• 27.01.2019
      00:20 Uhr
      Jakob der Lügner Spielfilm DDR 1974 | rbb Fernsehen
       

      Der unscheinbare Jakob Heym hilft den Menschen, die gleich ihm die bittere Zeit im Warschauer Ghetto bestehen müssen. Jakob ersinnt freundliche Lügen, erfindet tröstliche Radiomeldungen, die die Hoffnung nähren, aber auch den Mut und den Widerstand. Jakobs Mitteilungen sind für seine Freunde wertvoller als Brot. Eine Tragikomödie um die menschliche Größe Jakob des Lügners.

      Nacht von Samstag auf Sonntag, 27.01.19
      00:20 - 01:55 Uhr (95 Min.)
      95 Min.

      Der unscheinbare Jakob Heym hilft den Menschen, die gleich ihm die bittere Zeit im Warschauer Ghetto bestehen müssen. Jakob ersinnt freundliche Lügen, erfindet tröstliche Radiomeldungen, die die Hoffnung nähren, aber auch den Mut und den Widerstand. Jakobs Mitteilungen sind für seine Freunde wertvoller als Brot. Eine Tragikomödie um die menschliche Größe Jakob des Lügners.

       

      Stab und Besetzung

      Jakob Heym Vlastimil Brodský
      Kowalski   Erwin Geschonneck
      Lina   Manuela Simon
      Mischa   Henry Hübchen
      Rosa Frankfurter Blanche Kommerell
      Herr Frankfurter Dezsö Garas
      Frau Frankfurter Zsuzsa Gordon
      Roman Schtamm Armin Mueller-Stahl
      Autor   Jurek Becker
      Regie Frank Beyer
      Schnitt Rita Hiller
      Musik Joachim Werzlau
      Kamera Günter Marczinkowsky
      Drehbuch Jurek Becker

      Der jüdische Friseur Jakob Heym (Vlastimil Brodsky) lebt 1944 in einem Ghetto irgendwo im besetzten Polen. Wegen angeblicher Überschreitung der Ausgangsperre soll er sich eines Tages beim Gestapo-Revier melden, kommt jedoch wider Erwarten mit dem Leben davon. Der Zufall will es, dass Jakob bei der Gestapo aus dem Radio eine Nachricht über den Anmarsch der Russen aufschnappt. Diese Meldung wirkt für Jakob wie ein Lebenselixier und sie soll auch seinen Freunden neuen Lebensmut geben. Damit diese ihm einerseits die Nachricht glauben und andererseits nicht für einen Gestapo-Spitzel halten, wenn er erzählt, dass er die Nachricht bei der SS aufgeschnappt hat, muss Jakob lügen. Er gibt vor, ein Radio zu besitzen.

      Doch damit beginnt Jakobs tragikomischer Leidensweg. Tagtäglich wollen alle Neues von ihm wissen: Über den Frontverlauf, die Weltpolitik und vieles mehr. Selbst die kleine Lina (Manuela Simon), die er versteckt hält, ist neugierig. Hoffnung breitet sich im Ghetto aus, die Selbstmorde hören auf, Zukunftspläne über ein Leben ohne den gelben Stern werden geschmiedet. Und Jakob lügt weiter, ist doch die Hoffnung in ihrer Situation noch wichtiger als das Stück Brot. Doch allmählich wird die Illusion zum Selbstbetrug. Jakob erträgt die sich selbst aufgebürdete Last nicht mehr und vertraut sich seinem Freund Kowalski (Erwin Geschonneck) an. Der Hoffnung beraubt, nimmt sich dieser das Leben. Als für alle der Deportationsbefehl kommt, entdeckt auch Lina die Wahrheit. Dennoch war für sie eine kurze Weile die graue Ghetto-Wirklichkeit bunt geworden …
      .

      Das Drehbuch zu "Jakob der Lügner" reichte Jurek Becker, der als Kind selbst einige Jahre im Ghetto und mehreren Konzentrationslagern verbrachte, schon 1965 bei der DEFA ein. Regie sollte Frank Beyer führen. Doch der fiel durch "Spur der Steine" in Ungnade und durfte vorerst keinen Film drehen. So arbeitete Jurek Becker das Thema zu einem Roman um, der den Autor1968 auch international bekannt machte. 1974 durfte Frank Beyer den Roman endlich in einer Koproduktion mit dem Deutschen Fernsehfunk verfilmen. Er verwob Reales und Märchenhaftes, Tragik und Komik und so entstand ein Film von großer berührender Sensibilität, eine zeitlose Parabel auf die unzerstörbare Würde des Menschen. DDR-Kino-Eule Renate Holland-Moritz urteilte prophetisch: "Das Ergebnis ist eine kinematografische Kostbarkeit, von der noch zu reden sein wird, wenn Dutzende zeitgenössische Filme längst den verdienten Archivtod gestorben sind."

      Zum Erfolg trägt auch die hervorragende Besetzung bei, Vlastimil Brodsky und Erwin Geschonneck brillieren in den Hauptrollen. So war "Jakob der Lügner" als erster DEFA-Film im offiziellen Programm der Berlinale vertreten, Brodsky bekam als bester Schauspieler den "Silbernen Bären". 1977 wurde der Film als erster und einziger DEFA-Film für den Auslands-Oscar nominiert.

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      Nacht von Samstag auf Sonntag, 27.01.19
      00:20 - 01:55 Uhr (95 Min.)
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programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 17.07.2019