• 10.08.2020
      22:45 Uhr
      Kulturjournal Moderation: Julia Westlake | NDR Fernsehen
       

      Themen:

      • Streit um ein norddeutsches Idyll: wie umgehen mit dem

      Sönke-Nissen-Koog?

      • Brauchen wir einen Denkmalsturz? Hamburg und sein koloniales Erbe
      • Iris Berben wird 70 Jahre alt - Ein Gespräch über eine Ausnahme-Schauspielerin und ihre Karriere
      • Lisa Eckhart und das Harbour Front Literaturfestival - Warum die Kabarettistin nicht auftreten darf
      • Endlich wieder Konzerte- IIgor Levit und das NDR Elbphilharmonie Orcester

      Montag, 10.08.20
      22:45 - 23:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • Streit um ein norddeutsches Idyll: wie umgehen mit dem

      Sönke-Nissen-Koog?

      • Brauchen wir einen Denkmalsturz? Hamburg und sein koloniales Erbe
      • Iris Berben wird 70 Jahre alt - Ein Gespräch über eine Ausnahme-Schauspielerin und ihre Karriere
      • Lisa Eckhart und das Harbour Front Literaturfestival - Warum die Kabarettistin nicht auftreten darf
      • Endlich wieder Konzerte- IIgor Levit und das NDR Elbphilharmonie Orcester

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Leitung Christoph Bungartz
      Moderation Julia Westlake
      Produktion Katja Theile

      Streit um ein norddeutsches Idyll: wie umgehen mit dem Sönke-Nissen-Koog?
      Sönke Nissen: Bislang galt der nordfriesische Ingenieur als fortschrittlicher Pioniergeist. Er baute Anfang des letzten Jahrhunderts im staatlichen Auftrag Eisenbahnen im damaligen Deutsch-Südwestafrika, heute Namibia. Mit dem Geld, das er dort verdient hatte, kehrte er zurück und unterstützte in seiner Heimat die Bauern dabei, der Nordsee Land mit Deichbau abzuringen. Er gab so viel, dass ein ganzer Koog nach ihm benannt wurde: der Sönke-Nissen-Koog. Bis heute ein norddeutsches Idyll. Doch jetzt zeigen historische Forschungen, dass Sönke Nissen beim Gleisbau in Afrika Zwangsarbeiter beschäftigt und deren Leiden und Sterben für den Erfolg des Eisenbahnbaus in Kauf genommen hat. Er war Kolonialherr. Wie umgehen mit den dunklen Schatten der Vergangenheit? Das "Kulturjournal" ist auf dem Sönke-Nissen-Koog unterwegs und fragt nach dem richtigen Umgang mit dem kolonialen Erbe.

      • Brauchen wir einen Denkmalsturz? Hamburg und sein koloniales Erbe

      Was tun mit den Denkmälern von Kolonialherren und Sklavenhändlern? In Hamburg gibt es zahlreiche Zeugnisse des kolonialen Erbes. Darunter Straßen, die nach Männern benannt sind, die in der Kolonialzeit Verbrechen begangen haben. Initiativen wehren sich schon lange gegen diese zweifelhaften Ehrungen, auch das "Kulturjournal" hat schon darüber berichtet. Passiert ist bislang wenig. Doch jetzt wird im Zusammenhang mit der Black-Lives-Matter-Bewegung intensiv über diese Frage diskutiert. Und auch über das große Bismarck- Denkmal in Hamburg wird gestritten. Schließlich habe der Politiker, so Kritiker, Deutschland zum Kolonialreich gemacht. Das "Kulturjournal" begleitet Millicent Adjei, die sich in verschiedenen kritischen Dekolonisierungsbewegungen in Deutschland engagiert, durch Hamburg, und sie erklärt, warum sie einen anderen Umgang mit unserer Geschichte fordert.

      • Iris Berben wird 70 Jahre alt

      Ihren ersten Fernsehauftritt hatte sie im NDR: In einem Beitrag über Hippies von 1967 ist Iris Berben zu sehen, wie sie Blumen verteilt. Danach folgten Rollen in legendären Serien wie "Die himmlischen Schwestern", "Sketchup", "Rosa Roth" sowie zahlreiche Kino- und Fernsehfilme. Iris Berben ist seit Jahrzehnten eine der erfolgreichsten Schauspielerinnen in Deutschland und eine öffentliche Figur: Sie engagiert sich politisch, mischt sich ein. Und sie gilt noch immer als eine der attraktivsten Frauen, auch wenn sie manchmal bewusst gegen dieses Image angespielt hat. Am 12. August wird Iris Berben 70 Jahre alt. Das Erste zeigt aus diesem Anlass ebenfalls am 12. August den Fernsehfilm "Mein Altweibersommer" (20.15 Uhr). Darin spielt Iris Berben eine Frau, die im Leben noch einmal neu anfangen will. Das "Kulturjournal" spricht mit der Ausnahmeschauspielerin über ihre Karriere: "Ich habe geliefert", sagt sie.

      • Lisa Eckhart und das Harbour Front Literaturfestival - Warum die Kabarettistin nicht auftreten darf

      Eigentlich sollte Lisa Eckhart Mitte September an einem Literaturwettbewerb in Hamburg teilnehmen. Eigentlich. Doch dann wurde die österreichische Kabarettistin vom Harbour Front Literaturfestival, auf dem sie aus ihrem neusten Buch lesen sollte, wieder ausgeladen. Denn der Veranstalter erhielt Warnungen, dass eine Veranstaltung mit ihr gesprengt werden könne unter Gefährdung der Beteiligten. Durch potenzielle Gewalt von links. Nur warum? Der Grund ist ein Auftritt von Lisa Eckhart, der fast zwei Jahre her ist. Im September 2018 trat sie in der Sendung "Mitternachtsspitzen" im WDR auf und ging darauf ein, dass einige prominente "MeToo"-Verdächtige Juden seien. Ihre Erkenntnis: "Denen geht ́s wirklich nicht um Geld. Denen geht ́s um die Weiber, und deshalb brauchen sie das Geld." Es sei "nur gut und recht, wenn wir den Juden jetzt gestatten, ein paar Frauen auszugreifen. Mit Geld ist ja nichts gutzumachen." Einige jüdische Organisationen kritisierten diesen Auftritt, Eckhart wurde Antisemitismus unterstellt. Und nun hat mögliche Gewalt zuerst verhindert, dass sie in Hamburg bei der Veranstaltung auftreten wird. Gerade am Wochenende dann aber der Sinneswandel: Nun soll sie doch auftreten. Was denn nun?
      Das "Kulturjournal" spricht mit dem Veranstalter Nikolaus Hansen und einem Vertreter des Bundesverbands der Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus e.V. über die Ausladung.

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