• 28.08.2012
      20:15 Uhr
      Geheimnisvolle Orte Die Oranienburger Straße | rbb Fernsehen
       

      Wenn die Touristen heute durch die Oranienburger Straße strömen, wähnen sich viele von ihnen im angesagten Scheunenviertel. Damit sind sie einer Falschinformation aufgesessen, verbreitet schon vor über 70 Jahren, von den Nationalsozialisten. Die haben nämlich den negativ besetzten Begriff "Scheunenviertel" einfach auf die Spandauer Vorstadt ausgeweitet. Die große Synagoge deutet an, dass in diesem Viertel die wohlhabenden Juden gelebt haben. Die Nazis wollten diesen Berliner Kiez mit den Attributen "Kriminalität, Armut und Prostitution" belegen und nannten ihn Scheunenviertel. Der Irrtum hat sich bis heute gehalten.

      Dienstag, 28.08.12
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Wenn die Touristen heute durch die Oranienburger Straße strömen, wähnen sich viele von ihnen im angesagten Scheunenviertel. Damit sind sie einer Falschinformation aufgesessen, verbreitet schon vor über 70 Jahren, von den Nationalsozialisten. Die haben nämlich den negativ besetzten Begriff "Scheunenviertel" einfach auf die Spandauer Vorstadt ausgeweitet. Die große Synagoge deutet an, dass in diesem Viertel die wohlhabenden Juden gelebt haben. Die Nazis wollten diesen Berliner Kiez mit den Attributen "Kriminalität, Armut und Prostitution" belegen und nannten ihn Scheunenviertel. Der Irrtum hat sich bis heute gehalten.

       

      Dieser "Geheimnisvolle Ort" bietet viel Erzählenswertes: Von einer Touristenmeile, die in aller Munde ist und eine Geschichte besitzt, die es in sich hat. Hier befindet sich z. B. nicht nur der bekannteste Straßenstrich der Stadt, hier wurde die Redewendung "auf den Strich gehen" geboren! Ein Strich mitten auf der Oranienburger trennte einst Männer- und Frauenprostitution.

      Gegenüber wird das wohl spektakulärste Bauprojekt Berlins begonnen. Auf einer Grundstückfläche von 31.000 Quadratmetern soll das "Forum Museumsinsel" entstehen. Mit der Restaurierung von acht denkmalgeschützten Gebäuden und einem neuen zentralen Stadtplatz wird Berlin ein einmaliges Ensemble bekommen.
      Unweit von diesem Ort der Moderne steht das Kunsthaus Tacheles für das Subversive und die Undergroundkultur des neuen Berlins. Auch dieses Gebäude steckt voller Geschichte. Der Ursprung des Baus aber stand für anderen Glanz. Die "Friedrichstraßen-Passage" wollte das Prinzip des Warenhauses und der Passage miteinander verbinden. Die vielen kleinen Geschäfte, deren Vereinigung das vom Initiator des Unternehmens, Otto Markiewicz, geplante Spezialwarenhaus darstellte, sollten deshalb optisch nicht voneinander getrennt werden, wie es bei der Passage normalerweise der Fall war. Vielmehr sollten alle Räume, wie in den anderen führenden Warenhäusern, ineinander übergehen.

      Das Verkaufsmodell in der neuen, auch heute noch für amerikanische "Malls" aktuellen Organisationsform, versagte jedoch im Berlin der Kaiserzeit. Bereits ein halbes Jahr nach der Fertigstellung der Bauanlage im August 1908 musste das Passage-Kaufhaus Konkurs anmelden. Wolf Wertheim mietete den gesamten Komplex im Frühjahr 1909 an und eröffnete hier ein Warenhaus. Jedoch blieb auch diesem Unternehmen der dauerhafte Erfolg versagt: die hohen Mietforderungen der Eigentümergesellschaft führte Anfang 1914 ebenfalls zur Geschäftsaufgabe.
      Die Große Synagoge, der Monbijoupark, das kaiserliche Postfuhramt, fast an jeder Ecke der Oranienburger Straße finden sich Orte voller Geheimnisse.

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