• 13.03.2012
      22:15 Uhr
      THADEUSZ Talk mit Jörg Thadeusz - Zu Gast: Egon Bahr | rbb Fernsehen
       

      Bei THADEUSZ verrät Egon Bahr, warum er auch mit 90 Jahren nicht von der Politik lassen kann, was ihn am Umgang mit der DDR-Vergangenheit nervt und welche Rolle Medien in der Berliner Republik spielen.

      Dienstag, 13.03.12
      22:15 - 22:45 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Bei THADEUSZ verrät Egon Bahr, warum er auch mit 90 Jahren nicht von der Politik lassen kann, was ihn am Umgang mit der DDR-Vergangenheit nervt und welche Rolle Medien in der Berliner Republik spielen.

       

      Als er politisch aktiv war, nannten sie ihn "Tricky Egon", denn er konnte angeblich wichtige Informationen sogar vor sich selbst geheim halten. Der KGB gab ihm den Namen "David". Vielleicht hatte der sowjetische Geheimdienst ja Recht, denn der Lehrersohn aus dem thüringischen Treffurt, schaffte es im Kalten Krieg den Panzer der großen Sowjetunion zu knacken. Seine Idee des "Wandels durch Annäherung" brachte die Entspannungspolitik in Gang und er wurde zum "Architekt" der Ostverträge. Zeitweise, so wird ihm nachgesagt, hatte "David" bessere Verbindungen zum Großen Bruder in Moskau als die DDR-Führung.

      Am 22. März wird "David", alias Egon Bahr, 90 Jahre alt. Was den SPD-Politiker jedoch nicht davon abhält, regelmäßig zur Arbeit ins Willy-Brandt-Haus zu fahren. Von den Nazis wegen seiner jüdischen Großmutter aus der Armee geworfen, wurde Bahr nach dem Krieg Journalist. Nach der Lehrzeit bei Berliner Zeitungen ging er zum Rundfunk im Amerikanischen Sektor. Dort, beim RIAS, war er Chefredakteur und Chefkorrespondent aus der Bundeshauptstadt Bonn. Doch irgendwann wollte Bahr mitbestimmen. Er ging mit Willy Brandt, erst nach Berlin, dann nach Bonn und wurde dessen wichtigster Mitarbeiter. "Die Neugier lässt nicht nach, und das Gehirn steht nicht still", sagt Bahr und mischt sich weiter ein, wenn ihm etwas quer kommt.

      In den vergangenen Jahren und Monaten hat er den Umgang mit der DDR-Vergangenheit immer wieder scharf angegriffen. Er würde die Stasi-Unterlagenbehörde am liebsten schließen und die Deutschen aus Ost und West wieder füreinander begeistern. Seinen Beitrag dazu hat er gerade in Buchform veröffentlicht: "Gedächtnislücken. Zwei Deutsche erinnern sich" ist ein Gesprächsprotokoll der Treffen mit seinem "Ost-Freund", dem Autor Peter Ensikat.

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      Dienstag, 13.03.12
      22:15 - 22:45 Uhr (30 Min.)
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