• 18.01.2021
      02:15 Uhr
      Zwangseinweisungen in die Psychiatrie Fürsorge oder Freiheitsberaubung? | MDR FERNSEHEN
       

      Rund 200.000 Menschen kommen jährlich in die Psychiatrie. Nicht selten lassen Eltern ihre Kinder zwangseinweisen, weil sie um deren Leben bangen: Fürsorge oder Freiheitsberaubung?
      Darf man Menschen in die Psychiatrie einweisen, weil sie eine Gefahr für sich und andere darstellen? Verstößt diese Maßnahme nicht gegen das Recht auf Selbstbestimmung? Und wer entscheidet über eine Behandlung gegen den eigenen Willen?

      Nacht von Sonntag auf Montag, 18.01.21
      02:15 - 02:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Rund 200.000 Menschen kommen jährlich in die Psychiatrie. Nicht selten lassen Eltern ihre Kinder zwangseinweisen, weil sie um deren Leben bangen: Fürsorge oder Freiheitsberaubung?
      Darf man Menschen in die Psychiatrie einweisen, weil sie eine Gefahr für sich und andere darstellen? Verstößt diese Maßnahme nicht gegen das Recht auf Selbstbestimmung? Und wer entscheidet über eine Behandlung gegen den eigenen Willen?

       

      Rund 200.000 Menschen kommen jährlich in die Psychiatrie. Nicht selten lassen Eltern ihre Kinder zwangseinweisen, weil sie um deren Leben bangen: Fürsorge oder Freiheitsberaubung?
      Der Film lässt Robert Weimann und Nora Müller ihre Sicht auf Zwangsbehandlungen schildern und zeigt das Dilemma, in dem Angehörige und Ärzte stecken. Er macht aber auch deutlich, wie wichtig Selbsthilfe-Initiativen wie der "Durchblick e.V." sind.

      Darf man Menschen in die Psychiatrie einweisen, weil sie eine Gefahr für sich und andere darstellen? Verstößt diese Maßnahme nicht gegen das Recht auf Selbstbestimmung? Und wer entscheidet über eine Behandlung gegen den eigenen Willen?

      Vor über 20 Jahren diagnostizierten Ärzte bei Robert Weimann eine paranoide Schizophrenie. Die Einnahme von Medikamenten und Therapien brach der heute 40-Jährige immer wieder ab und geriet in einen Kreislauf aus Arbeits- und Obdachlosigkeit, Suizidversuchen und Klinikaufenthalten. Nach Einschätzung seines Psychiaters Dr. Uwe Lanz ist Robert Weimann auf ärztliche Behandlung angewiesen. Eine Zwangseinweisung sei aber immer nur das "allerletzte Mittel", um den Patienten und sein Umfeld zu schützen. Seine Mutter, Renate Weimann, hat ihren Sohn durch die Jahrzehnte mit der Krankheit begleitet. Oft blieb ihr kein anderer Ausweg, als ihren Sohn in eine Klinik einweisen zu lassen.

      Ähnlich geht es Katrin Müller. Ihre Tochter Nora leidet seit über zehn Jahren an Magersucht. Wenn ihr Zustand in den vergangenen Jahren lebensbedrohlich wurde, erfolgte eine Zwangseinweisung. Die erzwungenen Klinikaufenthalte und Therapien hat die heute 26-jährige Nora als "lebensrettend, aber auch als traumatischen Eingriff" wahrgenommen. Ihre Mutter weiß, wie freiheitsliebend ihre Tochter ist, aber sie muss auch immer wieder um ihr Leben bangen.
      Wie Renate Weimann erlebt sie den Zwiespalt zwischen Fürsorge und Freiheitsberaubung als unlösbaren Konflikt. Ein wichtiger Anker für Robert Weimann und Nora Müller ist der Verein "Durchblick e.V." in Leipzig. Hier werden sie angenommen, wie sie sind, finden Gesprächspartner, Freizeitangebote - und wenn es sein muss, auch ein Bett. Die Selbsthilfeorganisation versteht sich als Beratungs- und Anlaufstelle für psychisch Kranke und ihre Angehörigen. Hier bekommen sie eine erste Hilfe in Ausnahmesituationen und Unterstützung nach stationären Aufenthalten. Der "Durchblick" will eine Brücke zurück ins normale Leben bauen.

      Film von Ulli Wendelmann

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