• 15.11.2010
      01:45 Uhr
      Klage der Ariadne rbb Fernsehen
       

      Eine ungewöhnliche Filmstudie aus dem Jahr 1993: Der Regisseur Hugo Niebeling hat das Schicksal der von Theseus verlassenen Ariadne auf einer trostlosen Duisburger Industriebrache und im festlich erleuchteten Fuggerschloss Kirchheim inszeniert.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 15.11.10
      01:45 - 02:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Eine ungewöhnliche Filmstudie aus dem Jahr 1993: Der Regisseur Hugo Niebeling hat das Schicksal der von Theseus verlassenen Ariadne auf einer trostlosen Duisburger Industriebrache und im festlich erleuchteten Fuggerschloss Kirchheim inszeniert.

       

      Stab und Besetzung

      Ariadne Helga Müller-Molinari
      Redaktionelle Zustaendigkeit Hugo Niebeling

      Aus Claudio Monteverdis Oper "Ariadne" aus dem Jahr 1608 ist als einziges Bruchstück das "Lamento d'Arianna" erhalten geblieben. Die kretische Königstochter Ariadne, die sich in den Athenischen Helden Theseus verliebt und ihm im Kampf mit dem Minotaurus beigestanden hatte, wird von ihm auf der Insel Naxos zurückgelassen. Diesem Liebesverrat gilt Ariadnes Klage, die Verse entwerfen ein Psychogramm der Verratenen und Verlassenen, in welchem Klage in Anklage, Selbstmitleid in vergebliche Hoffnung, Verzweiflung in Verwünschung umschlägt und schließlich in völliger Resignation endet.
      Hugo Niebeling präsentiert in diesem Film das Geschehen auf zwei Ebenen: Im ersten Teil, der über weite Teile auf jede Art von Musik verzichtet, irrt eine moderne Ariadne verschmutzt und zerschunden durch die Industriebrache eines ehemaligen Hüttengeländes. Der von Schreien und Verzweiflungsausbrüchen unterbrochene Monolog - von Hugo Niebeling selbst ins Deutsche übertragen - erhält als akustischen Kontrapunkt tuckernde, pumpende und zischende Geräusche, Echos einer längst vergangenen Arbeitswelt.
      Die Abblende des ersten Teils zeigt eine mit ausgebreiteten Armen im Schutt liegende Ariadne, die Aufblende des zweiten Teils zeigt die "Gekreuzigte" erneut am Boden liegen, diesmal aber in einer diametral anderen Welt: statt der Industrieruinen des Ruhrgebiets der Zedernsaal des Fuggerschlosses Kirchheim, beleuchtet durch ein Meer von Kerzen. Die Sängerin zelebriert ihr Lamento, jeder Affekt wird zur Bühnengeste, jede Körperbewegung zur Choreographie stilisiert.

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 15.11.10
      01:45 - 02:15 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

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