• 07.05.2021
      01:40 Uhr
      Kulturjournal Moderation: Julia Westlake | NDR Fernsehen
       

      Themen:

      • Der Mensch hinter der Ikone - 100. Geburtstag Sophie Scholl
      • Raubkunst: Beispiel Benin-Bronzen - Was tun mit Kunst aus kolonialer Herkunft?
      • Politisch und spektakulär - Der südafrikanische Künstler William Kentridge
      • "Daheim" von Judith Hermann - Unser Buch des Monats

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 07.05.21
      01:40 - 02:10 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Der Mensch hinter der Ikone - 100. Geburtstag Sophie Scholl
      • Raubkunst: Beispiel Benin-Bronzen - Was tun mit Kunst aus kolonialer Herkunft?
      • Politisch und spektakulär - Der südafrikanische Künstler William Kentridge
      • "Daheim" von Judith Hermann - Unser Buch des Monats

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Leitung Christoph Bungartz
      Moderation Julia Westlake
      Produktion Katja Theile
      • Der Mensch hinter der Ikone - 100. Geburtstag Sophie Scholl

      Mit ihrem Kampf gegen das Nazi-Regime ist Sophie Scholl, geboren am 9. Mai 1921, bis heute ein Vorbild. Aber wer war die Ikone des Widerstands? Der Theologe und Historiker Robert M. Zoske hat eine Biografie über sie veröffentlicht. Er will Sophie Scholl als Mensch, mit Widersprüchen und Zweifeln porträtieren, vor allem ihren inneren Konflikt zwischen Glauben und Nazi-Ideologie: Sophie stammt aus einem christlichen Elternhaus, begeistert sich aber früh für den "Bund deutscher Mädel", wird sogar Gruppenführerin. Den Nationalismus und Antisemitismus der Nazis blendet sie aus. Erst langsam kommen die Zweifel. Je größer und intensiver ihr christlicher Glaube wird, desto stärker und entschlossener wird auch ihr Wunsch, gegen den Nationalsozialismus Widerstand zu leisten. Robert M. Zoske liefert in seinem Buch ein differenziertes Bild von Sophie Scholl: "Es reut mich nichts. Porträt einer Widerständigen" (Propyläen).

      • Raubkunst: Beispiel Benin-Bronzen - Was tun mit Kunst aus kolonialer Herkunft?

      Was tun mit der Raubkunst aus kolonialen Zusammenhängen? Die umstrittenen wie kostbaren Benin-Bronzen sind dabei nur ein Beispiel. Sie sind auch in norddeutschen Museen zu finden. Seit Jahrzehnten wird um ihre Rückgabe gerungen. Die Häuser haben lange verschwiegen, welche ihrer vielen Stücke blutige Beute aus Kolonien waren - aus Angst, etwas abgeben zu müssen. Doch das ändert sich jetzt. Das Kulturjournal spricht mit Barbara Plankensteiner, Direktorin des MARKK in Hamburg und Mitbegründerin der internationalen Benin Dialogue Group, sowie mit der Direktorin des Überseemuseums Bremen, Wiebke Ahrndt und dem Historiker Jürgen Zimmerer, Leiter der Arbeitsstelle Hamburgs (post)koloniales Erbe. Vertreter der Herkunftsgesellschaften beschreiben eindrücklich, wie wichtig die Werke für die kulturelle Identität der heutigen Nachkommen sind. Schließlich liefert die engagierte Historikerin Bénédicte Savoy die historische Einordnung und benennt vor allem die Gründe für das Versagen der deutschen Museen im Umgang mit ihrem kolonialen Erbe.

      • Politisch und spektakulär - Der südafrikanische Künstler William Kentridge

      Schon früh lernte William Kentridge, geboren 1955 in Johannesburg, was Apartheid bedeutet, obwohl er selbst weiß ist. Denn sein Vater war Menschenrechtsanwalt, juristischer Vertreter von Nelson Mandela und Apartheid-Gegner. Das Wissen um Ungerechtigkeit, Macht- und Machtlosigkeit, um Folter und Willkür prägt bis heute Kentridges Kunst. Ausgangspunkt ist dabei immer die Zeichnung in Schwarz- Weiß, daraus entwickelt Kentridge ein ganz eigenes künstlerisches Universum aus Filmen, Installationen und Theaterstücken. Es geht dabei um die Geschichte Südafrikas, um Kolonialismus oder Flucht und Vertreibung. Die Deichtorhallen in Hamburg widmen dem vielseitigen Künstler eine große Retrospektive "Why should I hesitate: Putting drawings to work". Eine opulent inszenierte Ausstellung, die selbst eine Art Gesamtkunstwerk ist. Die Schau soll bis zum 1. August gezeigt werden. Zurzeit sind die Museen in Hamburg geschlossen. Termine für spätere Besuche gibt es - je nach aktuellen Corona-Zahlen - auf der Homepage der Deichtorhallen.

      • "Daheim" von Judith Hermann - Unser Buch des Monats

      1998 debütierte Judith Hermann mit ihrem Erzählband "Sommerhaus, später". Damals war es, als hätten die Leser*innen in Deutschland auf genau diese Stimme gewartet. Judith Hermanns Geschichten über sehnsuchtsvolle junge Menschen, verfasst in einem ganz eigenen Sound, wurden ein großer Publikumserfolg. Sogar Marcel Reich-Ranicki outete sich als Fan. 2003 folgte der Erzählband "Nichts als Gespenster". Erst beim vierten Buch "Aller Liebe Anfang" wagte sich Judith Hermann an die Romanform heran. Der Roman wurde weniger euphorisch aufgenommen. Die Form der Erzählung, so hieß es, sei das eigentliche Zuhause der Autorin. Jetzt legt Judith Hermann einen weiteren Roman vor: "Dah

      eim" heißt er (S. Fischer).

      Das Kulturjournal berichtet über Neues aus der norddeutschen und internationalen Kulturszene.

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