• 26.05.2018
      08:30 Uhr
      Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Valparaiso (Chile) - Eine Stadt wie ein Regenbogen | SWR Fernsehen BW
       

      Wenn man vom Pazifik in den Hafen von Valparaiso in Chile einläuft, sind es die Farben der Häuser, die zuerst ins Auge fallen. Die bunten Gebäude scheinen die 27 Hügel hinaufzuwachsen.1536 entdeckten die Spanier die Bucht, tauften sie "Paradies Tal" und nahmen sie in Besitz. Um die Kirche Iglesia La Matriz wuchs auf dem schmalen Uferstreifen die Altstadt, die heute zum Welterbe gehört. Christian Romanowski hat das "Paradies Tal" besucht.
      "Du bist ein Regenbogen vielfältiger Farben, Valparaiso, du großer Hafen ..." - diesen Vers widmete der Dichter Pablo Neruda seiner Heimatstadt.

      Samstag, 26.05.18
      08:30 - 08:45 Uhr (15 Min.)
      15 Min.
      Stereo

      Wenn man vom Pazifik in den Hafen von Valparaiso in Chile einläuft, sind es die Farben der Häuser, die zuerst ins Auge fallen. Die bunten Gebäude scheinen die 27 Hügel hinaufzuwachsen.1536 entdeckten die Spanier die Bucht, tauften sie "Paradies Tal" und nahmen sie in Besitz. Um die Kirche Iglesia La Matriz wuchs auf dem schmalen Uferstreifen die Altstadt, die heute zum Welterbe gehört. Christian Romanowski hat das "Paradies Tal" besucht.
      "Du bist ein Regenbogen vielfältiger Farben, Valparaiso, du großer Hafen ..." - diesen Vers widmete der Dichter Pablo Neruda seiner Heimatstadt.

       

      Wenn man vom Pazifik in den Hafen von Valparaiso in Chile einläuft, sind es die Farben der Häuser, die zuerst ins Auge fallen. Die bunten Gebäude scheinen die 27 Hügel hinaufzuwachsen.1536 entdeckten die Spanier die Bucht, tauften sie "Paradies Tal" und nahmen sie in Besitz. Um die Kirche Iglesia La Matriz wuchs auf dem schmalen Uferstreifen die Altstadt, die heute zum Welterbe gehört. Christian Romanowski hat das "Paradies Tal" besucht.

      "Du bist ein Regenbogen vielfältiger Farben, Valparaiso, du großer Hafen ..." - diesen Vers widmete der Dichter Pablo Neruda seiner Heimatstadt. Natürlich sind nicht alle Häuser herausgeputzt, doch zum Regenbogen gehören hier auch die abblätternden und rostigen Farbtöne. Die Liebe der Einwohner zu ihrer Stadt, die sie in Liedern leidenschaftlich besingen, lässt diese schön erscheinen. Valparaiso ist es unter strengem kunstgeschichtlichen Blick nur beschränkt. So gibt es kaum ein architektonisch herausragendes, altes Gebäude. Vor einhundert Jahren verwüstete ein schreckliches Erdbeben das "Paradies Tal", zerstörte die Stadt.Die Altstadt ist ein Welterbe mit Erblasten. Atemberaubend steil sind hier die Sträßchen, die sich hinter der alten Kirche, die jetzt natürlich nicht mehr wirklich alt ist, auftürmen. Endlos scheinen die Treppen zu steigen und zu fallen. Man braucht als Bewohner der Cerros, der Hügel, einen langen Atem, und auch, wenn man als Besucher die Aussicht genießen will. Neruda hat den Aufstieg zu poetischer Prosa komprimiert: "Wie viele Treppen, wie viele Stufen, wie viele Füße auf den Stufen, wie viele Jahrhunderte von Schritten, treppauf, treppab ..." - Treppenstufen sind dichterisch natürlich ergiebig, doch die Einheimischen bevorzugen, wenn es geht, den Fortschritt: Aufzüge, "Ascensores". Sie sind seit Ende des 19. Jahrhunderts zu einem Wahrzeichen der Stadt geworden. Von den ehemals 30 Ascensores sind heute noch 15 in Betrieb und erleichtern den Weg von der Talsohle, in der sich der Verkehr staut, bis zur ersten Hügelterrasse. Mit leichtem Unbehagen und Herzklopfen besteigt man das erste Mal die kleinen, verglasten Holzkabinen, die von Winden mit Stahlseilen schwindelerregend steil zwischen den Häusern, oft auch über Straßen hinweg, in die Höhe gezogen werden. Doch wenn sich dann das Panorama Valparaisos vor dem Blick auftut, hat das Herzklopfen nichts mehr mit Unbehagen zu tun. Und das Auge berauscht sich am verwirrenden Gesamtbild dieser lebhaften Hafenstadt, die sich zum Weltmeer öffnet, und vor allem dem Leben weit offen steht.

      Film von Christian Romanowski; Erstsendung 26.11.2006

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