• 01.12.2012
      07:30 Uhr
      Sehen statt Hören Wochenmagazin für Hörgeschädigte - Moderation: Thomas Zander | NDR Fernsehen
       
      • Taube Dolmetscher und Übersetzer - Wie arbeiten sie? Wo sind ihre Einsatzschwerpunkte? Was sind ihre Stärken? Welche Qualifikation haben sie? Wer bezahlt sie? Zu diesem Thema gibt es viele offene Fragen, weil die Tätigkeit tauber Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher noch ganz neu ist. Sehen statt Hören will in dieser Sendung Antworten darauf geben.
      • So ist das mit Fabian - Fabian ist gehörlos und von einer schweren Form des Autismus betroffen. Wie lebt er? Wie kann er gefördert werden?
      • Wie im Glashaus - Inge Wasserberg, hörend, hat durch die Gebärdensprache einen Ausweg aus dem Autismus gefunden.

      Samstag, 01.12.12
      07:30 - 08:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      • Taube Dolmetscher und Übersetzer - Wie arbeiten sie? Wo sind ihre Einsatzschwerpunkte? Was sind ihre Stärken? Welche Qualifikation haben sie? Wer bezahlt sie? Zu diesem Thema gibt es viele offene Fragen, weil die Tätigkeit tauber Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher noch ganz neu ist. Sehen statt Hören will in dieser Sendung Antworten darauf geben.
      • So ist das mit Fabian - Fabian ist gehörlos und von einer schweren Form des Autismus betroffen. Wie lebt er? Wie kann er gefördert werden?
      • Wie im Glashaus - Inge Wasserberg, hörend, hat durch die Gebärdensprache einen Ausweg aus dem Autismus gefunden.

       
      • Taube Dolmetscher und Übersetzer

      Wie arbeiten sie? Wo sind ihre Einsatzschwerpunkte? Was sind ihre Stärken? Welche Qualifikation haben sie? Wer bezahlt sie? Zu diesem Thema gibt es viele offene Fragen, weil die Tätigkeit tauber Gebärdensprachdolmetscherinnen und -dolmetscher noch ganz neu ist. Sehen statt Hören will in dieser Sendung Antworten darauf geben und Beispiele aus der Praxis zeigen.

      Die Firma Gebärdenwerk in Hamburg beschäftigt neun Mitarbeiter, davon vier als taube Dolmetscher und Übersetzer. Ihr Hauptbereich ist die Übersetzung von Texten im Internet in Gebärdensprache. Viele Internetseiten von Bundes- und Landesbehörden sind bereits durch Gebärdensprach-Videos dieser Firma für Gehörlose barrierefrei zugänglich gemacht. Der Film zeigt am Beispiel von Knut Weinmeister den aufwändigen Arbeitsprozess von der Absicherung des Textverständnisses und der Erarbeitung der Gebärdensprachfassung über die Videoaufnahmen bis zu den mehrfachen Kontrollen der sachlichen Richtigkeit und der Verständlichkeit durch hörende und gehörlose Kollegen.

      In Aachen erleben wir dann einen Einsatz des tauben Dolmetschers Ege Karar in einer realen Situation. Er beherrscht die Türkische und die Deutsche Gebärdensprache und kann damit Migranten in Deutschland helfen, Sprachbarrieren zu überwinden. Zusammen mit einer hörenden Gebärdensprachdolmetscherin übermittelt er ein Gespräch zwischen einer gehörlosen Frau, die nur türkische Gebärdensprache beherrscht, und einer deutschen Sachbearbeiterin, die nur wenig Gebärden versteht. Insgesamt wäre ohne den tauben Dolmetscher keine Verständigung möglich , sagt die hörende Dolmetscher-Kollegin.

      Wie Knut und Ege haben sich insgesamt 16 Gehörlose aus ganz Deutschland ihre Qualifikation als taube Gebärdensprachdolmetscher an der Universität Hamburg erworben in einem weiterbildenden Studium am Institut für Deutsche Gebärdensprache bei Prof. Christian Rathmann. Mit dem erworbenen Zertifikat können sie sich zur staatlichen Prüfung in Darmstadt anmelden und sind, wenn sie diese bestanden haben, den anderen Gebärdensprachdolmetschern gleichgestellt.

      Welche Berufsaussichten haben sie? Einer der wenigen tauben Dolmetscher, die bereits einen festen Arbeitsplatz bekommen haben, ist Rafael Grombelka. Nach einem Praktikum bei der Dolmetscherfirma Skarabee in Köln hat er vor kurzem dort seinen Arbeitsvertrag unterschrieben. Gleich zu Anfang sorgte er auch für ein spektakuläres Ereignis: Am 16. Oktober 2012 war er der erste Gehörlose, der im Fernsehkanal Phoenix live die Tagesschau gedolmetscht hat. Sehen statt Hören konnte bei dieser Premiere dabei sein und zeigt als Höhepunkt dieser Sendung, wie das möglich war.

      "Willkommen bei Sehen statt Hören" - der einzigen Sendereihe in der deutschen Fernsehlandschaft, die im Bild sichtbar macht, was man sonst nur im Ton hört! Nicht im "Off", sondern im "On" werden hier die Inhalte präsentiert - mit den visuellen Mitteln des Fernsehens, Gebärdensprache und offenen Untertiteln.

      Zielpublikum sind vor allem die etwa 300.000 gehörlosen, spätertaubten oder hochgradig schwerhörigen Zuschauerinnen und Zuschauern in der Bundesrepublik, die ein solches Programm benötigen, das ihren Kommunikationsbedürfnissen entspricht und ihnen optimale Verständlichkeit ermöglicht, aber auch alle anderen, die sich von den Themen und der ungewöhnlichen Machart angesprochen fühlen.

      In wöchentlich 30 Minuten bringt das vom BR produzierte und in allen Dritten Programmen ausgestrahlte Magazin Informationen aus allen gesellschaftlichen Bereichen, von Arbeitswelt, Familie, Freizeit, Sport über Kunst, Kultur, Bildung, Geschichte bis hin zu politischen, sozialen, rechtlichen und behindertenspezifischen Themen.

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