• 15.01.2014
      22:45 Uhr
      Rosa Luxemburg Spielfilm Deutschland 1986 | rbb Fernsehen
       

      "Wie kommt das, dass Menschen über andere Menschen entscheiden dürfen?" In einem Warschauer Gefängnis notiert Rosa Luxemburg 1906 eine Frage, die sie ihr Leben lang umgetrieben hat - als Publizistin, Rednerin und Politikerin. Schon früh hatte die Tochter einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie damit begonnen, sich politisch zu engagieren, zunächst in der deutschen Sozialdemokratie, später dann im revolutionären Spartakusbund. Doch die politischen Auseinandersetzungen in Europa werden zunehmend gewalttätiger.

      Mittwoch, 15.01.14
      22:45 - 00:40 Uhr (115 Min.)
      115 Min.
      VPS 22:44

      "Wie kommt das, dass Menschen über andere Menschen entscheiden dürfen?" In einem Warschauer Gefängnis notiert Rosa Luxemburg 1906 eine Frage, die sie ihr Leben lang umgetrieben hat - als Publizistin, Rednerin und Politikerin. Schon früh hatte die Tochter einer wohlhabenden Kaufmannsfamilie damit begonnen, sich politisch zu engagieren, zunächst in der deutschen Sozialdemokratie, später dann im revolutionären Spartakusbund. Doch die politischen Auseinandersetzungen in Europa werden zunehmend gewalttätiger.

       

      Stab und Besetzung

      Paul Levi Winfried Glatzeder
      Drehbuch und Regie Margarethe von Trotta
      Rosa Luxemburg Barbara Sukowa
      Luise Kautsky Adelheid Arndt
      Leo Jogiches Daniel Olbrychski
      Clara Zetkin Doris Schade
      Karl Liebknecht Otto Sander
      Karl Kautsky Jürgen Holtz
      Kostja Zetkin Hannes Jaenicke
      August Bebel Jan-Paul Biczycki
      Mathilde Jacob Karin Baal
      Musik Nicolas Economou
      Kamera Franz Rath

      Ein Gefängnis in Warschau, 1906: Die "Vorwärts"-Redakteurin Rosa Luxemburg ist unter dem Eindruck der Russischen Revolution von 1905 nach Polen gekommen, um mit ihrem Geliebten Leo Jogiches die Ideen der Arbeiterbewegung zu verbreiten. Es ist nicht das erste Mal, dass sie inhaftiert wird.

      Geboren 1871 als Tochter einer polnisch-jüdischen Kaufmannsfamilie, hatte Luxemburg früh begonnen, sich politisch zu engagieren. Nach ihrer Promotion zum Dr. jur. ließ sie sich in Berlin nieder und trat der SPD bei. Innerhalb der deutschen Sozialdemokratie wirkte sie wie ein Paradiesvogel: eine eigenwillige, dem Leben zugewandte Frau, kompromisslos im Privatleben und in ihrer Politik.

      Nachdem August Bebel ihre Freilassung aus der Warschauer Zitadelle erkauft hat, gerät die begabte Journalistin und Rednerin in Konflikt mit der zunehmend staatstragenden Linie ihrer Partei. Verbündete findet sie in der Politikerin Clara Zetkin und schließlich in Karl Liebknecht, dem einzigen Reichstagsabgeordneten, der 1914 gegen die Kriegskredite stimmt.

      Luxemburgs leidenschaftliche Reden gegen den Krieg führen zum Zerwürfnis mit der SPD, zu Prozessen und weiteren Haftstrafen. Aber weder Isolation noch Krankheit brechen ihren Geist. Als Mitbegründerin des "Spartakus"-Bunds und Redakteurin der "Roten Fahne" setzt sie nach dem Krieg ihre Arbeit unter veränderten Vorzeichen fort.

      Den Optimismus Liebknechts, der auf eine deutsche Revolution hofft, teilt sie allerdings nicht. Die Ereignisse geben ihr auf furchtbare Weise Recht. In der Nacht vom 15. auf den 16. Januar 1919 wurden Rosa Luxemburg und Karl Liebknecht verhaftet und ermordet.

      Margarethe von Trottas vielfach preisgekrönte Filmbiografie "Rosa Luxemburg" ist eines der wenigen herausragenden historischen Frauenporträts im westdeutschen Kino: Glänzend gespielt, sorgfältig recherchiert und mit Leidenschaft inszeniert entfaltet der Film die Biografie einer Politikerin und Intellektuellen, die für viele westdeutsche Linke der 1970er- und 80er-Jahre für einen "Sozialismus mit menschlichem Antlitz" stand. Barbara Sukowas beeindruckende Leistung wurde 1986 auf den Filmfestspielen in Cannes mit dem Darstellerpreis gewürdigt. Beim Deutschen Filmpreis wurde die Schauspielerin ebenfalls als beste Hauptdarstellerin ausgezeichnet und "Rosa Luxemburg" mit einem "Filmpreis in Gold" für den besten Spielfilm prämiert. 2012 inszenierte Margarethe von Trotta mit "Hannah Arendt" eine weitere Filmbiografie einer berühmten politischen Theoretikerin und Publizistin, abermals mit Barbara Sukowa in der Hauptrolle besetzt.

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