• 01.12.2012
      14:45 Uhr
      Mutter Schulzen Ackern wie vor hundert Jahren | NDR Fernsehen
       

      Die Bäuerin Gisela Schulz aus Levenstorf in Mecklenburg-Vorpommern geht so gut wie nie in einen Supermarkt, besitzt weder Telefon noch Fernseher. Sie ist weitgehend Selbstversorgerin und lebt von ihrem Vieh und ihrem Gemüse. Mit ihrem Mann Friedrich bewohnt sie ein baufälliges Haus. Doch Mutter Schulzen, wie sie im Dorf genannt wird, klagt nicht. Filmemacher Stefan Weiße hat Mutter Schulzen mehrere Tage mit einem Kamerateam begleitet. Seine Reportage zeigt ein mecklenburgisches Original, das so manche überraschende Lebensweisheit von sich gibt.

      Samstag, 01.12.12
      14:45 - 15:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Die Bäuerin Gisela Schulz aus Levenstorf in Mecklenburg-Vorpommern geht so gut wie nie in einen Supermarkt, besitzt weder Telefon noch Fernseher. Sie ist weitgehend Selbstversorgerin und lebt von ihrem Vieh und ihrem Gemüse. Mit ihrem Mann Friedrich bewohnt sie ein baufälliges Haus. Doch Mutter Schulzen, wie sie im Dorf genannt wird, klagt nicht. Filmemacher Stefan Weiße hat Mutter Schulzen mehrere Tage mit einem Kamerateam begleitet. Seine Reportage zeigt ein mecklenburgisches Original, das so manche überraschende Lebensweisheit von sich gibt.

       

      Friedrich würde ja gern mal renovieren, aber dafür fehlt das Geld. Zu DDR-Zeiten arbeitete er als Maurer und Viehpfleger. Seine Frau Gisela war jahrzehntelang Melkerin in einer LPG. Nach der Wende wurden beide arbeitslos. Jetzt reicht ihre Rente kaum zum Überleben. Doch Mutter Schulzen, wie sie im Dorf genannt wird, klagt nicht.

      Regelmäßig schlachtet sie ihre "Borstenviecher", um "nicht zu verhungern". Jede Woche muss auch eine ihrer Enten daran glauben. Auf ihr Lieblingsgericht "Schwarzsauer" - Entenblut mit Backpflaumen und Entenklein - freut sich die Bäuerin die ganze Woche. Die Schulzens heizen vor allem mit Brennholz aus dem nahe liegenden Wald. Dafür hilft Friedrich dem Besitzer auch schon mal beim Bäumesägen. Manchmal darf Gisela auf abgeernteten Äckern die restlichen Kartoffeln "stoppeln". Als Gegenleistung bringt sie dann eine Ente vorbei. Eine Hand wäscht die andere. So funktioniert das hier im Landkreis Müritz, wo 16 Prozent der Bewohner keine Arbeit finden.

      Ein Telefon oder gar einen Fernseher hat Mutter Schulzen nie besessen. Auch neue Arbeitsgeräte kommen ihr nicht ins Haus. "Mit der alten Russensense kann ich besser schneiden als mit dem Quatsch von heute", erzählt die lebenstüchtige Landfrau. Doch einen Luxus gönnt sie sich: die tägliche Lokalzeitung. "Information muss sein", erklärt sie, "denn man muss ja schließlich wissen, was vor sich geht." Gisela Schulz lebt einfach und mag es schlicht. Stets trägt sie ihre blaue Arbeitskluft mit Käppi. Aber an ihrem 64. Geburtstag macht sie sich fein. Sie zieht ihre rosa Lieblingsbluse an, empfängt Kinder und Enkel und schwingt in der alten Bauernküche mit Ehemann Friedrich das Tanzbein zur Radiomusik.

      Filmemacher Stefan Weiße hat Mutter Schulzen mehrere Tage mit einem Kamerateam begleitet. Seine Reportage zeigt den täglichen Überlebenskampf eines mecklenburgischen Originals, das so manche überraschende Lebensweisheit von sich gibt.

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      Samstag, 01.12.12
      14:45 - 15:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

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