• 21.11.2011
      09:00 Uhr
      Ellen ist schön Eine Spastikerin sucht nach dem normalen Leben - Menschen unter uns | SWR Fernsehen BW
       

      Es gab einen Sauerstoffmangel bei der Geburt, aber die kleine Ellen entschloss sich zu leben. Seitdem hat Ellen Constantin ihre spastische Behinderung, mit schwerem Gang, abgehackten Bewegungen, schleppender Sprache.

      Montag, 21.11.11
      09:00 - 09:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Es gab einen Sauerstoffmangel bei der Geburt, aber die kleine Ellen entschloss sich zu leben. Seitdem hat Ellen Constantin ihre spastische Behinderung, mit schwerem Gang, abgehackten Bewegungen, schleppender Sprache.

       

      Und trotzdem ist der Tanz ihr Leben. Sie hat den Ausdruckstanz für sich entdeckt. Erst war sie skeptisch weil immer ihre Kantigkeit als unüberwindbare Mauer vor ihr stand. Was sagen die Anderen dazu? Für die war ihr Kampf mit dem Gleichgewicht, der Kampf mit den unkoordinierten Bewegungen, der Kampf mit dem verzerrten Gesicht immer beängstigend.

      Aber Ellen fing Feuer. Sie konnte plötzlich ihren Körper "gleiten" fühlen, wie sie ihn "noch nie gefühlt" hatte. Beim Tanz kann sie am besten aus sich raus kommen. Sie kann auch endlich das "Schwarze und das Dunkle" raus lassen, das auch in ihr steckt. Ihr Leben ist langsam. Das alles hängt mit ihren Nervenbahnen zusammen. Sie braucht zu Allem mehr Zeit. Im Herbst hat Ellen Premiere für ihr drittes Tanzprojekt "Venus unlimited". Es geht ausgerechnet um das Thema Schönheit. Zusammen mit vier anderen Frauen, einer herkömmlich Schönen, einer Dünnen, einer Dicken und einer Alten, will sie als Behinderte auch zum Ausdruck bringen, dass Schönheit mehr ist als nur das Äußere.

      Der Film beobachtet Ellen Constantin bei ihren Proben, in ihrem Alltag, an ihrem neuen Arbeitsplatz am Empfang in einer Kommunikations-und Werbeagentur. Es ist schon überraschend, gerade an dieser Position eine spastisch behinderte Frau zu erleben. Ellen hat aber ihr ganzes Leben gekämpft und wollte die echte Inklusion. Deshalb hat sie auch von jeher für sich abgelehnt, in einer Einrichtung für Behinderte zu verschwinden.

      Der Film dokumentiert ihre Haltung, die davon gekennzeichnet ist, dass sie ihr schwieriges Schicksal angenommen hat. Ihre Behinderung ist für sie normal, es ist ihr Leben, das sie gestalten will. Der Tanz als Ausdruck von und Auseinandersetzung mit dem Thema Lebensqualität. Der Film von Jo Frühwirth zeigt eine selbstbewusste Frau, die nicht mit ihrem Schicksal hadert, sondern den besonderen Ausdruck ihres Lebens sucht.

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