• 29.08.2019
      20:15 Uhr
      Nächste Ausfahrt - Kaiserstuhl SWR Fernsehen BW
       

      Als 1965 für die Kultserie des Südwestfunks "links und rechts der Autobahn" ein Film über den Kaiserstuhl gedreht wurde, hatte niemand geahnt, dass zehn Jahre später Winzer und Bürger mit dem Satz "nai hämmer gsait" gegen das geplante Atomkraftwerk Wyhl aufstehen - einem Satz, der stellvertretend für zivilen Widerstand bis heute steht.
      Etwa fünfzig Jahre nach Ausstrahlung dieser Reihe durchforstet "nächste Ausfahrt - Kaiserstuhl" die vergangenen 50 Jahre Geschichte dieses vorwiegenden Weinlandes, das zur Kategorie "B" zählt - wie die Champagne.

      Donnerstag, 29.08.19
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Als 1965 für die Kultserie des Südwestfunks "links und rechts der Autobahn" ein Film über den Kaiserstuhl gedreht wurde, hatte niemand geahnt, dass zehn Jahre später Winzer und Bürger mit dem Satz "nai hämmer gsait" gegen das geplante Atomkraftwerk Wyhl aufstehen - einem Satz, der stellvertretend für zivilen Widerstand bis heute steht.
      Etwa fünfzig Jahre nach Ausstrahlung dieser Reihe durchforstet "nächste Ausfahrt - Kaiserstuhl" die vergangenen 50 Jahre Geschichte dieses vorwiegenden Weinlandes, das zur Kategorie "B" zählt - wie die Champagne.

       

      Stab und Besetzung

      Autor Alix Francois Meier

      Als 1965 für die Kultserie des Südwestfunks "links und rechts der Autobahn" ein Film über den Kaiserstuhl gedreht wurde, hatte niemand geahnt, dass zehn Jahre später Winzer und Bürger mit dem Satz "nai hämmer gsait" gegen das geplante Atomkraftwerk Wyhl aufstehen - einem Satz, der stellvertretend für zivilen Widerstand bis heute steht.

      Etwa fünfzig Jahre nach Ausstrahlung dieser Reihe durchforstet "nächste Ausfahrt - Kaiserstuhl" die vergangenen 50 Jahre Geschichte dieses vorwiegenden Weinlandes, das zur Kategorie "B" zählt - wie die Champagne. Seit 2005 erinnert auf der Gemarkung "Gestühl" in Leiselheim ein überdimensionaler Holzstuhl, sieben Meter hoch, an den Namen dieses Landstrichs. Der Legende nach hat Otto III. bei seiner Durchreise hier zu Gericht gesessen, daher der Name "Kaiserstuhl".

      Viele Weinberge wurden der besseren Bewirtschaftung wegen in den 1970er-Jahren terrassiert, optisch ein gravierender Einschnitt in die aus Vulkanen entstandene Landschaft. Auch die Mengenbegrenzung im Weinbau hat dafür gesorgt, dass aus diesem kleinen Flecken Land erstklassige Weine entstehen. Wo guter Wein wächst, lassen sich gerne auch Meisterköche nieder. Im Kaiserstuhl gibt es inzwischen zwei Restaurants mit jeweils einem Michelin-Stern.

      Doch auch Sorgen plagen die Landwirte. Viele Winzer suchen lange nach Nachfolgern, wenn die Kinder andere Wege gehen wollen. Und das liebliche Land, eine touristische Hochburg, könnte sich nachteilig verändern, seit es die Zertifizierung im Obstbau gilt. Immer mehr Nebenerwerbslandwirte geben auf, denn sie müssen jährlich für diese Zertifizierung genauso viel bezahlen wie die Großen und umfangreiche Bürokratie betreiben. Bislang sind sie gegen die Behörden nicht aufgestanden. Vielleicht ziehen sie irgendwann doch noch den Widerstandssatz hervor und protestieren mit dem Slogan aus den 70er-Jahren: "Nai hämmer gsait".

      Die Alternative zum Obstbau heißt Saat-Mais. Wie langweilig der aussieht und wie stark er mit Nitraten das Grundwasser belastet, kann man wenige Kilometer weiter im Elsass sehen.

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      Donnerstag, 29.08.19
      20:15 - 21:00 Uhr (45 Min.)
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