• 21.04.2010
      20:15 Uhr
      betrifft Mutti muss arbeiten - Vom Ende der Hausfrauenehe | SWR Fernsehen BW
       

      "Die erfahrene Hausfrau behält bei einer Scheidung alles, bis auf den Mann" scherzte Robert Lemke. Ehefrauen konnten mitunter ihre geschiedenen Männer ausnehmen wie Weihnachtsgänse: Das alte Unterhaltsrecht gab das her. Doch "einmal Chefarztgattin, immer Chefarztgattin" - das ist vorbei.

      Mittwoch, 21.04.10
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.
      Stereo

      "Die erfahrene Hausfrau behält bei einer Scheidung alles, bis auf den Mann" scherzte Robert Lemke. Ehefrauen konnten mitunter ihre geschiedenen Männer ausnehmen wie Weihnachtsgänse: Das alte Unterhaltsrecht gab das her. Doch "einmal Chefarztgattin, immer Chefarztgattin" - das ist vorbei.

       

      Frau C. war 30 Jahre lang Managergattin. Sie machte nicht in Travemünde, sondern in Thailand Urlaub, kaufte nicht im Kaufhaus, sondern in der Boutique, nicht beim Discounter, sondern im Delikatessengeschäft. Freimütig erklärt sie nach ihrer Scheidung: Ich habe halt genommen, was ich kriegen kann.
      Nun fordert das Familiengericht von ihr, dass sie sich einen Job suchen muss und nicht weiterhin Unterhalt von ihrem Exmann einfordern kann. Die klassische Hausfrauenehe ist spätestens seit Einführung des neuen Unterhaltsrechtes ein Lebensentwurf von vorgestern.

      Junge Frauen gehen ein hohes Risiko ein, sollten sie heute davon träumen zu heiraten, den Beruf aufzugeben und die nächsten zwanzig Jahre mit den Kindern zuhause zu bleiben. Denn künftig sollen geschiedene Mütter nur noch bis zum dritten Lebensjahr des Kindes Unterhalt vom Ex fordern können.
      Männer wittern Morgenluft. Gerichte werden mit Klagen überhäuft. Ehemänner, die nach altem Recht geschieden wurden, hoffen nun, die Ansprüche ihrer Exfrauen elegant loszuwerden. So auch der Exmann von Steffi F., die immer nur Mutter und Hausfrau sein wollte. Nun hat ihr Ex-Mann die Zahlungen eingestellt. Der Anwalt macht ihr wenig Hoffnung: Die Kinder seien alt genug, könnten in der Schule essen und auch dort betreut werden. Vielleicht wird der Richter einer Übergangsregelung zustimmen, vielleicht bescheinigt ein Arzt, die Älteste brauche Mutti noch ein paar Jahre, aber eine Lösung auf Dauer ist das nicht, sagt der Anwalt knallhart. Mutti muss Arbeit suchen - und das, obwohl die knapp Fünfzigjährige nie im Berufsleben stand.

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      Mittwoch, 21.04.10
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