• 10.04.2010
      06:00 Uhr
      Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Weltkultur Technik | SWR Fernsehen BW
       

      Bis heute ist die "Puente Vizcaya", die schwebende Hängebrücke, die 1893 in Portugalete bei Bilbao ihren Betrieb aufnahm, eine der größten Attraktionen im Baskenland.

      Die Radiostation in Grimeton/Schweden, ist der einzige, noch erhaltene und funktionierende Längstwellensender.

      Samstag, 10.04.10
      06:00 - 06:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      Bis heute ist die "Puente Vizcaya", die schwebende Hängebrücke, die 1893 in Portugalete bei Bilbao ihren Betrieb aufnahm, eine der größten Attraktionen im Baskenland.

      Die Radiostation in Grimeton/Schweden, ist der einzige, noch erhaltene und funktionierende Längstwellensender.

       

      Am Anfang war sie nur ein kühner Einfall des Architekten Alberto de Palacio. Am Ende war sie eine Sensation. Denn eine solch eigenwillige Konstruktion zur Überquerung eines Flusses hatte die Welt noch nicht gesehen. Sie ist eine der größten Attraktionen im Baskenland. Auch weil sie noch immer funktioniert und ihre Gondel rund um die Uhr über den Fluss Nervíon schwebt. Schwebefähre wird sie im Deutschen genannt, obwohl es eindeutig eine Gondel ist, die Menschen und Fahrzeuge hin und her transportiert. Auf jeden Fall hat die schwebende Hängebrückengondel Technikgeschichte geschrieben. Ein kleines Kapitel nur, denn die 20 weiteren Schwebefähren, die nach dem spanischen Vorbild weltweit gebaut wurden, blieben Exoten im Brückenbau. Neben ihrem pragmatischen Nutzen sollte die gigantische Stahlfachwerk-Konstruktion auch einen "eleganten und grandiosen Akzent" an der Bucht von Biscaya setzen, wie Palacio zitiert wird. Hunderte von Tonnen Eisen stecken in diesem Brückenkunstwerk, das damit auch zu einem Paradebeispiel für die technische Baukunst Ende des 19. Jahrhunderts wurde.

      Die Radiostation in Grimeton bei Varberg an der schwedischen Südwestküste war einmal ein Meilenstein auf dem Weg zur weltumspannenden Kommunikation. Zusammen mit 20 weiteren Anlagen dieser Art bildete sie ab 1925 ein globales Funknetzwerk. Heute ist Grimeton der einzige, noch erhaltene und funktionierende Längstwellensender, dessen gesamtes Ambiente aus den 1920er Jahren komplett vorhanden ist. Weshalb die Station 2004 in die Welterbe-Liste der UNESCO aufgenommen wurde. Dass damals vor 80 Jahren König Gustaf V. persönlich das Gebäude einweihte, unterstreicht die Bedeutung dieser neuen Kommunikationsmöglichkeit für Schweden. Den Anstoß zum Bau der Funkstation gab neben den Erfahrungen mit leicht zerstörbaren Land- und Seekabeln im Ersten Weltkrieg eine Emigrationswelle gigantischen Ausmaßes. Abertausende von Schweden suchten Ende des 19. Jahrhunderts ihr Glück im Land der angeblich unbegrenzten Möglichkeiten. Da es oft ein Abschied für immer werden sollte, bekam die Verbindung mit den Daheimgebliebenen per drahtloser Telegraphie für viele existentielle Bedeutung.
      Die Entdeckung der elektromagnetischen Wellen und ihrer drahtlosen Ausbreitung im Raum läutete eine Sternstunde der Nachrichtentechnik ein. Zahlreiche Funkpioniere haben sie vorbereitet, der schwedische Elektroingenieur Ernst F.W. Alexanderson konstruierte schließlich eine Maschine, die die Langwellen zum lichtschnellen Lauf um den Erdball beflügelte. Die nach ihm benannte Maschine heißt Alexanderson-Sender und thront bis heute als technisches Denkmal mitten in der Radiostation Grimeton.

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      Samstag, 10.04.10
      06:00 - 06:30 Uhr (30 Min.)
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      Stereo

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