• 10.05.2020
      22:45 Uhr
      Wiedersehen mit "Brundibár" Film von Douglas Wolfsperger | MDR FERNSEHEN
       

      Mit den Novemberpogromen vor achtzig Jahren begann der Holocaust. Die Annäherung an dieses düstere Kapitel der deutschen Geschichte kann jedoch sehr lebendig aussehen, persönlich, kreativ und sehr aktuell. Annika, Ikra und David sind Mitglieder der Theatergruppe "Die Zwiefachen" an der Berliner Schaubühne. Mit der Theaterpädagogin Uta Plate studieren sie die Kinderoper "Brundibár" ein, die über fünfzig Mal im Ghetto Theresienstadt von jüdischen Kindern aufgeführt wurde.
      Der Filmemacher Douglas Wolfsperger hat das Projekt der "Zwiefachen" begleitet und beobachtet.

      Sonntag, 10.05.20
      22:45 - 00:10 Uhr (85 Min.)
      85 Min.

      Mit den Novemberpogromen vor achtzig Jahren begann der Holocaust. Die Annäherung an dieses düstere Kapitel der deutschen Geschichte kann jedoch sehr lebendig aussehen, persönlich, kreativ und sehr aktuell. Annika, Ikra und David sind Mitglieder der Theatergruppe "Die Zwiefachen" an der Berliner Schaubühne. Mit der Theaterpädagogin Uta Plate studieren sie die Kinderoper "Brundibár" ein, die über fünfzig Mal im Ghetto Theresienstadt von jüdischen Kindern aufgeführt wurde.
      Der Filmemacher Douglas Wolfsperger hat das Projekt der "Zwiefachen" begleitet und beobachtet.

       

      Mit den Novemberpogromen vor über achtzig Jahren begann der Holocaust. Ein schwieriges, düsteres Kapitel der deutschen Geschichte. Doch die Annäherung daran kann absolut lebendig aussehen, persönlich, kreativ, berührend und sehr aktuell. Sie heißen Annika, Ikra und David, und sie sind Mitglieder der Theatergruppe "Die Zwiefachen" an der Berliner Schaubühne. Die 15-20-Jährigen, die zu dieser Gruppe gehören, kommen allesamt aus schwierigen Verhältnissen. Mit der Theaterpädagogin Uta Plate studieren sie die Kinderoper "Brundibár" ein, die eine besondere Geschichte hat: "Brundibár" wurde über fünfzig Mal im Ghetto Theresienstadt von deportierten jüdischen Kindern aufgeführt.

      Nur wenige der Kinder-Darsteller überlebten die Zeit im Ghetto, unter ihnen Greta Klingsberg. Sie spielte ab 1943 die Hauptrolle der Annika in "Brundibár" und lebt heute in Israel. Sie erklärt sich bereit, die jungen Schauspieler der "Zwiefachen" bei der Vorbereitung ihrer Aufführung zu unterstützen, mit ihnen gemeinsam nach Theresienstadt zu reisen und dort das ehemalige KZ zu besuchen.

      Der Filmemacher Douglas Wolfsperger hat das Projekt der "Zwiefachen" begleitet und beobachtet. Er zeigt die jungen Darsteller bei den Proben in der Schaubühne, in ihrem Berliner Alltag und beim Erforschen des Familiengedächtnisses. Über das Erarbeiten von "Brundibár" ändert sich ihr Blick auf die deutsche Geschichte, sie bilden sich eine eigene Meinung, persönlich und emotional. Ganz wesentlich dafür: die intensive Begegnung mit Greta Klingsberg, die den Jugendlichen ihre Erinnerungen ohne alle Bitterkeit erzählt und ihnen so die Scheu gegenüber ihrer Geschichte nimmt.

      Die Arbeit an der Kinderoper eröffnet für die Jugendlichen einen ganz neuen Zugang zur deutschen Vergangenheit. Engagierter als dies im Schulunterricht möglich wäre, setzen sie sich kreativ und persönlich mit dem Nationalsozialismus und dem Holocaust auseinander. Und spätestens als zur ausverkauften Premiere von "Brundibár" auch Greta Klingsberg an die Berliner Schaubühne kommt, ist diese Kinderoper für die Jugendlichen auf der Bühne auch ein Stück ihres eigenen Lebens geworden.

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