• 23.08.2019
      01:55 Uhr
      Kulturjournal Moderation: Julia Westlake | NDR Fernsehen
       

      Themen:

      • Urlaub auf der Baustelle: Bauboom in Travemünde
      • Das Wasser bis zum Hals: Fotos von Flutopfern
      • Riesige Kunst: der größte Skulpturenpark in Mecklenburg-Vorpommern
      • Roboter statt Schauspieler: eine unheimliche Theaterinszenierung
      • Kampf dem Patriarchat: der Roman "Miroloi" von Karen Köhler
      • Wahr. Schön. Gut: Julia Westlake und der Kulturaufreger der Woche

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 23.08.19
      01:55 - 02:30 Uhr (35 Min.)
      35 Min.

      Themen:

      • Urlaub auf der Baustelle: Bauboom in Travemünde
      • Das Wasser bis zum Hals: Fotos von Flutopfern
      • Riesige Kunst: der größte Skulpturenpark in Mecklenburg-Vorpommern
      • Roboter statt Schauspieler: eine unheimliche Theaterinszenierung
      • Kampf dem Patriarchat: der Roman "Miroloi" von Karen Köhler
      • Wahr. Schön. Gut: Julia Westlake und der Kulturaufreger der Woche

       

      Stab und Besetzung

      Produktion Katja Theile
      Moderation Julia Westlake
      Redaktionelle Leitung Christoph Bungartz
      • Urlaub auf der Baustelle: Bauboom in Travemünde

      Der aktuelle Bauboom an der Ostseeküste krempelt viele Orte in Schleswig-Holstein um, zu lange waren sie im Zeitalter der 1970er-Jahre stehen geblieben. Neue Resorts sprießen aus dem Boden, 15 neue Beach Lounges gibt es entlang der Küste, das kurbelt den Tourismus an. Den Bedarf nicht nur decken, sondern steigern, das ist seit Jahren das erklärte Ziel an der Ostseeküste Schleswig-Holsteins. Das Land hat Millionen ausgegeben und Investoren hierher gelockt. 2018 wurden bereits mehr als 30 Millionen Übernachtungen gezählt, 2019 könnte das zehnte Rekordjahr in Folge werden. Der Preis des Booms: monotone Architektur, Verkehrschaos, hohe Mieten. Auf den Massentourismus im Sommer folgen Geisterstädte im Winter, sogenannte "Rollo-Siedlungen". Einheimische können sich das Wohnen in den Badeorten nicht mehr leisten und befürchten eine "Versyltung" ihrer Heimat, Natur wird zugebaut. Das "Kulturjournal" zeigt den Konflikt am Beispiel eines Großprojekts in Priwall bei Travemünde.

      • Das Wasser bis zum Hals: Fotos von Flutopfern

      Wie sich der Klimawandel auswirkt, ist bekannt: extreme Wettersituation, schmelzende Pole, ein stetig steigender Meeresspiegel. Der aus Südafrika stammende Fotograf Gideon Mendel hat sich zur Aufgabe gemacht, die drastischen Folgen des Klimawandels zu dokumentieren. Für sein Langzeitprojekt "Drowning World" fotografiert er seit 2007 Überlebende von Flutkatastrophen. Den Porträtierten steht das Wasser buchstäblich bis zum Hals, in einer ertrinkenden Welt. Mendels Protagonisten haben ihr Hab und Gut verloren, viele werden nie in ihr Heim zurückkehren können. Sie schauen dem Betrachter direkt in die Augen, umspült von den dreckigen Fluten. Es sind Bilder von tiefer Menschlichkeit in einer dystopischen Welt. Die Menschen auf seinen Fotos leben nicht nur in besonders stark betroffenen Weltregionen und Ländern wie Brasilien, Bangladesch oder Indien. Mendel zeigt Opfer der immer häufiger auftretenden Überschwemmungen in Großbritannien, Frankreich oder auch Deutschland.

      • Riesige Kunst: der größte Skulpturenpark in Mecklenburg-Vorpommern

      Spielt hier die Kunst mit der Natur oder die Natur mit der Kunst? In Katzow (Mecklenburg-Vorpommern), fernab jeder Metropole, liegt einer der größten Skulpturenparks in Europa. Auf einer Fläche von 30 Hektar kann man hier Tag und Nacht mehr als 100 Kunstwerke besichtigen. Betrieben wird der Park von Bildhauer Thomas Radeloff. 1991 hat er die ersten Werke ausgestellt. Mit abstrakten Formen wollte er damals ein Statement setzen gegen die gegenständliche Kunst der DDRZeit. Seitdem lädt er einmal im Jahr andere Künstlerinnen und Künstler nach Katzow ein. Gemeinsam fertigen sie neue Skulpturen. So wächst der Park Jahr für Jahr.

      • Roboter statt Schauspieler: eine unheimliche Theaterinszenierung

      Ist das etwa die Zukunft des Theaters? In der Inszenierung "Uncanny Valley" agieren keine Schauspieler auf der Bühne, sondern ein Roboter. Er sieht dem Schriftsteller Thomas Melle (fast) zum Verwechseln ähnlich und er spricht sitzend und gestikulierend einen Text, den Melle selbst geschrieben und eingesprochen hat. Darin geht es um die persönliche Geschichte seiner bipolaren Störung, aber auch um Fragen über unser Verhältnis zu Robotern: Können sie den Menschen irgendwann ersetzen? Was unterscheidet den Menschen eigentlich von der Maschine? Wie sehr ist man selbst in seinem Verhalten vorhersehbar und programmiert? "Uncanny Valley" ist eine Inszenierung des Theaterkollektivs Rimini Protokoll und wird beim Internationalen Sommerfestival auf Kampnagel in Hamburg gezeigt (Aufführungen: 21. - 25. August). Der Titel heißt übersetzt übrigens "unheimliches Tal". Mit dem Begriff benennt man das Phänomen, dass man Kopien von Menschen nicht unbedingt sympathischer findet je ähnlicher sie ihm sind. Das "Kulturjournal" stellt diese unheimliche Begegnung im Theater vor.

      • Kampf dem Patriarchat: der Roman "Miroloi" von Karen Köhler

      Dieser Roman sticht heraus aus den aktuellen Neuerscheinungen: Er erzählt von einer ganz eigenen und fremden Welt, in einer eigenen Sprache und ist dabei doch ganz gegenwärtig. Denn es geht um aktuelle Themen: Fundamentalismus, Religion als Machtausübung, den Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung. Die Hamburger Schriftstellerin Karen Köhler erzählt in ihrem Roman "Miroloi" von einer Inselgemeinschaft, die sich von der Zivilisation abgeschottet hat: Die Männer regieren, die Frauen dürfen weder lesen noch schreiben. Die Religion schreibt die Gesetze vor und auch die brutalen Strafen, wenn gegen sie verstoßen wird. Eine einzelne Frau lehnt sich auf gegen diese patriarchale Gesellschaft und nimmt den Kampf mit den Männern auf. "Miroloi" (Hanser Verlag) ist ein Buch, das durch Form und Inhalt polarisieren wird, das "NDR Buch des Monats" (ndr.de/buchdesmonats).

      • Wahr. Schön. Gut: Julia Westlake und der Kulturaufreger der Woche

      Wer hat besonders aufgeregt? Was hat amüsiert? Und wo lauert die nächste Gefahr für Kunst, Kultur und Gesellschaft? Julia Westlake kommentiert den kulturellen Aufreger der Woche. Sie sucht das Wahre, Schöne, Gute und findet oft das Gegenteil.

      Das Kulturjournal berichtet über Neues aus der norddeutschen und internationalen Kulturszene.

      Wird geladen...
      Wird geladen...

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 27.01.2020