• 24.03.2019
      06:00 Uhr
      Schätze der Welt - Erbe der Menschheit Unbekanntes Madagaskar Tsingy de Bemahara und Ambohimanga | SWR Fernsehen BW
       

      n den religiösen Vorstellungen der Madegassen wird das Schicksal der Lebenden von den Ahnen bestimmt. Die Verstorbenen sind nicht tot, sie sind nur in eine andere Form des Lebens übergegangen. Durch spezielle Riten an den Grabstätten werden die Seelen der Vorfahren um Rat gefragt. Der Hügel von Ambohimanga ist der Geburtsort von Andrianamapoinimerina, des berühmtesten Königs aus dem Volk der Merina. Bis 1898 waren hier seine und die Grabstätte anderer Könige. Dann wurde die Hauptstadt nach Antananarivo verlegt und die königlichen Ahnen mussten mit. Die ehemalige Königsstadt ist eine der heiligsten Plätze der Merina geblieben.

      Sonntag, 24.03.19
      06:00 - 06:30 Uhr (30 Min.)
      30 Min.
      Stereo

      n den religiösen Vorstellungen der Madegassen wird das Schicksal der Lebenden von den Ahnen bestimmt. Die Verstorbenen sind nicht tot, sie sind nur in eine andere Form des Lebens übergegangen. Durch spezielle Riten an den Grabstätten werden die Seelen der Vorfahren um Rat gefragt. Der Hügel von Ambohimanga ist der Geburtsort von Andrianamapoinimerina, des berühmtesten Königs aus dem Volk der Merina. Bis 1898 waren hier seine und die Grabstätte anderer Könige. Dann wurde die Hauptstadt nach Antananarivo verlegt und die königlichen Ahnen mussten mit. Die ehemalige Königsstadt ist eine der heiligsten Plätze der Merina geblieben.

       

      Nichts darf hier verändert werden und so sieht es hier immer noch aus wie vor 200 Jahren. In Ambohimanga haben sich die letzten Holzgiebelhäuser Madagaskars erhalten, fein gefügt aus Palisanderholz, von wahrhaft königlichen Ausmaßen.

      Vergleicht man die Paläste mit denen europäischer Potentaten, lebten die Merinaherrscher bescheiden. Ein einziger Raum, eine ummauerte Feuerstelle, zwei Betten für den König, wovon eines am zentralen Stützpfeiler in fünf Meter Höhe befestigt ist - bei Gefahr konnte er so nach oben fliehen - , am Boden ein Bett für die Frauen und die Kinder.
      Als vor Jahrmillionen der afrikanisch-indische Urkontinent auseinander driftete, blieb mitten im Ozean die Insel Madagaskar zurück. Während es auf den Kontinenten zu gewaltigen Veränderungen kam, blieb auf der Insel alles wie es war. Das Vorhandene entwickelte sich lediglich weiter, zu einer bis heute beispiellosen Vielfalt. Erst vor 1.000 Jahren begannen Einwanderer diese urkontinentale Landschaft zu verändern. Nur wenige Landschaften konnten sich dieser Urbarmachung widersetzen. Das Naturreservat der "Tsingys" stellt einer Besiedelung bis heute eine natürliche Barriere entgegen: bizarre, nadelförmige Felsformationen. Wind- und Regenerosion haben aus Korallenriffen zahllose, bis zu 30 Meter hohe, Felsspitzen geformt. Bis heute ist das Gebiet mit seinen Höhlen, Schluchten und Flüssen in weiten Teilen unzugänglich und kaum erforscht.

      Auch die wenigen Einheimischen die am Rande der Tsingys leben, begegnen dem abweisenden Felsmassiv mit großem Respekt. Kaum einer, der es wagen würde in die von messerscharfen Zinnen bewachten Schluchten vorzudringen.

      Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.

      Die wertvollsten Natur- und Kulturdenkmäler der Welt schützt die UNESCO seit 1972 als "Erbe der Menschheit". Die Fernsehreihe "Schätze der Welt" erzählt von diesen Orten in eindrucksvollen Bildern.

      Film von Rüdiger Lorenz und Faranak Djalali

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