• 15.08.2019
      22:05 Uhr
      artour Das Kulturmagazin des MDR | MDR FERNSEHEN
       

      Themen:

      • Der Clan der Kinder - eine neue Generation Mafiosi
      • August '39: Der Sommer vor dem Krieg
      • Margret Hoppe: Mehr Licht für die Moderne
      • "Die Gesellschaft des Zorns"
      • Kulturkalender

      Donnerstag, 15.08.19
      22:05 - 22:35 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Der Clan der Kinder - eine neue Generation Mafiosi
      • August '39: Der Sommer vor dem Krieg
      • Margret Hoppe: Mehr Licht für die Moderne
      • "Die Gesellschaft des Zorns"
      • Kulturkalender

       
      • Der Clan der Kinder - eine neue Generation Mafiosi

      Sie heißen Nicola, Tyson, Biscottino oder Lollipop und sind die verlorenen Teenager von Neapel. Sie träumen von Geld, Macht und Mädchen. Von Liebe, Freundschaft. Und gucken bei Youtube nach, wie eine Maschinenpistole funktioniert - bis aus dem Spiel Krieg wird. Roberto Savianos Doku-Roman über eine ganz neue Generation von Mafiosi kommt jetzt ins Kino: "Paranza - Der Clan der Kinder" erzählt das Leben der halbwüchsigen Gewalttäter ohne spekulative Action, aber mit viel Zärtlichkeit für seine Figuren. Und schnell wird klar: Es geht nicht allein um Napoli, die Kapitale der Camorra. Sondern um Jugendliche in den Randzonen der Gesellschaft überall auf der Welt, wo nur noch Kriminalität ein Leben vor dem Tod verspricht. Wir haben mit Roberto Saviano und dem Regisseur des Films, Claudio Giovannesi, gesprochen. Am 22. August kommt der Film ins Kino.

      • August '39: Der Sommer vor dem Krieg

      Er denke "immer noch nicht, dass es Krieg geben wird", schrieb ein amerikanischer Student namens John F. Kennedy am 20. August 1939 an einen Freund in den USA. Der spätere US-Präsident reiste damals durch Deutschland und Europa. Seine Fehleinschätzung findet sich zusammen mit vielen anderen zeitgenössischen Quellen in dem neuen Buch des Historikers Hauke Friederichs "Funkenflug. August 1939: Der Sommer, bevor der Krieg begann", erschienen im Aufbau Verlag.
      Nach dem Muster des Bestsellers "1913" von Florian Illies schildert Friederichs Tag für Tag Hochpolitisches und Privates aus den Biografien meist bekannter Zeitzeugen, von Thomas Mann und Albert Einstein bis zu Churchill, Stalin und Hitler. Während jedoch bei Illies der Krieg noch weit entfernt scheint, liegt er bei Friederichs schon in der Luft. Dank des tagebuchartigen Charakters liest sich das Buch wie ein spannender Countdown bis zum Krieg, unwillkürlich wird der Leser noch einmal von der Hoffnung gepackt, dass das Unabwendbare doch noch abgewendet wird. Wir haben Hauke Friederichs in Hamburg zu seinem Buch befragt.

      • Margret Hoppe: Mehr Licht für die Moderne

      Auch im Jubiläumsjahr "100 Jahre Gründung des Bauhauses" stehen wichtige Bauten der Bauhaus-Tradition eher im Schatten. Die Fotografin Margret Hoppe ist einigen von ihnen in der Serie "Unterbelichtete Moderne" nachgegangen. Vor allem dem weithin unbekannten Thilo Schoder, der in den 1920er und 1930er Jahren in Thüringen mehrere herausragende Fabriken, Kliniken und Villen gebaut hatte.
      Seit Jahren fotografiert die 1981 in Greiz geborene Margret Hoppe Ikonen der Moderne, vor ihrer jüngsten Serie waren es Häuser des französischen Architekten Le Corbusier in Deutschland, Frankreich und Indien. Architekturfotografie der Moderne ist ihr Metier. Sie studierte an der Hochschule für Grafik und Buchkunst Leipzig bei Timm Rautert und Christopher Muller sowie in Paris bei Christian Boltanski. Was macht gute Architekturfotografie aus? Ein Studio-Besuch bei Margret Hoppe.

      • "Die Gesellschaft des Zorns"

      Ist die rechtspopulistische Bewegung nicht bereits umfassend erforscht? Keineswegs, sagt die Soziologin Cornelia Koppetsch und gibt in ihrem Buch "Die Gesellschaft des Zorns" verblüffende Erklärungen für deren Entstehung. Gegen die üblichen Klischees (abgehängte Unterschichten, soziale Benachteiligung, Fremdenfeindlichkeit) macht sie die Globalisierung mit ihren neuen Arbeitsmärkten verantwortlich. Koppetsch versteht das Aufkommen der populistischen Bewegungen als eine Art Konterrevolution gegen Globalisierungs- und Transnationalisierungsprozesse. Sie sieht die Trennlinien nach dem Fall der Mauer nicht mehr zwischen Ost und West, sondern in der forcierten Entgrenzung der Welt, der Märkte und der davon profitierenden liberalen Mittelschicht auf der einen Seite. Auf der anderen Seite steht ein im nationalen Wohlfahrtsstaat beheimatetes Milieu, das sich zunehmend entfremdet fühlt.

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