• 11.02.2020
      23:30 Uhr
      Weltbilder Moderation: Julia-Niharika Sen | NDR Fernsehen Mediathek
       

      Themen:

      • China: Coronavirus breitet sich weiter aus
      • Südkorea: Senioren entern die Laufstege
      • Tschechien: Traumjob Hausmeister im Atombunker
      • Österreich: Renaissance der Nachtzüge
      • Schweden: Jäger gegen Samen
      • Frankreich: Rentnerhilfe, neue Aufgaben für Postboten

      Dienstag, 11.02.20
      23:30 - 00:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Themen:

      • China: Coronavirus breitet sich weiter aus
      • Südkorea: Senioren entern die Laufstege
      • Tschechien: Traumjob Hausmeister im Atombunker
      • Österreich: Renaissance der Nachtzüge
      • Schweden: Jäger gegen Samen
      • Frankreich: Rentnerhilfe, neue Aufgaben für Postboten

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Tobias Jahn
      Redaktionelle Leitung Clas Oliver Richter
      Redaktion Christiane Justus
      Nicole Bölhoff
      • China: Coronavirus breitet sich weiter aus

      Inzwischen sind am Coronavirus mehr Menschen gestorben als an der SARS-Epidemie vor 18 Jahren. Die Menschen in China sind zunehmend ungehalten über das Krisenmanagement der Regierung in Peking. Trotz rigider Zensur wird immer deutlicher, dass frühzeitige Informationen über den Ausbruch des Virus unterdrückt, dass Warnungen von Experten ignoriert und vertuscht wurden. Wie gefährlich ist Corona für die Machthaber in Peking? Ist der Höhepunkt der Ausbreitung inzwischen erreicht? Die "Weltbilder" berichten über die aktuelle Situation.

      • Südkorea: Senioren entern die Laufstege

      "Ich will ins Guinness Buch der Rekorde, als erste 100-Jährige auf High Heels", sagt Cho Yoon Cho. Sie ist Mitte 60 und Modelschülerin. Und ihr Mitschüler Kwon Yeong Chai ergänzt: "Ich habe mein Leben lang auf dem Bau gearbeitet, jetzt ist Zeit für etwas Eleganz." Modelkurse für Senioren. Ziel: eine zweite Karriere oder einfach nur etwas tun für das Selbstwertgefühl. Südkoreas alternde Gesellschaft hat eine schwere Zukunft vor sich. In keinem Land der Welt altert die Bevölkerung derzeit schneller. Die Sozialsysteme versagen. Doch die zunehmende Zahl der Alten fühlt sich jünger. "Diese Generation, die Frauen vor allem, haben stets das Wohl ihrer Kinder gesehen, sagt auch die Chefin der Modelagentur. "Jetzt tun sie zum ersten Mal etwas für sich."

      • Tschechien: Traumjob Hausmeister im Atombunker

      Miroslav Nedved ist gelernter Heizungsbauer. Früher kam er mit seinen Kollegen nicht wirklich klar. Er sehnte sich nach einem Job, wo er ganz in Ruhe arbeiten konnte. Den hat er nun seit fast 50 Jahren. Nedved ist Hausmeister in einem Prager Atombunker. Sein Job ist einsam, aber krisensicher. So bereitet sich Miroslav Nedved auch 30 Jahre nach Ende des Kalten Krieges auf den Atomschlag vor, Tag für Tag. Alles muss er regelmäßig kontrollieren: 48 nie benutzte Toiletten, Gänge von 2,5 Kilometer Länge, endlose Rohrleitungen und zwei 60 Jahre alte Schiffsdiesel für die Belüftung. Für den Erhalt des Bunkers braucht man einen echten Einzelgänger wie Miroslav Nedved. Sein Job: 20 Meter unter der Erde, ohne Tageslicht, ohne Handyempfang, und meistens allein. Seine Topfpflanzen gehen regelmäßig ein, berichtet Nedved. Hat er seinen Traumjob? Ja, sagt Nedved, wenn er nicht gebraucht werde, habe die Welt über ihm doch alles richtig gemacht.

      • Österreich: Renaissance der Nachtzüge

      Für manche ist es eine Kindheitserinnerung, für andere einfach eine besonders schöne, entschleunigte Form des Reisens: die Fahrt mit dem Nachtzug. Die Deutsche Bahn hat ihre Schlafwagen abgeschafft. Die Strecken übernommen haben die Österreicher. Bei der ÖBB werden die Nachtzüge gerade, auch mit dem Blick auf die Klimabilanz, wiederbelebt. Auf neuen Strecken und mit neuen Konzepten, kreuz und quer durch Europa. Cornelia Kolden ist mitgefahren.

      • Schweden: Jäger gegen Samen

      Die Ureinwohner des Nordens haben selten etwas zu feiern. Die Samen zogen bisher meistens den Kürzeren, wenn auf ihrem Land Straßen, Bergwerke oder Windmühlen gebaut wurden. Doch nun kommt Hilfe von unerwarteter Seite. Eine Kooperative von Rentierbesitzern aus Kiruna hat vor Kurzem einen historischen Sieg vor Gericht gewonnen. Zehn Jahre lang wurde gestritten. Das höchste Gericht hat den Samen die Fischerei und Jagdrechte für ein zentrales Stück in Lappland zugesprochen. Das Urteil passt bei Weitem nicht allen, vor allem die Jäger laufen Sturm. Der Sieg der einen ist auch die Niederlage der anderen. Und es geht um mehr als nur Jagdscheine! Es geht um die uralte Frage, wem das Land gehört. Der schwedische Staat sieht sich als Besitzer des Landes. Die Samen sagen aber, sie hatten diese Rechte schon, bevor der Staat anfing zu existieren. Er kann diese Rechte also gar nicht besitzen. Schweden ist völkerrechtlich dazu verpflichtet, die Rechte seiner samischen Urbevölkerung zu schützen. Doch im Gegensatz zu den Nachbarländern Norwegen und Dänemark hat das Land die dafür entscheidende Konvention 162 der Vereinten Nationen bis heute nicht unterzeichnet.

      • Frankreich: Rentnerhilfe, neue Aufgaben für Postboten

      Simone Fabre freut sich jeden Dienstag auf ihren Besuch. Die 72-Jährige lebt allein in einer schmucklosen Vorortsiedlung im Luberon, nicht weit von Avignon entfernt. Sie kennt hier kaum jemanden, ihre Nachbarn bekommt sie selten zu Gesicht. Da springt die Post ein. Immer dienstags klopft der Briefträger und schaut bei Simone Fabre vorbei: Eric Arias ist ihr Draht zur Außenwelt. Der Postbote unterhält sich mit ihr, fragt, ob sie etwas braucht, organisiert notfalls Hilfe. Ein Service der französischen Post, für den Simone Fabre gern bezahlt und den landesweit 9.000 Menschen in Anspruch nehmen. "Für Alleinstehende wie mich: keine Kinder, kein Mann, keine Geschwister, ist das eine gute Sache. Ich bin sehr zufrieden mit der Post", sagt sie. Und wenn es mal Probleme gibt, Simone etwas benötigt, Éric kann es sofort besorgen: Arzt, Krankenwagen, je nachdem. Auch das gehört zum Service!

      Die Weltbilder blicken Woche für Woche bis zum Horizont und weiter. Sie erzählen die wichtigen Geschichten aus dem Ausland: bildstark und informativ. Julia-Niharika Sen zeigt zusammen mit den ARD-Korrespondenten weltweit den Alltag der Menschen im nahen und fernen Ausland: in packenden Reportagen, spannenden Geschichten und berührenden Porträts.

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