• 12.02.2020
      00:00 Uhr
      Bücherjournal Moderation: Julia Westlake | NDR Fernsehen
       

      Themen:

      • Das Ende der Menschheit? - Ein Hamburger Wissenschaftler schreibt über das Artensterben
      • Wenn Jugendliche sich in Waschbären verwandeln - Der neue Roman von Thomas Brussig
      • Sehnsucht, Sex und Traurigkeit - Das Aufreger-Buch "Drei Frauen"
      • Suche nach dem Vater - Nora Gantenbrink als Gast im Bücherjournal
      • "Die Schande Europas" - Jean Zieglers Buch über die Flüchtlinge auf Lesbos
      • "Akkord der Welt" - Eine neue Biografie über Ludwig van Beethoven
      • Gegen das Schubladendenken - Kübra Gümüsay und ihr Buch "Sprache und Sein"

      Nacht von Dienstag auf Mittwoch, 12.02.20
      00:00 - 00:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Themen:

      • Das Ende der Menschheit? - Ein Hamburger Wissenschaftler schreibt über das Artensterben
      • Wenn Jugendliche sich in Waschbären verwandeln - Der neue Roman von Thomas Brussig
      • Sehnsucht, Sex und Traurigkeit - Das Aufreger-Buch "Drei Frauen"
      • Suche nach dem Vater - Nora Gantenbrink als Gast im Bücherjournal
      • "Die Schande Europas" - Jean Zieglers Buch über die Flüchtlinge auf Lesbos
      • "Akkord der Welt" - Eine neue Biografie über Ludwig van Beethoven
      • Gegen das Schubladendenken - Kübra Gümüsay und ihr Buch "Sprache und Sein"

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Katja Theile
      Moderation Julia Westlake
      Redaktionelle Leitung Christoph Bungartz
      Redaktion Niels Grevsen

      Das Ende der Menschheit? Ein Hamburger Wissenschaftler schreibt über das Artensterben
      Es ist eine düstere Zukunftsvision: Der Hamburger Wissenschaftler Matthias Glaubrecht schreibt in seinem aktuellen, umfangreichen Buch über "Das Ende der Evolution". Selbst wenn wir den drohenden Klimawandel aufhalten sollten, so gibt es zwei weitere fundamentale Bedrohungen für unseren Planeten: das Artensterben und der unkontrollierte Bevölkerungswachstum. Wenn sie weitergehen wie bisher, wird ein Leben auf der Erde unmöglich.  Matthias Glaubrecht ist Professor für Biodiversität und Gründungsdirektor des Hamburger Centrums für Naturkunde der Universität Hamburg. Im Bücherjournal spricht er über die großen Bedrohungen der Zukunft und darüber, wie wir den Kollaps vielleicht doch noch verhindern können.

      Wenn Jugendliche sich in Waschbären verwandeln - Der neue Roman von Thomas Brussig
      Zwei Waschbären, eine Autowaschanlage und Popstar Ed Sheeran - sie spielen die Hauptrollen in dem Roman "Die Verwandelten" von Thomas Brussig. Mitten in Mecklenburg träumen zwei Jugendliche davon, mit selbstgedrehten Youtube-Videos berühmt zu werden. Dann passiert Unglaubliches: Durch eine Anleitung im Internet verwandeln sie sich in Waschbären! Die Eltern sind geschockt, wittern dann aber das große Geschäft mit den Hybridwesen. Ebenso Rechtsanwälte und Fernsehleute. Alle wollen die Weltsensation aus Mecklenburg vermarkten - bis plötzlich Ed Sheeran auftaucht und die Waschbär-Show durcheinanderbringt. Schriftsteller Thomas Brussig, bekannt geworden durch seine Bücher "Helden wie wir" und "Am kürzeren Ende der Sonnenallee", hat eine groteske Gesellschafts- und Mediensatire geschrieben. Und gleichzeitig einen Roman über die Frage, was wichtig ist im Leben. "Die Verwandelten" ist unser NDR Buch des Monats.

      Sehnsucht, Sex und Traurigkeit - Das Aufreger-Buch "Drei Frauen"
      Mit ihrem Sensationsdebüt "Three Women - Drei Frauen" ist Lisa Taddeo in den USA einer der ganz großen Sachbuch-Hits gelungen. Das Buch stand auf Platz 1 der Bestsellerliste der "New York Times", wochenlang diskutierte das Land über die polarisierenden Geschichten der drei real existierenden Frauen, die von Taddeo porträtiert werden. Minutiös beschreibt sie die Sehnsüchte, die Sexualität und letztlich auch das Scheitern ihrer Protagonistinnen - in einem Amerika, das immer noch hin und her pendelt zwischen strenger Prüderie und manischer Übersexualisierung. In einer Sprache, die mal schonungslos präzise schwierige Gefühlswelten auslotet, dabei aber Klischees, Geschlechterstereotypen und kitschigen Metaphern nicht immer entgeht. Literarisch verdichtet, manchmal einem Roman näher als dem Sachbuch. Inzwischen ist "Three Women - Drei Frauen" auf Deutsch erschienen und auch hier ein Besteller. Aber ist der Hype auch berechtigt? Wie gut ist das Buch tatsächlich?

      Suche nach dem Vater - Nora Gantenbrink als Gast im Bücherjournal
      Er wollte ein freies Leben voller Abenteuer. Flüchtete vor der Enge des Elternhauses und vor ihrem Wurstwaren-Geschäft. Er ging auf Reisen, liebte Frauen und auch Drogen. "Dad" war alles andere als ein Vorzeige-Vater. Er war der Hippie-Vater, der ständig abwesend war und dann viel zu früh starb. Die Schriftstellerin und Journalistin Nora Gantenbrink hat sich Jahre nach seinem Tod auf die Spur ihres Vaters begeben, ist unter anderem nach Indien und Thailand gereist, um mehr über ihn zu erfahren. In ihrem Roman "Dad" erzählt sie vom Leben und Sterben ihres Vaters, und auch von ihrem eigenen Leben in Hamburg auf St. Pauli. "Dad" erscheint am 18. Februar.

      "Die Schande Europas" - Jean Zieglers Buch über die Flüchtlinge auf Lesbos
      In Moria auf der griechischen Insel Lesbos befindet sich das größte Flüchtlingslager Europas. Mittlerweile leben hier 18.000 Menschen. Provisorisch, ohne sanitäre Versorgung, ohne Perspektive. Jean Ziegler, Soziologe, Publizist und Autor, reiste im Mai 2019 dorthin. Er besucht das Lager im Auftrag der UNO, um Verstöße gegen die Menschenrechte, vor allem gegen das Recht auf Asyl zu dokumentieren. Was er in dem Flüchtlingslager erlebte, das schildert der 85-Jährige in seinem Buch: "Die Schande Europas" (C. Bertelsmann). Es ist ein kämpferisches Buch geworden, das gleichzeitig ein Appell an die Politik der EU ist.

      "Akkord der Welt" - Eine neue Biografie über Ludwig van Beethoven
      Der meistgespielte Komponist der Welt lebte bescheiden: Er kleidete sich nachlässig, seine Haare waren verfilzt, der Nachttopf unter dem Bett war oft nachmittags noch nicht geleert, in seine Wiener Wohnung regnete es hinein. Berühmt ist sein grimmiger Blick. Und wütend teilte er aus, vor allem gegen den Adel. Seinem Gönner Karl von Lichnowsky rief er zu: "Fürst, was Sie sind, sind Sie durch Zufall. Was ich bin, bin ich durch mich!" Der Künstler, der schon mit 28 Jahren einen schleichenden Hörverlust erlebte und am Ende seines Lebens taub war, wollte für die Nachwelt schreiben, und es ist ihm mehr als gelungen. Selbstbewusst bricht er mit den Regeln des zeitgenössischen Komponierens, herausragend seine Sinfonien, Klavierkonzerte, Sonaten und "Fidelio", seine einzige Oper. In diesem Jahr feiert die Welt Ludwig van Beethovens 250. Geburtstag. Zu diesem Anlass erscheint am 17. Februar die Beethoven-Biografie "Akkord der Welt" (Hanser) von Matthias Henke.

      Gegen das Schubladendenken - Kübra Gümüsay und ihr Buch "Sprache und Sein"
      Achtung, Schubladen: Kübra Gümüsay ist gläubige Muslima, Feministin, Mutter, Bloggerin, Aktivistin, Journalistin. Aber vor allem ist sie ein ganz einzigartiger Mensch. Immer wieder hört sie: Kopftuchträgerin. Aber was heißt das schon? Stereotypen, sagt Gümüsay, machen unsere Welt und unsere Wahrnehmung klein und eng. Und das hat Auswirkungen auf uns, auf die Gesellschaft. Schon lange setzt sie sich für Gleichberechtigung ein, für eine andere Art des miteinander und übereinander Sprechens. In ihrem ersten Buch "Sprache und Sein" (Hanser Berlin) zeigt sie, wie Menschen als Individuen unsichtbar werden, wenn sie immer nur als Teil einer Gruppe gesehen werden und sich nur als solche äußern dürfen. Doch wie können Menschen wirklich als Menschen sprechen? Wie können alle Menschen in einer Zeit der immer härteren, hasserfüllten Diskurse anders miteinander kommunizieren?

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