• 17.11.2018
      04:30 Uhr
      Maischberger Kaum Chefinnen, weniger Geld: Werden Frauen immer noch benachteiligt? - ARD-Themenwoche „Gerechtigkeit“ | SWR Fernsehen BW
       

      Im Film "Keiner schiebt uns weg" erkämpfen sich die Arbeiterinnen eines Fotolabors in den späten 1970er Jahren das gleiche Gehalt wie die Männer - und bleiben damit doch die Ausnahme. Auch 40 Jahre später
      verdienen Frauen in Deutschland durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer. Ist die Gleichberechtigung in der deutschen Gesellschaft nicht angekommen? Sollte Gehaltsgleichheit per Gesetz festgelegt werden?

      Gäste:

      • Judith Williams, Unternehmerin
      • Katharina Schulze, B'90/Grüne, Fraktionsvorsitzende Bayern
      • Ursula Engelen-Kefer, ehem. Gewerkschafterin
      • Reinhard Sprenger, Unternehmensberater
      • Hajo Schumacher, ...

      Nacht von Freitag auf Samstag, 17.11.18
      04:30 - 05:30 Uhr (60 Min.)
      60 Min.

      Im Film "Keiner schiebt uns weg" erkämpfen sich die Arbeiterinnen eines Fotolabors in den späten 1970er Jahren das gleiche Gehalt wie die Männer - und bleiben damit doch die Ausnahme. Auch 40 Jahre später
      verdienen Frauen in Deutschland durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer. Ist die Gleichberechtigung in der deutschen Gesellschaft nicht angekommen? Sollte Gehaltsgleichheit per Gesetz festgelegt werden?

      Gäste:

      • Judith Williams, Unternehmerin
      • Katharina Schulze, B'90/Grüne, Fraktionsvorsitzende Bayern
      • Ursula Engelen-Kefer, ehem. Gewerkschafterin
      • Reinhard Sprenger, Unternehmensberater
      • Hajo Schumacher, ...

       

      Im ARD-Film "Keiner schiebt uns weg" erkämpfen sich die Arbeiterinnen eines Fotolabors in den späten 1970er Jahren das gleiche Gehalt wie die Männer - und bleiben damit doch die Ausnahme.

      Auch vierzig Jahre später
      verdienen Frauen in Deutschland heute durchschnittlich 21 Prozent weniger als Männer und in den Vorstandsetagen der Dax-Unternehmen sitzen nur rund sieben Prozent Frauen. Im Bundestag ist der Frauenanteil sogar wieder stark zurückgegangen.

      Ist die Gleichberechtigung in der deutschen Gesellschaft nicht angekommen? Muss der Gesetzgeber der Wirtschaft und der Politik verpflichtende Frauenquoten verordnen, damit mehr Frauen in Spitzenpositionen gelangen? Sollte Gehaltsgleichheit per Gesetz festgelegt werden? Oder sind Frauen einfach gefordert, sich stärker durchzusetzen?

      Gäste:

      • Judith Williams, Unternehmerin

      "Wir Frauen machen mehrere Jobs gleichzeitig: Wir müssen Mutter und Ehefrau sein und wollen gleichzeitig Karriere machen", sagt die Unternehmerin. Bereits drei Wochen nach der Geburt ihrer Tochter ging die
      Geschäftsfrau wieder arbeiten: "Als Unternehmerin hatte ich keine andere Wahl.? Dafür wurde sie von vielen in ihrem Umfeld kritisiert. "Solche Diskussionen müssen sich Männer nie aussetzen", so Judith Williams,
      "weil sie immer noch als die liebenden Väter gelten, die das Geld nach Hause bringen". Eine Quote hält die Investorin aus "Die Höhle der Löwen" (Vox) nur für begrenzt sinnvoll, denn der Frauenanteil in den Unternehmen müsse "organisch wachsen!".

      • Katharina Schulze, B'90/Grüne, Fraktionsvorsitzende Bayern

      "Frauen werden in allen gesellschaftlichen Bereichen seit Jahrhunderten benachteiligt", beklagt der Shooting-Star der bayerischen Grünen. Katharina Schulze fordert eine gerechtere Verteilung von Macht und
      Ressourcen - unter anderem durch Einführung einer verbindlichen Frauenquote in Parlamenten und Unternehmen: "Frauen haben bessere Noten in der Schule, mehr Frauen studieren und trotzdem tummeln sich in den Chefetagen hauptsächlich Männer." Die Fraktionschefin der Grünen im bayerischen Landtag beobachtet zudem mit Sorge eine "starke Bewegung zurück zur klassischen Rollenverteilung" in der Gesellschaft.

      • Ursula Engelen-Kefer, ehem. Gewerkschafterin

      Diskriminierung, Anfeindungen und Mobbing von Frauen im Beruf - Ursula Engelen-Kefer hat das als junge Frau selbst erlebt. Die studierte Volkswirtin begann ihre Karriere Anfang der 1970er Jahre im Deutschen
      Gewerkschaftsbund (DGB) und musste dabei gegen Männerbünde ankämpfen. "Ich hatte wenig Selbstvertrauen und habe Jahre gebraucht, den männlichen Kollegen auf Augenhöhe zu begegnen." Diese Erfahrung prägt die zweifache Mutter bis heute. "Damals habe ich gelernt: Ohne eine Frauen-Quote geht
      es nicht. Und diese brauchen wir trotz Fortschritten heute genauso wie einst", sagt die langjährige stellvertretende DGB-Vorsitzende.

      • Reinhard Sprenger, Unternehmensberater

      "Frauenförderung ist politisch gewollte Männerdiskriminierung und schadet Unternehmen." Der Coach und Buchautor kritisiert den "Gerechtigkeitswahn" und die "übermäßige Moralisierung" der Wirtschaft. Er lehnt Frauenquoten für Vorstände ab. Der geringe weibliche Anteil sei "kein Missstand, unter dem die Wirtschaft leide und dürfe kein Kriterium für die Einstellung sein", so der Unternehmensberater. Auch für Forderungen nach gleichen Löhnen hat Reinhard Sprenger wenig Verständnis: "Es geht die Politik gar nichts an, was Privatunternehmen bei Gehältern machen!"

      • Hajo Schumacher, Journalist

      "Ich habe vollstes Verständnis dafür, dass die Frauenwelt die Schnauze voll hat von all den patriarchalischen Ritualen und sagt ,Die Hälfte gehört uns??, bekennt der politische Kolumnist. Der Bestsellerautor fordert aber gleichzeitig Geduld von den Frauen ein: "Dieser Prozess dauert, denn 5000 Jahre männliche Vorherrschaft können nicht über Nacht verschwinden." Wie schwierig ein Umdenken für Männer ist, weiß der
      54-Jährige aus eigener Erfahrung: "Die natürliche Vorherrschaft des weißen Mannes habe ich von klein auf gelernt", erzählt Hajo Schumacher: "Mein Vater war Versorger, und bei uns hieß es: ,Nein, die Frau geht doch nicht arbeiten!"
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      ARD-Themenwoche 2018 „Gerechtigkeit“

      Gerechtigkeit und Chancengleichheit in unserer Gesellschaft - darum geht es in der ARD-Themenwoche vom 11. bis 17. November 2018. "Gerechtigkeit ist ein Thema, das alle angeht", so NDR-Intendant Lutz Marmor, dessen Sender in diesem Jahr federführend für die Themenwoche ist. Volker Herres, Programmdirektor des Ersten, erklärt: "Eine Gesellschaft hält nur zusammen, wenn jeder sich in seiner Würde gerecht behandelt fühlt."
      Alle Fernseh- und Radioprogramme sowie die Online-Angebote der ARD beschäftigen sich vielfältig mit dem Thema und laden zur Diskussion ein. Die Genres reichen von dokumentarisch bis fiktional, von informativ und investigativ bis unterhaltsam und spielerisch. Die ARD-Themenwoche gibt es seit 2006 – ihr Ziel ist es, gesellschaftlich relevante Fragen breit und vielfältig aufzunehmen, viele Menschen damit zu erreichen und nachhaltig eine öffentliche, sachliche Diskussion anzustoßen.

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