• 25.05.2012
      01:00 Uhr
      Drunter & Drüber (2/2) Wie die sexuelle Revolution die Rollenbilder in Bewegung brachte - Männer und Frauen 40 Jahre nach der sexuellen Revolution | rbb Fernsehen
       

      40 Jahre nach der sexuellen Revolution haben sich die Männer- und Frauenrollen verändert, zwischenmenschliche Beziehungen werden im Zeitalter von Internet-Dating und der endgültigen Auflösung traditioneller Rollenmuster in allen Generationen neu definiert. Eine Bestandsaufnahme des Kampfes der Geschlechter vierzig Jahre nach der sexuellen Revolution.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 25.05.12
      01:00 - 01:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      40 Jahre nach der sexuellen Revolution haben sich die Männer- und Frauenrollen verändert, zwischenmenschliche Beziehungen werden im Zeitalter von Internet-Dating und der endgültigen Auflösung traditioneller Rollenmuster in allen Generationen neu definiert. Eine Bestandsaufnahme des Kampfes der Geschlechter vierzig Jahre nach der sexuellen Revolution.

       

      Vor vier Jahrzehnten setzt eine Bewegung ein, welche die älteren Menschen in Deutschland zutiefst irritierte. Junge Leute, Schüler und Studenten gehen auf die Straße und protestieren gegen den Vietnamkrieg, gegen das Schweigen der Eltern zu den Naziverbrechen, gegen Autorität und gegen gesellschaftliche Zwänge. Sie fordern eine neue, eine freie Gesellschaft, eine neue Art des Zusammenlebens. Abgeschafft werden soll dagegen alles, was unfrei macht: die Ehe, das Patriarchat, die spießige Kleinfamilie, kurzum alles, was für Enge und Unterdrückung verantwortlich gemacht wird.

      Das große Wort zu führen, das lässt sich der Kommunarden-Mann jedoch nicht so einfach nehmen. Ein paar Studentinnen sind zwar auch dabei, doch den Ton geben die männlichen Protestler an. Den Frauen bleiben zunächst die traditionellen Aufgaben vorbehalten: Sie servieren Kaffee oder Tee. Einmal ermutigt, kämpfen die Frauen weiter und fordern laut und deutlich, dass sie es mit der Gleichberechtigung tatsächlich ernst meinen.

      Die Debatte um die Reform des Schwangerschaftsabbruches vereint die Frauen in ihrem Protest gegen die Männerwelt. Der Kampf macht die Frauen selbstbewusst und mutig. Es kommt Bewegung ins festgefügte Miteinander von Mann und Frau.

      Heute sind die Frauen erfolgreich in fast alle Bereiche vorgedrungen, die früher Männern reserviert waren und bewähren sich dort mit großem Selbstbewusstsein. Einige von ihnen plädieren nun bereits für mehr Gelassenheit im Kampf der Geschlechter, um die Männer nicht ganz und gar abzuhängen: "Der Kampf ist ja vorbei", meint Samira, eine hochqualifizierte Herzchirurgin. "Wir haben ja erreicht was wir wollten. Und es gibt Leute, die haben das irgendwie noch nicht ganz begriffen. Der Kampf ist vorbei. Wir können jetzt als Frau eigentlich fast alles machen, was wir uns vorstellen: an Berufen, an Hobbys, an Möglichkeiten und das ist wahnsinnig wichtig für uns gewesen. Deswegen muss man diesen Leuten, gerade den 68er Generation, wirklich dankbar sein dafür."

      Auch die Journalistin Hanna spricht aus, was viele Frauen denken: "Die Frauen haben für sich einen Weg gefunden, weitestgehend. Klar gibt es da Probleme, aber letztlich wissen Frauen relativ genau, was sie wollen. Natürlich gibt es immer wieder Hindernisse und dann kommen sie da nicht weiter. Die Hindernisse sind vielleicht der Mann, vielleicht die Gesellschaft, vielleicht die Eltern, vielleicht das Kind. Aber letztlich haben sie eine Vorstellung davon, was ihre Rolle in der Gesellschaft ist. Und die Männer haben diese Vorstellung nicht - da müssen wir den Männern auch quasi helfen. Also wir dürfen die Männer nicht abhängen".

      Kann es wirklich sein, dass sich das "starke Geschlecht" in der Defensive befindet? Müssen sich die Herren der Schöpfung bereits organisieren, um für ihre Rechte zu kämpfen?

      Der Bundesvorsitzende der neuen Männerpartei, Peter Eisner, denkt, dass Männer in der heutigen Gesellschaft tatsächlich Defizite besitzen: "Die Männer haben es über die Jahre nicht gelernt, zu kommunizieren, zu sprechen und unsere Forderungen durchzusetzen. Frauen konnten das einfach besser - schon von der Evolution her. Wir sind zum Fischen und Jagen gegangen und da mussten wir ruhig sein, bis das Wild erlegt wurde und dann sind wir mit dem Wild zurück. Die Frauen saßen zusammen am Feuer und konnten sich so regelmäßig austauschen."

      "Drunter & Drüber - Die Deutschen 40 Jahre nach der sexuellen Revolution" ist eine zweiteilige Bestandsaufnahme des Kampfes der Geschlechter vierzig Jahre nach der sexuellen Revolution. Ein Doppel-Feature über den Wandel des Männer- und des Frauenbildes, über das neue Selbstverständnis des "starken" und des "schwachen" Geschlechts. Eine doppelte Annäherung an das größte Rätsel der Menschheit: Das Verhältnis von Frau und Mann. Natürlich unter Berücksichtigung des Sonderbiotops Deutschland mit seiner ganz besonderen Verwirrung der Gefühle. Zwei Teile geben Raum, zum einen für die Sicht des Mannes auf seine Wahrnehmung und sein Selbstverständnis und zum anderen auf die Sicht der Frau. Beides analytisch, unkonventionell, aber mit respektvoller Ironie und nicht ohne Augenzwinkern.

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      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 25.05.12
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