• 06.08.2018
      05:30 Uhr
      Presseclub Debattenkultur im Zeitalter der kollektiven Erregung: Lasst uns trefflich streiten | WDR Fernsehen
       

      Vom Hashtag zum Aufschrei dauert es oft nur noch wenige Stunden. Die Themen aus dem Netz finden in rasender Geschwindigkeit den Weg in den öffentlichen Diskurs. Doch die Hashtags sind keine neutralen Überschriften, sie liefern immer gleich eine Haltung mit. Entsprechend geht es in diesen Debatten nicht um Kompromissfindung, sondern um wechselseitige Diffamierung. Haben wir verlernt, uns trefflich zu streiten?

      Volker Herres diskutiert darüber mit diesen Gästen:

      • Bettina Gaus, taz. die tageszeitung
      • Alexander Grau, Freier Journalist und Publizist
      • Ulrich Ladurner, Die Zeit
      • Sonja Zekri, Süddeutsche Zeitung

      Montag, 06.08.18
      05:30 - 06:10 Uhr (40 Min.)
      40 Min.

      Vom Hashtag zum Aufschrei dauert es oft nur noch wenige Stunden. Die Themen aus dem Netz finden in rasender Geschwindigkeit den Weg in den öffentlichen Diskurs. Doch die Hashtags sind keine neutralen Überschriften, sie liefern immer gleich eine Haltung mit. Entsprechend geht es in diesen Debatten nicht um Kompromissfindung, sondern um wechselseitige Diffamierung. Haben wir verlernt, uns trefflich zu streiten?

      Volker Herres diskutiert darüber mit diesen Gästen:

      • Bettina Gaus, taz. die tageszeitung
      • Alexander Grau, Freier Journalist und Publizist
      • Ulrich Ladurner, Die Zeit
      • Sonja Zekri, Süddeutsche Zeitung

       

      Vom Hashtag zum Aufschrei dauert es oft nur noch wenige Stunden. Die Themen aus dem Netz finden in rasender Geschwindigkeit den Weg in den öffentlichen Diskurs, werden von Medien, Politikern und Aktivisten publikumswirksam besprochen. Unionsstreit, ertrinkende Flüchtlinge im Mittelmeer und Alltagsrassismus, Hashtags beherrschten seit geraumer Zeit die Debattenthemen, von #aufschrei bis #Metwo.

      Doch die Hashtags sind keine neutralen Überschriften, sie liefern immer gleich eine Haltung mit. Entsprechend geht es in diesen Debatten nicht um Kompromissfindung, sondern um wechselseitige Diffamierung. Argumente der Gegenseite werden nicht gehört, sie werden abgetan als rassistisch, menschenverachtend, links- oder rechtsradikal. Es sind Scheindiskussionen ohne Erkenntnisgewinn, dafür voller Empörung.

      Müssen wir uns daran gewöhnen? Und war das immer schon so, oder haben wir verlernt, uns trefflich zu streiten?

      Darüber diskutiert ARD-Programmdirektor Volker Herres am Sonntag im "Presseclub" mit den Gästen:

      • Bettina Gaus, Politische Korrespondentin, taz. die tageszeitung

      Nach dem Studium (Politologie) absolvierte Bettina Gaus eine Ausbildung an der Deutschen Journalistenschule in München. Von 1982 bis 1989 war sie Redakteurin bei der Deutschen Welle. Anschließend arbeitete sie - zunächst frei - für die "taz" als Korrespondentin für Ost- und Zentralafrika. Von 1996 bis 1999 leitete sie das Parlamentsbüro der "taz". Sie veröffentliche eine Reihe von Büchern, darunter "Auf der Suche nach Amerika. Begegnungen mit einem fremden Land" (2008). Zuletzt erschien 2011 bei Eichborn "Der unterschätzte Kontinent. Reise zur Mittelschicht Afrikas".

      • Alexander Grau, Freier Journalist und Publizist

      Alexander Grau studierte Philosophie, Sprachwissenschaften und Neue Geschichte in Berlin. Nach seiner Promotion ging er zunächst mit einem Forschungsstipendium nach München. Dann schlug er die journalistische Laufbahn ein und arbeitet seit 2003 als freier Journalist überwiegend für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“, „Frankfurter Allgemeine Sonntagszeitung“ und das Magazin „Cicero“. In der Online-Ausgabe des „Cicero“ schreibt er seit 2015 regelmäßig die Kolumne „Grauzone“. Darüber hinaus arbeitet er für verschiedene Zeitschriften, Magazine, den Deutschlandfunk und schrieb mehrere Bücher. Zuletzt erschien 2017 „Hypermoral. Die Lust an der Empörung“.

      • Ulrich Ladurner, Europakorrespondent, Die Zeit

      Ulrich Ladurner studierte Politikwissenschaft und Geschichte in Innsbruck und arbeitete zunächst lange Jahre als Journalist in Wien, Zürich und Rom. Zwischen 1991 und 2013 war er als Kriegsberichterstatter zum Beispiel auf dem Balkan, in Afghanistan, Iran, Irak, Pakistan, Libyen und zuletzt in Mali unterwegs. Er schrieb bis 1999 als Auslandsredakteur für das österreichische Magazin „Profil“ und die Schweizer Wochenzeitung „Facts“. Dann wechselte Ulrich Ladurner zur Wochenzeitung „Die Zeit“, für die er seither aus dem Ausland berichtet, derzeit als Europakorrespondent. Er ist Autor zahlreicher Bücher. Zuletzt erschien „Lampedusa. Große Geschichte einer kleinen Insel“. Zudem arbeitet Ulrich Ladurner als Fotograf derzeit an einer Ausstellung zu Afghanistan und Pakistan.

      • Sonja Zekri, Leiterin Ressort Feuilleton, Süddeutsche Zeitung

      Sonja Zekri studierte Geschichte und Slawistik in Bochum und absolvierte später eine Ausbildung an der Henri-Nannen Schule in Hamburg. Bevor sie 2001 bei der Süddeutschen Zeitung anfing, arbeitete sie als freie Journalistin für verschiedene Zeitungen und Medien. Von 2008 bis 2011 war sie als Korrespondentin der Süddeutschen Zeitung in Moskau und berichtete anschließend aus dem Nahen Osten über den Arabischen Frühling. Seit 2015 leitet Sonja Zekri gemeinsam mit Andrian Kreye das Ressort Feuilleton der Zeitung.

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