• 12.08.2020
      22:15 Uhr
      Geschichte im Ersten: Die jüngsten Opfer der Mauer Film von Sylvia Nagel und Carsten Opitz | rbb Fernsehen
       

      Über 30 Kinder und Jugendliche kommen an der Berliner Sektorengrenze und an der innerdeutschen Grenze ums Leben. Sie werden erschossen oder nicht aus akuter Lebensgefahr gerettet. Guiseppe Savoca, Siegfried Kroboth und Cetin Mert spielen in West-Berlin am Spreeufer, direkt an der Kaimauer beginnt Ost-Berlin. Sie fallen ins Wasser, doch die West-Berliner Sicherheitskräfte dürfen den Kindern nicht helfen. Und die ostdeutschen Grenzer folgen den Befehlen des unbarmherzigen DDR-Grenzsystems. Die Kinder ertrinken.

      Mittwoch, 12.08.20
      22:15 - 23:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Über 30 Kinder und Jugendliche kommen an der Berliner Sektorengrenze und an der innerdeutschen Grenze ums Leben. Sie werden erschossen oder nicht aus akuter Lebensgefahr gerettet. Guiseppe Savoca, Siegfried Kroboth und Cetin Mert spielen in West-Berlin am Spreeufer, direkt an der Kaimauer beginnt Ost-Berlin. Sie fallen ins Wasser, doch die West-Berliner Sicherheitskräfte dürfen den Kindern nicht helfen. Und die ostdeutschen Grenzer folgen den Befehlen des unbarmherzigen DDR-Grenzsystems. Die Kinder ertrinken.

       

      Sie sind noch Kinder, als sie an der Berliner Sektorengrenze und an der innerdeutschen Grenze zu Tode kommen. Sie werden erschossen oder einfach nicht aus akuter Lebensgefahr gerettet. Guiseppe Savoca, Siegfried Kroboth und Cetin Mert spielen in West Berlin am Spreeufer und fallen dabei ins Wasser. Direkt an der Kaimauer beginnt bereits Ost Berlin. Die West Berliner Sicherheitskräfte dürfen diesen Kindern daher nicht helfen. Und die ostdeutschen Grenzer folgen keinen menschlichen Regungen, sondern den Befehlen des unbarmherzigen DDR Grenzsystems. Die Kinder ertrinken.

      Der 15jährige Gert Könenkamp aus Schwerin will die DDR verlassen und zu seinem Vater nach Hamburg. Er ertrinkt bei seinem Fluchtversuch in der Elbe. Einer seiner Freunde, der auch in den Westen will, darf Gert nicht mehr zu Hilfe kommen, als dieser droht unterzugehen. Er wird festgenommen und später wegen versuchten Grenzdurchbruchs auf Bewährung verurteilt. Auf den anderen wird geschossen. Er schafft es dennoch auf die andere Elbseite.

      Heiko Runge, ebenfalls 15 Jahre alt, will dem Druck des Elternhauses entkommen und mit seinem Freund im Harz über die Grenze. Im Kugelhagel zweier Kalaschnikows verliert er sein junges Leben. Sein Freund wird festgenommen und muss ins Gefängnis.

      Der bewegende Film von Sylvia Nagel und Carsten Opitz erzählt von minderjährigen Todesopfern, ihren Familien und Freunden, von staatlich autorisierter Gewaltanwendung und unterlassener Hilfeleistung. Die Schicksale der Kinder und Jugendlichen sind ein Abbild der vom ideologischen Kampf geprägten innerdeutschen Beziehungen. Was sie von den anderen Opfern, die an den Grenzen starben, unterscheidet: Sie sind zwischen fünf bis 15 Jahre alt und damit die jüngsten Opfer der Mauer.

      Es sind über 30 Kinder und Jugendliche, die an der Berliner Sektorengrenze und an der innerdeutschen Grenze ums Leben kommen. Freunde und Geschwister berichten über diese wenig bekannten Todesfälle. Der Film kehrt zurück an die Schicksalsorte, auch anhand von eindrücklichem Archivmaterial. Es sind tragische und abgründige Geschichten. Tragisch, weil die Opfer zufällig oder völlig naiv in ein Grenzsystem geraten, dass keinen Unterschied zwischen Minderjährigen und Erwachsenen macht, sondern nur Feinde und Verbrecher kennt. Abgründig, weil ihre Eltern und Freunde von der Stasi belogen und die Todesfälle systematisch vertuscht werden, so dass manche Angehörige erst Jahrzehnte später erfahren, was sich wirklich zugetragen hat.

      Die unbedingte Wahrung der Staatsräson der DDR hatte absoluten Vorrang vor der Wahrheit. Die Schützen werden für ihre hohe Wachsamkeit sogar belobigt, erst nach der Wende angeklagt und dann lediglich zu Bewährungsstrafen verurteilt.

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