• 02.11.2020
      04:35 Uhr
      Als Luther in den Osten kam Das DDR-Lutherjahr 1983 - Film von Reinhard Joksch | rbb Fernsehen
       

      Kirche und Staat in der DDR waren wie Feuer und Wasser. Christen galten als ewig Gestrige, wurden belächelt und nicht erst genommen. Im Jahr 1983 änderte sich das. Zum 500. Geburtstag Martin Luthers entdeckte Staatschef Erich Honecker den Reformator und feierte ihn fortan als Revolutionär.

      Nacht von Sonntag auf Montag, 02.11.20
      04:35 - 05:05 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      VPS 02:15

      Kirche und Staat in der DDR waren wie Feuer und Wasser. Christen galten als ewig Gestrige, wurden belächelt und nicht erst genommen. Im Jahr 1983 änderte sich das. Zum 500. Geburtstag Martin Luthers entdeckte Staatschef Erich Honecker den Reformator und feierte ihn fortan als Revolutionär.

       

      Das Verhältnis von Staat und Kirche in der DDR war immer ein schwieriges. Während es einerseits Gesprächskontakte zwischen Kirchenvertretern und Staat gab, ließ die SED andererseits Kirchen sprengen, wenn es ihr passte. Ein besonderes Jahr war 1983. Staat und evangelische Kirche feierten - jeder für sich und doch auch gemeinsam - den 500. Geburtstag Martin Luthers. Ging es dem Staatsratsvorsitzenden Erich Honecker in dieser Zeit doch vor allem um die internationale Anerkennung der DDR. Deshalb entdeckt er Martin Luther für sich und macht sich kurzerhand zum Vorsitzenden des Staatlichen Lutherkomitees. Weil Anfang der 1980er Jahre die Medienpräsenz aus Ost und West so stark war, fanden die Feierlichkeiten zum Lutherjubiläum zudem vor den Augen einer gesamtdeutschen Öffentlichkeit statt. Erstmals wurde ein Gottesdienst im Fernsehen beider deutscher Staaten übertragen. Vertreter von Staat und Kirche präsentierten ein, zumindest nach außen hin, harmonisches Bild. Und auch der eine oder andere ranghohe Politiker aus der Bundesrepublik reiste in die DDR. Nicht als Vertreter seines Staates, sondern der EKD, der Evangelischen Kirche in Deutschland.

      Die rbb-Dokumentation "Als Luther in den Osten kam" beleuchtet die gemeinsamen Aktivitäten von SED und Kirche im "Lutherjahr" 1983 und beleuchtete das Verhältnis von Staat und Kirche in der DDR. Kirchenvertreter und einstige DDR-Politiker, Christen und Atheisten, Theologen und Historiker schildern ihre ganz persönlichen Erinnerungen an das Lutherjahr vor 34 Jahren. Ihre Erzählungen sind der Rahmen des Films von Reinhard Joksch.

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      Nacht von Sonntag auf Montag, 02.11.20
      04:35 - 05:05 Uhr (30 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 21.04.2021