• 12.02.2021
      02:05 Uhr
      Kulturjournal Moderation: Julia Westlake | NDR Fernsehen
       

      Themen:

      • Holocaust-Überlebender gegen die Deutsche Bahn: Salo Mullers Kampf um Entschädigungen
      • Deutsch-jüdische Familiengeschichte und Kunstkrimi: das "NDR Buch des Monats" von Alena Schröder
      • Bilder wie gemalt: der Fotograf Hans-Christian Schink
      • Es wächst und wächst und wächst: das Haar und der Lockdown
      • Starpianist ohne Angst: Daniil Trifonov beim NDR Elbphilharmonie Orchester

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 12.02.21
      02:05 - 02:35 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Holocaust-Überlebender gegen die Deutsche Bahn: Salo Mullers Kampf um Entschädigungen
      • Deutsch-jüdische Familiengeschichte und Kunstkrimi: das "NDR Buch des Monats" von Alena Schröder
      • Bilder wie gemalt: der Fotograf Hans-Christian Schink
      • Es wächst und wächst und wächst: das Haar und der Lockdown
      • Starpianist ohne Angst: Daniil Trifonov beim NDR Elbphilharmonie Orchester

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Leitung Christoph Bungartz
      Moderation Julia Westlake
      Produktion Katja Theile
      • Holocaust-Überlebender gegen die Deutsche Bahn: Salo Mullers Kampf um Entschädigungen

      Er war sechs Jahre alt, als er seine Eltern das letzte Mal sah. Das war 1942. Sie warteten, schon von ihm getrennt, auf ihre Deportation: erst ins niederländische Durchgangslager Westerbork und dann nach Auschwitz. Salo Muller selbst überlebte in diversen Verstecken, schwer traumatisiert. Er erfuhr erst viel später, dass seine Eltern, wie alle Juden, von der damaligen Reichsbahn für den Transport ins Todeslager zur Kasse gebeten wurden: vier Pfennig pro Person und Kilometer, Kinder die Hälfte. Ein schamloses Geschäft, gegen das Salo Muller jetzt vorgeht. Er fordert von der Deutschen Bahn Entschädigung, trat über seinen Anwalt an die Bundesregierung heran und bekam standardisierte Antworten. Damit will er sich nicht zufriedengeben und appelliert im "Kulturjournal" an die historische Verantwortung der heutigen Bahn AG.

      • Deutsch-jüdische Familiengeschichte und Kunstkrimi: das "NDR Buch des Monats" von Alena Schröder

      Zwei Frauen, verbunden durch eine ungewöhnliche Familiengeschichte: Die junge Senta verlässt 1926 ihre unglückliche Ehe und ihre kleine Tochter in Rostock. Sie will nach Berlin, lernt dort einen jüdischen Kunsthändler kennen. Doch im Dritten Reich müssen die beiden fliehen. Viele Jahrzehnte später erfährt ihre Urenkelin durch einen Brief erstmals von dieser Geschichte, sie muss sich nun ganz neu mit dem Nationalsozialismus auseinandersetzen und auch mit dem verschollenen Erbe ihrer Urgroßmutter, zu dem womöglich ein Gemälde von Vermeer gehört. Die Schriftstellerin und Journalistin Alena Schröder erzählt von diesen beiden Frauen in ihrem vielschichtigen Debütroman: "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" (dtv). Kunstvoll verbindet sie Familiengeschichte, deutsche Geschichte und die Suche nach einem Gemälde. Ihr Roman geht auf die Biografie ihrer eigenen Urgroßmutter zurück. "Junge Frau, am Fenster stehend, Abendlicht, blaues Kleid" ist das "NDR Buch des Monats" im Februar.

      • Bilder wie gemalt: der Fotograf Hans-Christian Schink

      Er überlässt in seinen Fotos nichts dem Zufall, plant sie genau vorab und findet die Motive doch eher zufällig in der mecklenburgischen Landschaft, seiner neuen Heimat. Für sein neustes Buchprojekt "Hinterland" (Hartmann Books) ist der Fotograf Hans-Christian Schink oft ohne konkretes Ziel losgefahren und hat sich von dem, was er so sah, überraschen lassen. Herausgekommen sind dabei Bilder, die viel Raum für Assoziationen lassen und eine ganz eigene Atmosphäre haben. Das "Kulturjournal" streift mit Schink durch Mecklenburg und besucht mit ihm die Ausstellung seiner Fotos in Erfurt ("So weit. Fotografien seit 1990", Kunsthalle Erfurt, bis 23. Mai 2021).

      • Es wächst und wächst und wächst: das Haar und der Lockdown

      Die Corona-Pandemie hinterlässt sichtbare Spuren, auch auf den Köpfen der Menschen: je länger der Lockdown, desto länger die Haare. Auf der Straße, in Videokonferenzen, sogar im Fernsehen sieht man immer mehr schlecht frisierte Menschen mit ungezähmten Mähnen. Dabei geht es bei der Frisur nicht nur ums Aussehen. Haare haben immer auch eine Bedeutung, sie sollen präsentieren, wer man ist und was man denkt. In Märchen und Literatur spielen sie eine Rolle, wie bei Rapunzel oder Struwwelpeter. In der Jugendkultur stehen Haare für Gesinnung: bei der Swing-Jugend als Protest zur Hitlerjugend, später lang bei den Hippies oder kahlgeschoren bei den Skins. Und auch bei Politikerinnen und Politikern ist die Frisur oft ein Statement, ob bei Thatcher, Trump oder Merkel. Die Haare und ihre Bedeutung, ein kleiner Rückblick im "Kulturjournal".

      • Starpianist ohne Angst: Daniil Trifonov beim NDR Elbphilharmonie Orchester

      Er gilt als ein Pianist, der keine Angst hat vor schwierigen Partituren und fordernden Parts. Seine Fingerfertigkeit ist legendär, schon in jungen Jahren galt er als unbegreifliches Talent, mittlerweile ist er ein Star: Daniil Trifonov. Nun gibt er sein lang erwartetes Debüt m

      it dem NDR Elbphilharmonie Orchester mitten in Zeiten von Corona. Auf dem Programm stehen gleich zwei Klavierkonzerte: Nr. 1 von Sergej Prokofjew und das 1979 entstandene Konzert für Klavier und Streichorchester von Alfred Schnittke. Das "Kulturjournal" bittet Chefdirigent Alan Gilbert und Daniil Trofonov ins Gespräch. (Konzert am 5. Februar 2021, 20 Uhr, als Video-Livestream und live auf NDR Kultur, danach in der ARD-Mediathek).

      Das Kulturjournal berichtet über Neues aus der norddeutschen und internationalen Kulturszene.

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