• 06.09.2010
      15:15 Uhr
      Der Humboldt-Nationalpark im Osten Kubas (2/2) Wo Kolumbus die Insel entdeckte | rbb Fernsehen
       

      Der Toa, der den Nationalpark im Osten durchzieht, ist der wasserreichste Fluss Kubas. An seinem Unterlauf wollten ausländische Firmen Mitte der 1990er-Jahre ein Kraftwerk bauen.

      Montag, 06.09.10
      15:15 - 16:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Der Toa, der den Nationalpark im Osten durchzieht, ist der wasserreichste Fluss Kubas. An seinem Unterlauf wollten ausländische Firmen Mitte der 1990er-Jahre ein Kraftwerk bauen.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit Cornelia Volk
      Oliver Jähnel

      Devisen und Strom hätte Kuba damals dringend benötigt, doch die Folgen für die Natur wären katastrophal gewesen. Fidel Castro persönlich hat dann das Projekt gestoppt und dafür gesorgt, dass der bereits geplante Parque Nacional Alejandro de Humboldt schnellstens Realität wurde. Unweit der Toa-Mündung ist gut 500 Jahre zuvor Christoph Kolumbus vor Anker gegangen. Wenig später gründeten die Spanier in der Barcoa-Bucht die erste Siedlung der Insel, die sich im Laufe der Zeit zur Küstenstadt Baracoa entwickelte. 40 Kilometer entfernt, an der Bahia de Taco, befindet sich das Besucherzentrum des Schutzgebietes. Angezogen vom Scheinwerferlicht umschwirren in der Dämmerung Tausende Blattnasen die Büste Alexander von Humboldts. Bis 1959 wurde der Wald an der Küste vieler seiner Schätze beraubt. Der größte Teil war im Besitz von US-Amerikanern. Schnecken, wie die farbenprächtige Polimita, benutzen die Ruinen ihrer Villen als Schlafplatz. Auch ihretwegen ist das Schutzgebiet 1996 geschaffen worden.
      Noch vor wenigen Jahren galt die Kuba-Amazone als extrem bedroht, nicht zuletzt durch Wilderei. Unermüdliche Aufklärungsarbeit der Nationalpark-Mitarbeiter brachte den Wandel. Viele Einheimische helfen jetzt durch regelmäßige Kontrollen mit, die seltenen Papageien zu schützen. Die ausgedehnten Mangrovenwälder an der Küste gehören ebenfalls zum Nationalpark. Charakteristisch sind die Stelzwurzeln der Roten Mangrove. Sie kann damit über und unter Wasser Sauerstoff tanken. Die langen, zigarrenförmigen Früchte hängen weit oben an der Mutterpflanze und daher selbst bei hohem Wasserstand stets im Trockenen. Wenn Raúl Matos Romero, der Chef vom Baracoa-Sektor, nicht im Nationalpark unterwegs ist, nutzt er die Bibliothek von Baracoa als Arbeitsplatz. Ein eigenes Direktionsbüro befindet sich bereits im Bau. Doch nach den letzten Hurrikans wird wohl noch einige Zeit bis zum Einzug vergehen. So muss Raúl die erste wissenschaftliche Expedition ins Korallenriff von hier aus vorbereiten. Sein Stellvertreter Giovanis hat vor kurzem den Tauchschein gemacht. Jetzt bricht er auf, um zu ergründen, welche Kostbarkeiten das Meer hinter der Bahia de Taco birgt.

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