• 16.11.2019
      11:45 Uhr
      Echt Dringend gesucht! Azubis - ARD-Themenwoche "Zukunft Bildung" | MDR FERNSEHEN
       

      In Mitteldeutschland gab es im letzten Jahr 4605 unbesetzte Stellen und gleichzeitig fast genauso viele unvermittelte Bewerber - 4650. Theoretisch dürfte es keine offenen Lehrstellen geben. Trotzdem gehen Tausende Jugendliche jedes Jahr leer aus und immer mehr Betriebe finden keinen Azubi. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung spricht von einem „Passungsproblem“. ECHT hakt nach: Wie kann das passieren?

      Samstag, 16.11.19
      11:45 - 12:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      In Mitteldeutschland gab es im letzten Jahr 4605 unbesetzte Stellen und gleichzeitig fast genauso viele unvermittelte Bewerber - 4650. Theoretisch dürfte es keine offenen Lehrstellen geben. Trotzdem gehen Tausende Jugendliche jedes Jahr leer aus und immer mehr Betriebe finden keinen Azubi. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung spricht von einem „Passungsproblem“. ECHT hakt nach: Wie kann das passieren?

       

      Irgendwann wollte Julia, die studierte Betriebswirtschaftlerin, nicht mehr im Controlling arbeiten. Weil sie in der Bäckerei ihrer Eltern aufgewachsen ist, hat sie das Handwerk und die Liebe zum Brot nie wirklich aus den Augen verloren. „Und als ich mal nachts in der Bäckerei ausgeholfen habe, habe ich gemerkt, dass mir das richtig Spaß macht.“ Seit zwei Monaten ist sie jetzt Azubi in einem Bäckerbetrieb in Dresden. Bei Julia scheint es zu passen: Sie ist in ihrem Wunschjob angekommen und der Betrieb hat die passende Auszubildende gefunden. Das aber wird immer mehr zur Ausnahme. In Mitteldeutschland gab es im letzten Jahr 4605 unbesetzte Stellen und gleichzeitig fast genauso viele unvermittelte Bewerber - 4650. Theoretisch dürfte es keine offenen Lehrstellen geben. Trotzdem gehen Tausende Jugendliche jedes Jahr leer aus und immer mehr Betriebe finden keinen Azubi. Eine aktuelle Studie der Bertelsmann-Stiftung spricht von einem „Passungsproblem“. ECHT hakt nach: Wie kann das passieren?
      Sven Voss begibt sich auf Spurensuche und trifft Malermeister Danny Stier mit seinen Azubis auf einer Baustelle. „Ich habe in den letzten 13 Jahren 12 Lehrlinge ausgebildet und nur drei haben durchgehalten. Die sind nicht mehr so drauf wie vor 10 Jahren“. In diesem Jahr hat Danny Stier keinen Azubi finden können. Angebot und Nachfrage scheinen irgendwie nicht zu funktionieren. Die Ausbilder sind unzufrieden mit den theoretischen Leistungen und dem praktischen Engagement des Nachwuchses.
      In Mitteldeutschland bricht fast jeder Dritte AZUBI seine Lehre ab. Alarmierende Zahlen in einem Land mit grassierendem Fachkräftemangel. Sven Voss besucht einen anderen Betrieb. Hier ist Maurermeister Matthias Forssbohm der Chef, - im Ehrenamt arbeitet er im Vorstand der Handelskammer Leipzig und fragt, ob Lehrbetriebe als Reparaturbetriebe für verkrachte Existenzen herhalten müssen? Warum wird in manchen Sparten händeringend nach Azubis gesucht, während in anderen Bereichen ein Überangebot an Nachwuchs den Betrieben die Türen einrennt? Hatten Azubis früher mehr Bock auf Ausbildung? Wo sind Motivation und Engagement geblieben?
      Aber Sven Voss ergründet auch die andere Seite dieser Geschichte: Ist das AZUBI-Dasein überhaupt noch attraktiv? In einigen Branchen wird beim Einstieg monatlich nicht mehr als 600 Euro brutto bezahlt, - dazu zahlreiche Überstunden und nicht immer eine Übernahmegarantie. Wer tut sich das an? Sven Voss fragt Marlen Schröder - Jugendsekretärin des DGB. Die fordert einen Mindestlohn für Azubis, Verbot von Überstunden und kostenlose Bus- und Bahntickets.
      ECHT ergründet Lösungen für das Passungsproblem: Die Azubis brauchen eine bessere Vorstellung, von dem, was da auf sie zukommt. Deswegen arrangieren einige Schulen feste Arbeitsverträge für ihre SchülerInnen im produzierenden Gewerbe. ECHT zeigt, wie das funktioniert in der Regelschule Warza bei Gotha.

      ARD-Themenwoche: Zukunft Bildung
      Wer gebildet ist, lebt länger. Von welchen Faktoren hängt das ab, und wie kann man unabhängig von Herkunft und Alter mit Bildung sein Leben verändern? Das sind Fragen, die in der ARD-Themenwoche „Zukunft Bildung“ vom 9. bis 16. November 2019 beantwortet werden. Das Erste, die Fernseh- und Radioprogramme der ARD und die Online-Angebote der Senderfamilie stellen in zahlreichen Sendungen und Beiträgen vor, wie Bildung gelingen kann und welche Chancen sie bietet. Federführer der 14. ARD-Themenwoche ist der Westdeutsche Rundfunk (WDR).

      WDR-Intendant Tom Buhrow: „Lernen bringt uns nicht nur weiter, es macht auch Spaß und bereichert uns. Die ARD-Themenwoche wird sich der „Zukunft Bildung“ in Radio, Fernsehen und im Digitalen nähern. Wir wollen Menschen vorstellen, die ihr Leben dank Bildung positiv verändert haben. Und wir wollen Menschen wertschätzen, die anderen Begeisterung und Freude am Lernen vermitteln.“

      Geplant sind Beiträge in allen Genres - von bundesweit bis regional, von dokumentarisch bis fiktional, von informativ und investigativ bis unterhaltsam. Das Erste, die Fernseh- und Radioprogramme der ARD und die Online-Angebote der Senderfamilie widmen sich vor allem diesen Themen: Bildungsalltag, Diversität, Digitalisierung, politische Blockaden und Bildung im Vergleich.

      Pünktlich zur Themenwoche startet die ARD im Netz ein neues, innovatives Bildungsangebot: Mit dem „App-Maker“ machen Erwachsene mühelos erste Schritte im Programmieren. Für Kinder gibt es bereits das Angebot „Programmieren mit der Maus“. Die neue Plattform „Schule digital“ bündelt erstmals die zahlreichen Bildungsangebote der ARD. In der Themenwoche ist auch das Publikum gefragt: Bei der Aktion #dankdir können alle „Einfach mal Danke sagen“ und ihren Wegbegleiter*innen und Förderern Wertschätzung entgegenbringen.

      Alle Informationen zur ARD-Themenwoche „Zukunft Bildung“ werden online unter themenwoche.ARD.de gebündelt. Ab November bieten dort viele aktuelle Beiträge einen breiten Zugang zu den digitalen Angeboten der Themenwoche rund um Bildungsalltag, Diversität oder Digitalisierung.

      Alle Landesrundfunkanstalten der ARD rufen ihre Nutzer*innen dazu auf, sich über die sozialen Netzwerke an der Diskussion rund um das Thema Bildung zu beteiligen. Unter den Hashtags #ZukunftBildung und #ARDThemenwoche können sie sich austauschen. Zudem bietet der Twitterkanal @ARDThemenwoche Informationen rund um die ARD-Themenwoche 2019. Das Teletext-Angebot des Ersten unterstützt die Themenwoche mit einem Informationspaket ab Videotextseite 800.

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