• 12.02.2019
      00:55 Uhr
      In deinem Bann gefangen Spielfilm Frankreich 2010 (Contre toi) | MDR FERNSEHEN
       

      Sieben Tage war Anna Cooper spurlos verschwunden. Nach ihrer Rückkehr erklärt die Ärztin den Kollegen im Krankenhaus, sie sei in Urlaub gewesen. Über ihren durchlebten Horrortrip verliert sie kein Wort, doch es plagen sie Alpträume und Angstattacken. Nach einigem Zögern wendet die Gynäkologin sich an die Polizei und erstattet Anzeige. Ein Mann habe sie eine Woche lang gefangen gehalten. Zur großen Überraschung des Kriminalinspektors, der den Fall untersucht, kennt sie ihren Kidnapper und weiß sogar, wo er wohnt. Doch über das Vorgefallene kann sie nicht sprechen. Nach diesem traumatischen Erlebnis ist nichts mehr wie vorher.

      Nacht von Montag auf Dienstag, 12.02.19
      00:55 - 02:10 Uhr (75 Min.)
      75 Min.

      Sieben Tage war Anna Cooper spurlos verschwunden. Nach ihrer Rückkehr erklärt die Ärztin den Kollegen im Krankenhaus, sie sei in Urlaub gewesen. Über ihren durchlebten Horrortrip verliert sie kein Wort, doch es plagen sie Alpträume und Angstattacken. Nach einigem Zögern wendet die Gynäkologin sich an die Polizei und erstattet Anzeige. Ein Mann habe sie eine Woche lang gefangen gehalten. Zur großen Überraschung des Kriminalinspektors, der den Fall untersucht, kennt sie ihren Kidnapper und weiß sogar, wo er wohnt. Doch über das Vorgefallene kann sie nicht sprechen. Nach diesem traumatischen Erlebnis ist nichts mehr wie vorher.

       

      Anna Cooper (Kristin Scott Thomas) arbeitet als Gynäkologin und Geburtshelferin in einem großen Krankenhaus. Ihre Ehe blieb kinderlos, seit der Scheidung dreht sich alles nur noch um den Job. Die attraktive Mittvierzigerin lebt zurückgezogen in einer geräumigen Wohnung und pflegt kaum soziale Kontakte.

      Aus diesem gleichförmigen Leben wird sie schlagartig gerissen, als ihr im Hausflur ein junger Mann (Pio Marmaï) mit dem Messer auflauert, sie in einen Vorort verschleppt und dort in einen Raum mit zugemauerten Fenstern sperrt. Das kann nur ein schrecklicher Irrtum sein, denkt die zu Tode Verängstigte. Sie ist nicht vermögend, niemand würde für sie ein lohnenswertes Lösegeld zahlen. Doch der Kidnapper lässt keinen Zweifel aufkommen, dass er es auf sie abgesehen hat und, schlimmer noch, sie leiden sehen will.

      Erst nach einigen Tagen erfährt sie sein Motiv: Vor zwei Jahren musste Anna einen Kaiserschnitt bei der Frau ihres Entführers vornehmen, die an den Folgen des Eingriffs starb. Vor Gericht konnte man der Ärztin keinen Kunstfehler nachweisen, die Angelegenheit schien für sie damit abgeschlossen - jedoch nicht für den trauernden Witwer.

      Für sein zerstörtes Leben soll die vermeintliche Kurpfuscherin nun büßen. Nach einigen Tagen überkommen ihn jedoch Skrupel. Was soll er mit ihr anstellen? Muss er sie nun umbringen? Als die Zellentür einmal unverschlossen ist, nutzt Anna die Gelegenheit zur Flucht und erstattet Anzeige. Aus ihrer Schilderung hört der mit dem Fall betraute Kriminalinspektor Vecker (Jean-Philippe Écoffey) Ungereimtheiten heraus. Es scheint da etwas zu geben, worüber das Opfer nicht sprechen kann oder will.

      Ausnahmeschauspielerin Kristin Scott Thomas glänzt in der Hauptrolle dieses beklemmenden Psychodramas über das Stockholm-Syndrom.

      Lola Doillon, Tochter des französischen Regisseurs Jacques Doillon, beleuchtet in ihrem klaustrophobischen Kammerspiel ein Tabuthema. Die Autorenfilmerin legt den Akzent auf jene kaum nachvollziehbare Ambivalenz aus Nähe und Bedrohung, die Entführungsopfer zuweilen erleben. Die Hauptrolle der einsamen Krankenhausärztin ist zugeschnitten auf Kristin Scott Thomas, die seit der Oscar-Nominierung für „Der englische Patient“ zu den international gefragtesten britischen Charakterdarstellerinnen zählt. Sie verkörpert eine gebrochene Frau, die sich selbst wegen ihrer widersprüchlichen Empfindungen nur hassen kann. Der Name ihres Kidnappers, beeindruckend gespielt von Pio Marmaï, lautet nicht zufällig Yann Ochberg: Eine Anspielung auf den amerikanischen Psychiater und Traumaforscher Frank Ochberg, der in den 70er-Jahren das sogenannte Stockholm-Syndrom definierte.

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      Nacht von Montag auf Dienstag, 12.02.19
      00:55 - 02:10 Uhr (75 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 01.04.2020