• 11.06.2018
      06:30 Uhr
      Der Südwesten von oben Unsere Seen | SWR Fernsehen BW
       

      Jeder dritte deutsche See liegt im Südwesten, der größte ist der Bodensee. Die Hälfte der stehenden Gewässer im Südwesten hat jedoch nicht die Natur, sondern der Mensch angelegt. Viele der künstlichen Seen entstanden als Trinkwasser-Reservoir oder als Stromquelle. Die Filmemacher sind einen Sommer lang über Flüsse und Seen geflogen, um mit der Helikopter-Kamera die Großregion in faszinierenden Luftbildern neu zu entdecken. Vom Leben der Menschen im Südwesten erzählen verschiedene Portraits.

      Montag, 11.06.18
      06:30 - 07:00 Uhr (30 Min.)
      30 Min.

      Jeder dritte deutsche See liegt im Südwesten, der größte ist der Bodensee. Die Hälfte der stehenden Gewässer im Südwesten hat jedoch nicht die Natur, sondern der Mensch angelegt. Viele der künstlichen Seen entstanden als Trinkwasser-Reservoir oder als Stromquelle. Die Filmemacher sind einen Sommer lang über Flüsse und Seen geflogen, um mit der Helikopter-Kamera die Großregion in faszinierenden Luftbildern neu zu entdecken. Vom Leben der Menschen im Südwesten erzählen verschiedene Portraits.

       

      Jeder dritte deutsche See liegt im Südwesten, der größte ist der Bodensee. Das "schwäbische Meer" entstand, als vor 12.000 Jahren die letzten Eiszeitgletscher schmolzen. An seinen Ufern siedelten sich Menschen an, es entstand die größte Siedlungsdichte der prähistorischen Zeit. Der Bodensee lieferte den Menschen der Jungsteinzeit Trinkwasser und Nahrung; Pfahlbauten boten Schutz vor wilden Tieren und Überschwemmungen.

      Seen prägen das Gesicht des Südwestens, und sie sind wahre Verwandlungskünstler. In den Mooren kämpft das Land noch mit dem Wasser und behält meistens die Oberhand. Im Wurzacher Ried hilft der Biber bei der Renaturierung des stillgelegten Torf-Abbaus. Die Hälfte der stehenden Gewässer im Südwesten hat jedoch nicht die Natur, sondern der Mensch angelegt. Die Westerwälder Seenplatte etwa ist einem Grafen zu verdanken, der im 17.Jahrhundert einen Fischteich nach dem anderen graben ließ.

      Viele der künstlichen Seen entstanden als Trinkwasser-Reservoir wie die Primstalsperre im Saarland oder als Stromquelle wie der Schluchsee, der als Pumpspeicherwerk auch Strom speichern kann. Eher unauffällig, aber sehr beliebt sind Seen, die ihre Entstehung dem Bagger verdanken. Durch Kiesabbau füllten sich ihre Löcher mit Grundwasser, und die Gemeinden in der Nachbarschaft bekamen so ihren Freizeitsee. Etliche dieser Baggerseen liegen entlang des Rheins.

      Die Annäherung von oben erlaubt, in der Landschaft wie in einem Buch zu lesen. Es lohnt sich, auf diese Reise mitzukommen, und die spannendsten Seen des Südwestens kennenzulernen. Einige sind Fenster in die Erdgeschichte wie die Maare der Vulkaneifel, deren Krater sich mit Wasser gefüllt haben. Andere Seen sind interessant dank der Menschen, die sie nutzen. Der Klosterfischer Ansgar Hehenkamp am Laacher See hat einen Arbeitsplatz, um den ihn viele beneiden. Wenn er frühmorgens seine Netze einholt, wird er eins mit der Natur und seinen Vorgängern, die in der Steinzeit mit Netzen aus Frauenhaar die Felchen aus dem See holten.

      Auf der schwäbischen Alb sucht der Höhlenforscher Lutz Gehring unterirdische Seen, die im Karstgebirge der Alb ein Netzwerk bilden. Eine ganz andere Sicht auf den See hat Kirsten Söller, die im Burkheimer Baggersee am Fuße des Kaiserstuhls immer neue Schwimmanzüge im Design einer Meerjungfrau testet und mittlerweile sogar davon lebt. Bis nach Australien verkauft sie ihre Traumgewänder, und auch in Deutschland gibt es schon zehn Schulen, in denen man lernen kann, wie die Seenixe Arielle zu schwimmen.

      Die Menschen im Südwesten pflegen einen weltoffenen und zugleich der Tradition zugewandten Lebensstil. Von der Saar über den Rhein und Bodensee bis zum Schwarzwald bewohnen sie eine der landschaftlich, klimatisch und kulturell attraktivsten Regionen Deutschlands: Naturschätze wie die Vulkanseen der Eifel, die Hochmoore im Schwarzwald oder der ausgedehnte Pfälzer Wald. Vielfältige Einflüsse von Römern bis zur modernen Industrie führten zu Wohlstand und einer bunten Vielfalt an Handwerk und Kultur. Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und das Saarland beherbergen ganz eigene Charaktere und die unterschiedlichsten Mentalitäten.

      Diesem Lebensgefühl spüren die Filmemacher Peter Bardehle, Heike Nikolaus und Nadine Klemens in einer neuen, dreiteiligen Staffel von "Der Südwesten von oben" nach. Dafür sind sie einen Sommer lang über Flüsse und Seen, Wege und Straßen geflogen - um mit der Helikopter-Kamera die Großregion in faszinierenden Luftbildern neu zu entdecken. Vom Leben der Menschen im Südwesten erzählen die Regisseure in 24 Portraits:

      Eine Biologin im Wurzacher Ried beschäftigt sich mit Bibern, die durch ihren Dammbau das Moor renaturieren. Ein Fischer an der Mosel rettet Aale, statt sie zu verkaufen. Eine Truckerin erlebt den Südwesten auf der Straße. Im Westerwald bildet ein Junge seinen Hund, einen Leonberger, zum Rettungsschwimmer aus. An der Saar hält eine Wasserbauerin mit großer Hingabe Schleusen instand, und auf der Schwäbischen Alb gen

      ießt ein Wanderschäfer das karge Leben mit seiner Herde.

      Drei Filme spiegeln in je 45 Minuten den Reichtum von Landschaft und Kultur im Südwesten - seiner vielfältigen Gewässer und seiner Wege- und Straßennetze, die die Menschen über Jahrhunderte zusammengeführt und ihnen Fortschritt ermöglicht haben.

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