• 27.05.2012
      01:25 Uhr
      Die Hölle von Henri-Georges Clouzot Dokumentarfilm Frankreich 2009 (L'enfer d'Henri-Georges Clouzot) - Die lange Filmnacht: Romy Schneider | rbb Fernsehen
       

      1964 begann der französische Meisterregisseur Henri-Georges Clouzot mit den Dreharbeiten zu seinem Psychothriller "Die Hölle". In der Hauptrolle: Romy Schneider, damals auf dem Weg nach ganz oben. Doch was Clouzots Meisterwerk und Schneiders fulminanter Abschied vom "Sissi"-Image hätte werden sollen, wurde für alle Beteiligten zu einem ganz realen Albtraum, als die Dreharbeiten außer Kontrolle gerieten.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 27.05.12
      01:25 - 03:00 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      Stereo

      1964 begann der französische Meisterregisseur Henri-Georges Clouzot mit den Dreharbeiten zu seinem Psychothriller "Die Hölle". In der Hauptrolle: Romy Schneider, damals auf dem Weg nach ganz oben. Doch was Clouzots Meisterwerk und Schneiders fulminanter Abschied vom "Sissi"-Image hätte werden sollen, wurde für alle Beteiligten zu einem ganz realen Albtraum, als die Dreharbeiten außer Kontrolle gerieten.

       

      Der französische Filmkritiker Serge Bromberg hat sich auf eine filmhistorische Entdeckungsreise begeben und aus den damals gedrehten 15 Stunden Film sowie aus aktuellen Interviews die Dreharbeiten von Clouzots unvollendetem Filmprojekt rekonstruiert. Der aufwändig realisierte Dokumentarfilm beeindruckt mit bislang nie gezeigtem Filmmaterial der damals 25-jährigen Romy Schneider.

      Als der französische Meisterregisseur Henri-Georges Clouzot, berühmt für Thriller wie "Der Rabe" (1943), "Lohn der Angst" (1953) und "Die Teuflischen" (1955), 1963 mit Probeaufnahmen für "Die Hölle" beginnt, ist das Projekt noch als günstig produzierter, experimenteller Psychothriller konzipiert. Als jedoch US-amerikanische Finanziers der Columbia Pictures dem Filmemacher unbegrenzte Geldmittel bewilligen, geraten die 1964 begonnenen Dreharbeiten zur Katastrophe. Clouzot probiert zeitaufwendige Experimente mit neuen technischen Tricks aus, setzt innovative farbliche Verfremdungseffekte ein, verwirft wieder und wieder den Drehplan und treibt mit seinem Perfektionismus Techniker wie Schauspieler an den Rand des körperlich Möglichen. Speziell die Darsteller - in den Hauptrollen die aufstrebende österreichisch-deutsche Schauspielerin Romy Schneider ("Sissi") und der französisch-italienische Schauspieler Serge Reggiani (u. a. "Pforten der Nacht", "Der Teufel mit der weißen Weste" und "Der Leopard") - erleben ihre persönliche Hölle beim Dreh. Nach zermürbenden Wochen der Arbeit verlässt Reggiani schließlich im Streit den Set für immer. Clouzot dreht ohne männlichen Hauptdarsteller weiter, erleidet schließlich jedoch einen Herzinfarkt. Der Dreh wird endgültig abgebrochen, "Die Hölle" bleibt unvollendet.

      Aus dem 1964 gedrehten, knapp 15-stündigen Filmmaterial hat der französische Filmkritiker Serge Bromberg die katastrophalen Dreharbeiten von Clouzots unvollendetem Meisterwerk rekonstruiert. Aktuelle Interviews mit den damals beteiligten Technikern sowie eine Lesung des Drehbuchs ergänzen das spannende Stück Filmgeschichte, das vom visionären gestalterischen Genie Clouzots ebenso wie von der Maßlosigkeit des Filmemachers zeugen. Das bislang nie öffentlich präsentierte Filmmaterial von Clouzots Versuch eines "kinetischen Kinos" zeigt noch heute revolutionäre Experimente mit Farbe und optischen Manipulationen des Filmbildes, irreale Traumsequenzen, berückende und schockierende Bilder sowie innovative frühe Versuche im Sounddesign. Und vor allem: beeindruckende Aufnahmen von Romy Schneider, damals mit 25 Jahren auf der Suche, das ungeliebte "Sissi"-Image loszuwerden, und bereit, für Clouzots Film alles zu geben.

      Im Rahmen der langen Filmnacht: Romy Schneider folgt im Anschluss noch "Die Bankiersfrau" aus dem Jahre 1980.

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 27.05.12
      01:25 - 03:00 Uhr (95 Min.)
      95 Min.
      Stereo

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