mit großem Erfolg arbeitet sie u.a. an Münchner, Hamburger und Salzburger Bühnen. Nach der Wende spielt sie erstmals in einer Serie - in der MDR-Comedy-Reihe "Motzki" (1993). Von 1998 bis 2002 ist sie die sozial-engagierte Polizeikommissarin Wanda Rosenbaum im Berliner "Polizeiruf 110" und von 1991 bis 2006 wirkt sie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg als Professorin für darstellende Kunst.

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