• 20.11.2020
      22:00 Uhr
      Nachtcafé Abschied von den Liebsten - Gäste bei Michael Steinbrecher | SWR Fernsehen BW
       

      Abschiednehmen fällt nie leicht - und noch schwerer wird es, wenn es ein Abschied für immer ist. Der Tod trennt Menschen schmerzhaft von den Liebsten und zwingt einen dazu, sich von ihnen zu verabschieden.
      Wenn sich das Leben eines geliebten Menschen dem Ende zuneigt, stehen die Angehörigen vor einer großen Aufgabe: Auf einmal wird die Endlichkeit jeden Lebens ganz real und es wird notwendig, Abschied zu nehmen.
      Wie wichtig ist ein Abschied? Was braucht man, um sich gut verabschieden zu können? Und wie kann man wieder in die Zukunft blicken?

      Freitag, 20.11.20
      22:00 - 23:30 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Abschiednehmen fällt nie leicht - und noch schwerer wird es, wenn es ein Abschied für immer ist. Der Tod trennt Menschen schmerzhaft von den Liebsten und zwingt einen dazu, sich von ihnen zu verabschieden.
      Wenn sich das Leben eines geliebten Menschen dem Ende zuneigt, stehen die Angehörigen vor einer großen Aufgabe: Auf einmal wird die Endlichkeit jeden Lebens ganz real und es wird notwendig, Abschied zu nehmen.
      Wie wichtig ist ein Abschied? Was braucht man, um sich gut verabschieden zu können? Und wie kann man wieder in die Zukunft blicken?

       

      Abschiednehmen fällt nie leicht - und noch schwerer wird es, wenn es ein Abschied für immer ist. Der Tod trennt Menschen schmerzhaft von den Liebsten und zwingt einen dazu, sich von ihnen zu verabschieden.

      Wenn sich das Leben eines geliebten Menschen dem Ende zuneigt, stehen die Angehörigen vor einer großen Aufgabe: Auf einmal wird die Endlichkeit jeden Lebens ganz real und es wird notwendig, Abschied zu nehmen.

      Auch für diejenigen, die wissen, dass ihnen selbst nicht mehr viel Zeit bleibt, stellt sich die Notwendigkeit, sich vom Leben und von den Menschen in ihrem Umfeld zu verabschieden - eine Herausforderung für alle Beteiligten.

      Manchmal ist es nicht möglich, Abschied zu nehmen, weil ein Unfall oder ein Verbrechen einen geliebten Menschen ohne Vorwarnung aus dem Leben reißt. In diesen Fällen müssen die Hinterbliebenen einen Weg finden, mit dem gänzlich unerwarteten Schmerz umzugehen; besonders schwer fällt diese Aufgabe, wenn Eltern ihr eigenes Kind verlieren.

      Und manchmal sind es auch die äußeren Umstände, die es unmöglich machen, die Lieben auf dem letzten Weg zu begleiten und einen Abschluss zu finden - so wie im Moment, wo die Corona-Pandemie Besuche im Krankenhaus verhindert oder Trauerfeiern nur im allerkleinsten Kreis zulässt.

      Wie wichtig ist ein Abschied? Was braucht man, um sich gut verabschieden zu können? Und wie kann man wieder in die Zukunft blicken?

      • Die Gäste:

      Als Zwillinge sind Philipp und Johannes Mickenbecker nahezu unzertrennlich. Doch als Philipp zum wiederholten Male an Lymphdrüsenkrebs erkrankte, wurde den beiden Brüdern klar, dass die gemeinsame Zeit endlich ist. "Was würdest du tun, wenn du nur noch zwei Wochen zu leben hättest?", fragte sich Philipp. Mit Freunden machten sich die Brüder auf zu einer vielleicht letzten gemeinsamen Reise. Wie es ihnen gelingt, weiter hoffnungsvoll zu bleiben, berichten sie im "Nachtcafé".

      Rieka Herrmann musste das Grausamste erleben, was einer Mutter widerfahren kann: Ihre Tochter Annika wurde vor neun Jahren brutal ermordet. Bis heute ist der Täter nicht gefunden, auch ein Motiv konnte nicht ermittelt werden. Die vielen offenen Fragen ließen Abschiednehmen und ein Loslassenkönnen lange nicht zu. Bis Rieka Herrmann merkte: "Ich muss mich entscheiden, ob ich weiterleben will oder nicht." Dabei half ihr ein ungewöhnlicher Weg.

      Dass ihr Vater im Frühjahr an Corona erkrankt war, dessen war sich Susanne Dürr zunächst nicht bewusst. Erst als er in ihren Armen zusammenbrach und die Ärzte Covid-19 diagnostizierten, begann ein Kampf auf Leben und Tod. Die Corona-Bestimmungen machten es unmöglich, den Sterbenden im Krankenhaus zur Seite zu stehen. "Ich wünsche mir, dass meine Geschichte allen Verharmlosern von Corona eine Mahnung ist."

      Barbara Winkler begleitete ihren Mann Fred bis zu dessen Freitod in der Schweiz. Oft hatte das Paar über die Möglichkeit eines selbstbestimmten Endes gesprochen, beide waren sich einig: Wenn das Leben nicht mehr lebenswert ist, muss man es beenden dürfen. Als sich die gesundheitliche Situation ihres Mannes rapide verschlechterte, bereitete Barbara Winkler alles Nötige für den assistierten Suizid vor: "Es war ein würdiger Abschied, wie ich ihn mir auch für mich wünsche."

      Für den Psychiater und Neurowissenschaftler Prof. Dr. Joachim Bauer ist ein guter Abschied von den Liebsten ganz entscheidend für das Weiterleben nach einem tragischen Verlust: "Was war mir wichtig? Was ist mir jetzt wichtig? Was möchte ich mit der Zeit, die mir noch bleibt, tun? Jeder Abschied wirft die existentiellen Fragen auf", so der Psychiater, für den ein Abschied immer auch eine Neubesinnung ermöglicht.

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