• 19.01.2019
      00:15 Uhr
      Nachtcafé - Das Beste Lebe lieber unvernünftig! - Talkshow mit Wieland Backes | SWR Fernsehen BW
       

      Gäste:

      • Robert Pfaller
      • Sebastian Frankenberger
      • Don Francis
      • Lara Juliette Sanders
      • Renate Pilz
      • Achim Schliebe
      • Felix Baumgartner

      Nacht von Freitag auf Samstag, 19.01.19
      00:15 - 01:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

      Gäste:

      • Robert Pfaller
      • Sebastian Frankenberger
      • Don Francis
      • Lara Juliette Sanders
      • Renate Pilz
      • Achim Schliebe
      • Felix Baumgartner

       
      • Robert Pfaller - "Die Unvernunft macht das Leben erst lebenswert", sagt der Wiener Philosoph Robert Pfaller und beobachtet derzeit eine maßlose Mäßigung auf allen Ebenen. Rauchen, Alkohol, Sexualität - überhaupt jegliches Risiko würde zusehends verteufelt und weitgehend verboten. Die Folgen seien fatal - gerade auch für die seelische Gesundheit der Menschen. "Denn ein Leben, das jegliches Risiko scheut, beginnt dem Tod zu gleichen und macht krank", sagt Pfaller.

      • Sebastian Frankenberger - Sebastian Frankenberger hat mit seiner Nichtraucherkampagne ganz Bayern gespalten und ist für viele dort zur Hassfigur geworden. Auch Alkohol meidet er weitgehend - bis auf den Messwein in der Kirche. Doch den Vorwurf eine lustfeindliche Spaßbremse zu sein, weist er weit von sich. Vielmehr ist er überzeugt, "dass der Mensch nicht gegen seinen Körper und sein Leben handeln darf!"

      • Don Francis - Don Francis steckt die Party im Blut - und das schon von Jugend an. "Eskalation ist mein Motto!", sagt er. Im berüchtigten spanischen Ferienort Lloret de Mar heizt er orgiastische Feten an und betreibt einen Club, in dem das Bier an Zapfstellen endlos fließt. Das Konzept scheint aufzugehen, denn er beobachtet, wie "sonst seriöse Menschen sich hier endlich mal so richtig gehen lassen!"

      • Lara Juliette Sanders - Lara Juliette Sanders führte ein festgefügtes Leben mit Mann und beruflichem Erfolg als Fernsehmoderatorin, doch mehr und mehr glich es für sie einer unerträglichen Fessel. "Die Entscheidung, den Schalter umzulegen und auszubrechen kam mir auf dem Weg zur Arbeit. Ich stieg aus der Bahn aus, kündigte telefonisch und fuhr einfach zum Flughafen", erinnert sich Sanders. Ein willkürlich gewähltes Ziel brachte sie weit weg und ihrem Traum näher ...

      • Renate Pilz - Renate Pilz wäre es niemals in den Sinn gekommen, aus ihrem Leben auszubrechen - auch wenn manche Zeiten noch so hart waren: Viel zu früh verlor die Unternehmergattin und Mutter zweier Kinder ihren Mann, doch anstatt den Betrieb zu verkaufen nahm sie die Herausforderung an und wurde kurzerhand Firmenchefin. Heute ist das Familienunternehmen erfolgreicher denn je. Die wertkonservative Chefin sagt: "Vernunft bedeutet für mich Verantwortung - gegenüber meinem eigenen Leben, aber auch dem Leben anderer."

      • Achim Schliebe - Achim Schliebe presste sich sein Leben lang in ein Korsett aus Vernunft und Leistungsdenken. Warnsignale seines Körpers ignorierte der Sicherheitsingenieur zunächst, doch dann änderte er alles: Er löste sein Haus auf und zog mit dem Wohnwagen monatelang durch Spanien. Zurück in Deutschland lebt er heute fernab finanzieller Sicherheit, Status und Prestige: "Das mag unvernünftig und unsicher sein, doch ich fühle mich befreiter und glücklicher als je zuvor."

      • An der Bar: Felix Baumgartner steht vor der größten Herausforderung seines Lebens als Extremsportler. Der weltbeste Basejumper plant einen waghalsigen Stratosphärensprung aus 36 Kilometern Höhe mit dem Ziel, die Schallmauer zu durchbrechen. Noch nie sprang ein Mensch aus einer solchen Höhe ab, für Baumgartner geht es dabei um Leben und Tod: "Und trotzdem: Ein Leben ohne Risiko wäre kein Leben für mich, ich freue mich sehr auf dieses Abenteuer."

      Selters statt Sekt, Bio-Knäckebrot anstelle von Sahnetorte, lieber neun Stunden schlafen statt mitten in der Woche feiern. Bei diesen Tendenzen, die weitläufig in unserer Gesellschaft zu beobachten sind, könnte man meinen, wir werden immer strenger, spießiger und spaßbefreiter. Wir mäßigen uns maßlos. Und sind wir doch mal unvernünftig und schlagen über die Stränge, plagt uns sofort das schlechte Gewissen oder beschleicht uns die Angst vor dem nächsten Arztbesuch, wo wir wegen schlechter Blutwerte getadelt werden. Zu Recht? Regeln und geordnete Bahnen haben ja auch was Gutes. Vernünftig sein ist nicht per se schlecht.

      Der Wiener Philosoph Robert Pfaller sieht es anders, wenn nicht problematisch: "Anstatt zu fragen, wofür wir leben, fragen wir uns nur noch, wie wir möglichst lange leben." Massiv sorgt er sich um unsere Fähigkeit, das Leben zu genießen. Sicherheit, Planung, Selbstkontrolle prägen unser Dasein - doch glücklicher mache uns das nicht. Sind wir tatsächlich eine genussfeindliche Gesellschaft geworden? Ist es unvernünftig, immer vernünftig zu sein? Leben Risikobereite intensiver? Und wie schädlich kann ein verantwortungsloser Lebensstil tatsächlich sein, wenn er uns im Gegenzug glücklicher und zufriedener macht?

      Das Nachtcafé ist keine Arena für Exhibitionisten und Voyeure. Zynismus und Krokodilstränen haben keinen Platz, wohl aber Menschen aller Art, die den Zuschauern etwas zu erzählen haben.

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      Nacht von Freitag auf Samstag, 19.01.19
      00:15 - 01:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.
      Stereo

programm.ARD.de © rbb | ARD Play-Out-Center || 16.10.2019