• 14.04.2021
      21:00 Uhr
      Vergiftete Heimat - Die netten Rechten von nebenan Film von Rainer Fromm und Udo Frank | SWR Fernsehen BW
       

      Sie sind smart, klug und argumentationsstark. Die jungen Mitglieder der Identitären Bewegung Deutschland (IBD). Mit "rechtsextremen Dumpfbacken" und "Tattoo-Trägern in Springerstiefeln" haben sie nichts gemein, Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung lehnen sie ab. Der Verfassungsschutz stuft sie jedoch nach dreijähriger Prüfung als rechtsextremistisch ein. Zentrale Positionen der Identitären Bewegung Deutschland sind danach nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.

      Mittwoch, 14.04.21
      21:00 - 21:45 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Sie sind smart, klug und argumentationsstark. Die jungen Mitglieder der Identitären Bewegung Deutschland (IBD). Mit "rechtsextremen Dumpfbacken" und "Tattoo-Trägern in Springerstiefeln" haben sie nichts gemein, Gewalt als Mittel der Auseinandersetzung lehnen sie ab. Der Verfassungsschutz stuft sie jedoch nach dreijähriger Prüfung als rechtsextremistisch ein. Zentrale Positionen der Identitären Bewegung Deutschland sind danach nicht mit dem Grundgesetz vereinbar.

       

      Einflussnahme im Netz
      In Erscheinung tritt die neue rechte Jugendbewegung vor allem im Internet. Mit professionell gemachten Videoclips ihrer spektakulären Aktionen nimmt die IBD ideologisch Einfluss vor allem auf junge Net-User. Dabei nutzt sie Plattformen und Blogs, um ihre rechtsextremen Botschaften einem jungen Publikum nahe zu bringen. So sehr sie jedoch über das Internet die Öffentlichkeit suchen, so sehr entziehen sich die "netten Rechten von nebenan" persönlich der Presse und einer kritischen Berichterstattung geradezu konspirativ.
      Exklusive Einblicke in die Gedankenwelt der

      Identitären Bewegung
      Zum ersten Mal ist es einem Reporter-Team gelungen, Einblicke in das Denken und Handeln der neuen jungen Rechten zu bekommen und einige ihrer Protagonisten länger zu begleiten. Über zwei Jahre recherchierte ein Team von FF Framework TV im Milieu der Identitären Bewegung Deutschlands und lernte Aktivistinnen und Aktivisten kennen, die sich kritischen Fragen stellten. So konnte exklusiv für den SWR eine Dokumentation aus dem Kernbereich der IBD realisiert werden. Gedreht wurde u. a. bei einem Seminar der Identitären Bewegung auf Schloss Ebersberg bei Stuttgart. Die Reporter erfuhren, was der IBD der "Erhalt der ethnokulturellen Identität", "Patriotismus und Heimatliebe", "Remigration", Kontrolle über das eigene Staatsgebiet tatsächlich bedeutet.

      Neue Form rechtsextremen Auftretens
      Auch bei Protestaktionen und in einer Identitären Wohngemeinschaft in Halle wurde gefilmt. Dabei wurde deutlich, dass sich hier eine völlig neue Form rechtsextremen Auftretens manifestiert und viele Klischees überholt sind. Rechtsextremistisch hatte immer auch den Beigeschmack von reaktionär, brutal, tumb, verstaubt. Das trifft auf die Gruppe nicht zu. Mit ihrem modernen und hippen Auftreten schafft sie es, immer mehr junge Intellektuelle anzusprechen, auch Gymnasiast*innen und Student*innen, die sich als die neue kommende rechte Elite definieren.

      Analysieren und Kopieren politischen Repertoires
      Die IBD greift bei ihren Protesten auf das politische Repertoire der Linken und Öko-Bewegung zurück. Aktionen und Provokationen der Studentenbewegung der 1960er Jahre, der linksradikalen Sponti-Szene der 1980er Jahre oder auch von Greenpeace werden analysiert und kopiert. Während der Dreharbeiten fiel immer wieder auf, dass auch viele junge Frauen in der IBD aktiv sind. Modern gekleidet, selbstbewusst. Ihr Anspruch: feminin und wehrhaft zugleich. Eine Botschaft, die sie auch mit Videoclips verbreiten. Mit provozierenden Auftritten transportieren sie ein völkisches Weltbild, in dem der Islam zur Gefahr für deutsche Frauen wird.

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