• 30.08.2012
      02:05 Uhr
      Kulturjournal Neues aus der Kulturszene und vom Büchermarkt | NDR Fernsehen
       

      Themen:

      • Zweitleben als Kanzlerin: ein verblüffender Dokumentarfilm über Merkel-Doppelgängerinnen
      • Wirtschaftsinteressen gegen Denkmalschutz: Streit um Deichrückbau vor Hitlers Raketenversuchsanstalt
      • Amore, Belcanto und Dolce Vita: Woody Allens wunderbare Komödie "To Rome with Love"
      • Zwangsprostitution um die Jahrhundertwende: Ausstellung in Bremerhaven über Mädchenhandel
      • Meister der Harfe: Xavier de Maistre bei den Niedersächsischen Musiktagen

      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 30.08.12
      02:05 - 02:35 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Zweitleben als Kanzlerin: ein verblüffender Dokumentarfilm über Merkel-Doppelgängerinnen
      • Wirtschaftsinteressen gegen Denkmalschutz: Streit um Deichrückbau vor Hitlers Raketenversuchsanstalt
      • Amore, Belcanto und Dolce Vita: Woody Allens wunderbare Komödie "To Rome with Love"
      • Zwangsprostitution um die Jahrhundertwende: Ausstellung in Bremerhaven über Mädchenhandel
      • Meister der Harfe: Xavier de Maistre bei den Niedersächsischen Musiktagen

       
      • Zweitleben als Kanzlerin: ein verblüffender Dokumentarfilm über Merkel-Doppelgängerinnen

      Eine von ihnen trat bei "Verstehen Sie Spaß?" auf und tanzte mit Udo Lindenberg in einem Musikvideo. Eine andere schwingt politische Reden - auf Demos, auf Messen oder im Fernsehen. Erfolgreich sind beide Frauen aus einem Grund: Sie sehen aus wie Angela Merkel. Susanne Knoll aus Lübeck wurde von einem Agenten auf ihre Ähnlichkeit mit der Bundeskanzlerin angesprochen. Zuerst wollte sie davon nichts wissen, doch dann arbeitete sie doch für sieben Jahre als Merkel-Imitatorin. Inzwischen macht sie selbst Politik, sitzt für die SPD in der Lübecker Bürgerschaft. Marianne Schätzle, die sich selbst "Angela die Zweite" nennt, braucht erst eine Perücke und das entsprechende Kostüm, um tatsächlich Angela Merkel zu ähneln. Aber dafür kann sie auch Stimme und Diktion von "Angie" nachmachen. Der Dokumentarfilm "Doppelleben" (Kinostart: 30. August 2012), der vom NDR koproduziert wurde, porträtiert die zwei ganz unterschiedlichen Doubles der Bundeskanzlerin. Das "Kulturjournal" stellt den Film vor und spricht mit dem Regisseur Douglas Wolfsperger über das zweite Leben in einer geliehenen Existenz.

      • Wirtschaftsinteressen gegen Denkmalschutz: Streit um Deichrückbau vor Hitlers Raketenversuchsanstalt

      In Peenemünde wurde einst der Traum vom Fliegen geträumt. Hier begann die Geschichte der Raumfahrt. Mit der Zerstörung von Hitlers Raktenversuchsanstalt am Ende des Zweiten Weltkrieges fand sie ihr Ende. Heute ist diese widersprüchliche Geschichte im Historisch-Technischen Museum in Peenemünde dokumentiert, das sich auf dem ehemaligen weitläufigen Areal der Raketenversuchsanstalt befindet. 1936 ließen die Nationalsozialisten das Gebiet von einem Deich fassen, der noch im Original erhalten ist und in seiner Größe und Gänze von vergangenen Zeiten erzählt. Ausgerechnet der soll jetzt teilweise zurückgebaut werden, damit eine Ausgleichsfläche für geplante Industrieansiedlungen ganz in der Nähe geschaffen werden kann. Das "Kulturjournal" spricht mit dem Museumsdirektor und Gegnern der Pläne der Landesregierung über den Konflikt zwischen Denkmalschutz und Wirtschaftsinteressen in Peenemünde.

      • Amore, Belcanto und Dolce Vita: Woody Allens wunderbare Komödie "To Rome with Love"

      Aufnahmen der Ewigen Stadt in Postkartenansichten, eine Handvoll großartiger Schauspieler, ein bisschen Amore, ein bisschen Belcanto: Die Zutaten zu Woody Allens neuem Film sind banal. Aber der Altmeister hat so virtuos und leicht mit ihnen gespielt, dass eine seiner schönsten Komödien daraus entstanden ist: "To Rome with love" (Kinostart 30. August 2012). In vielen kleinen Episoden erzählt er von Liebe und Ruhm. Zum Beispiel vom braven Provinzler, der auf ein römisches Callgirl stößt, vom Durchschnitts-Römer, der plötzlich berühmt ist, oder vom Meistersänger, der nur unter der Dusche die richtigen Töne trifft. Neben so brillanten Schauspielern wie Alec Baldwin, Roberto Benigni und Penélope Cruz spielt Woody Allen endlich wieder selbst mit, die Rolle, die er am besten kann: den misanthropen Stadtneurotiker, diesmal ein pensionierter Opernregisseur. Das "Kulturjournal" spricht mit Woody Allen über seine wunderbare Komödie.

      • Zwangsprostitution um die Jahrhundertwende: Ausstellung in Bremerhaven über Mädchenhandel

      Sie gingen von Europa nach San Francisco, Bombay oder Buenos Aires, hofften auf eine besseres Leben in der Neuen Welt. Doch die Reise endete für Zehntausende Emigrantinnen in einem Bordell. Die Ausstellung "Der Gelbe Schein. Mädchenhandel 1860 bis 1930" erzählt von einem lange totgeschwiegenen Kapitel der Auswanderungsgeschichte. Die Kuratoren haben jahrelang in Archiven in aller Welt nach Fotos und Dokumenten gesucht und sind auf ganz unterschiedliche Lebensgeschichten gestoßen. Einige der Frauen wurden getäuscht, z. B. wurde ihnen eine Anstellung als Dienstmädchen versprochen, um sie ins Ausland zu locken. Andere wurden mit Gewalt in Bordelle verschleppt. Es gab aber auch Mädchen, die sich ganz bewusst für die Prostitution entschieden haben, um ihren ärmlichen Verhältnissen zu entkommen. Die Ausstellung, die in zwei Teilen im Deutschen Auswandererhaus in Bremerhaven und im Centrum Judaicum Berlin gezeigt wird, ist benannt nach dem "Gelben Schein". So nannte man den Ausweis, den russische Frauen für die Arbeit als Prostituierte brauchten. Um ihn zu bekommen, mussten sie alle anderen Papiere abgeben. Auch an diesem buchstäblichen Identitätsraub zeigt sich, dass dieses historische Thema leider noch immer aktuell ist.

      • Meister der Harfe: Xavier de Maistre bei den Niedersächsischen Musiktagen

      Er hat angefangen Harfe zu spielen, weil er sich als Neunjähriger in seine Lehrerin verliebte, die just das Spielen dieses sperrigen Instruments unterrichtete. Die Jugendliebe verging, doch das Talent blieb: Heute ist Xavier de Maistre ein Meister seines Faches und entkräftet so das langjährige Vorurteil gegenüber der Harfe, stets von engelsgleichen, blondgelockten Frauen am Rande des Orchestergrabens gespielt zu werden. Mit erst 22 Jahren war er bereits Soloharfenist im Orchester, gewann mehrere renommierte Musikpreise, hat eine Professur an der Hamburger Musikhochschule und beschreitet unermüdlich neue Wege. So setzt er Stücke wie etwa "Die Moldau" für die Harfe um und bringt sie als Solist zur Aufführung. Nun ist Xavier de Maistre bei den Niedersächsischen Musiktragen in Melle zu hören (2. September 2012). Im "Kulturjournal" spricht der Musiker über die fortwährende Liebe zu seinem Instrument und die ungeahnten Möglichkeiten, die es eröffnet.

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      Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, 30.08.12
      02:05 - 02:35 Uhr (30 Min.)
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