• 28.01.2021
      22:40 Uhr
      Nah dran - Das Magazin für Lebensfragen Wie viel Strafe muss sein? | MDR FERNSEHEN
       

      Wer einen Fehler gemacht hat, der muss dafür einstehen. Wer Unrecht begangen hat, der wird bestraft. Egal ob in Gesellschaft oder Familie, ohne Strafe geht es scheinbar nicht. Ob Geld- oder Freiheitsstrafe, Sozialstunden oder schlichte Verbote: Strafen gelten als probates Mittel zur Erziehung. Das Strafmaß richtet sich nach der Schwere des Vergehens. Doch was ist angemessen?
      Nadja Storz ist nah dran an Geschichten über Strafen, Bestrafte und fragt, wie sinnvoll Strafen sind.

      Donnerstag, 28.01.21
      22:40 - 23:10 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Wer einen Fehler gemacht hat, der muss dafür einstehen. Wer Unrecht begangen hat, der wird bestraft. Egal ob in Gesellschaft oder Familie, ohne Strafe geht es scheinbar nicht. Ob Geld- oder Freiheitsstrafe, Sozialstunden oder schlichte Verbote: Strafen gelten als probates Mittel zur Erziehung. Das Strafmaß richtet sich nach der Schwere des Vergehens. Doch was ist angemessen?
      Nadja Storz ist nah dran an Geschichten über Strafen, Bestrafte und fragt, wie sinnvoll Strafen sind.

       

      Stab und Besetzung

      Moderation Nadja Storz
      • 15 Jahre eingesperrt - ein verurteilter Mörder erzählt

      Pedro Holzey ist ein Mörder, knapp 15 Jahre lang hat er für dieses Verbrechen im Gefängnis verbüßt. Dass er hinter Gitter musste - das ist für ihn die richtige Konsequenz. Er, der Mörder, musste bestraft werden. Doch was im Gefängnis mit ihm passierte, prägt ihn bis heute negativ. Er hatte auch darauf gehofft im Gefängnis die Möglichkeit zu haben, die Tat aufzuarbeiten und sich damit auseinandersetzen zu können. Er hatte gehofft, auf das Leben nach dem Gefängnis vorbereitet zu werden - resozialisiert. Fehlanzeige - Gewalt, Drogen und Isolation hat er im Gefängnis durchleben müssen. Zustände, die ihn bis heute prägen. Freiheitsentzug im Gefängnis: Tatsächlich eine Strafe, die Reue bewirkt und die Täter zu besseren Menschen macht? Pedro Holzey, eine Gefängnis-Seelsorgerin und der Vorsitzende des Opfer-Verbandes "Weißer Ring" in Sachsen, Gert Mackenroth, sprechen über den Spagat zwischen Straf-Notwendigkeit und sinnvoller Resozialisierung.

      • Eine Familie und drei Gefangene - Strafe ohne Gitter

      Familie Steinert - Steffi, Franz und ihre drei Kinder - lebt bei Leipzig, am Hainer See in Neukieritzsch. Vor acht Jahren haben Steffi und Franz die Entscheidung getroffen, ins Seehaus zu ziehen, in eine Wohngemeinschaft der besonderen Art. Sie wurden Hauseltern von drei jungen Strafgefangenen: verurteilt wegen Brandstiftung, Diebstahl oder Körperverletzung. Eigentlich sollten die jungen Männer ihre Strafe im Gefängnis verbüßen, doch sie konnten die Zelle gegen das Seehaus tauschen. Die Steinerts, ein Team von Pädagogen und freiwilligen Helfern, sind rund um die Uhr für die Straftäter da. Das Ziel: Resozialisierung ohne Gitter, damit die Strafgefangenen eine Chance haben in eine unbelastete Zukunft zu starten. Integriert in das Familienleben erleben sie Zusammenhalt und das Gefühl dazuzugehören, lernen Struktur und Disziplin. Sie bekommen Schulunterricht oder machen eine Ausbildung und müssen ihren Alltag gemeinsam stemmen. Sie übernehmen Verantwortung für sich und die Familie, deren Teil sie im Seehaus sind. Einblick in eine ungewöhnliche WG.

      • Gehört Strafe zur Erziehung? - Von Eltern, Kindern und Familienalltag

      Steffen und Anett Bernstein sind Eltern von 8 Kindern. Sechs leben noch zu Hause. Im Alltag läuft bei ihnen vieles harmonisch, aber es gibt auch bei Bernsteins oft Anlass, die Kinder zu strafen. Die Eltern wollen so ihren Kindern Grenzen aufzeigen, einen Rahmen vorgeben fürs Leben. Doch funktioniert das mit Strafen und wenn ja, wie bestraft man die Kinder? Oma Bernstein kann sich noch gut erinnern - als sie Kind war, da wurde mit körperlicher Gewalt bestraft: Schläge. Heute bei Familie Bernstein keine Option. Steffen und Anett Bernstein überlegen genau, was für die Kinder eine Strafe sein könnte. Nicht alles, was den Eltern da einfällt, empfinden die Kinder tatsächlich als Strafe. Muss Strafe sein, damit Kinder stark fürs Leben werden? Beobachtungen in einer Großfamilie.

      • Plagen, Krankheiten und Seuchen - Bestraft Gott die Menschen?

      Die berühmteste Strafe, die fast jeder kennt, ist eine göttliche: Adam und Eva werden aus dem Paradies vertrieben. So endet das Leben im Garten Eden, und es beginnt ein Dasein geprägt von Entbehrungen und Schmerzen. Geschichten im Alten Testament erzählen, wie die Menschen für ihr Handeln, ihre Sünden, ihr Fehlverhalten mit schrecklichen Strafen büßen müssen. Warum ist das so? "Nah dran" sprach mit Propst Gregor Giele aus Leipzig und Pastor Stephan Ringeis, Senderbeauftragter der Evangelischen Freikirchen beim MDR, über die Strafen Gottes und auch über die Frage, warum manche Menschen glauben, das Corona-Virus sei eine Strafe Gottes.

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