• 24.02.2012
      23:15 Uhr
      WDR-dok: Die zweite Hinrichtung - Amerika und die Todesstrafe Ein Film von Michael Verhoven und Luise Lindermair | WDR Fernsehen
       

      Am 16. September 2009 sollte Romell Broom (53) in Ohio hingerichtet werden. Er überlebte die Todesstrafe. Über die Frage nach einer zweiten Hinrichtung rollt der Film seinen Fall neu auf und zeigt, dass Broom keine gerechte Verhandlung hatte.

      Freitag, 24.02.12
      23:15 - 00:45 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Am 16. September 2009 sollte Romell Broom (53) in Ohio hingerichtet werden. Er überlebte die Todesstrafe. Über die Frage nach einer zweiten Hinrichtung rollt der Film seinen Fall neu auf und zeigt, dass Broom keine gerechte Verhandlung hatte.

       

      Im Gefängnis von Lucasville, Ohio, sollte am 16. September 2009 ein Häftling hingerichtet werden - Romell Broom, 53 Jahre alt, Afro-Amerikaner, 1985 zum Tode verurteilt wegen Entführung, Vergewaltigung und Ermordung eines 14-jährigen Mädchens. Es passierte etwas Unerhörtes: Die Hinrichtung mit der Giftspritze musste nach zwei Stunden und 18 vergeblichen Versuchen erfolglos abgebrochen werden.

      Nun setzte ein juristisches Tauziehen ein. Darf jemand zweimal hingerichtet werden? In dieser Phase hat der Filmautor Michael Verhoeven begonnen, sich in dieser beispiellosen Geschichte zu engagieren und die Vorgänge zu dokumentieren. Zunächst kreisten die Gespräche, die er mit den Beteiligten des Verfahrens führte, um die Gesetzmäßigkeit einer zweiten Hinrichtung. Doch sehr bald wurde klar, dass Romell Broom schon in seinem Prozess keinerlei Chance auf Gerechtigkeit hatte. Alle Zeugenaussagen und Indizien, die ihn entlastet hätten, wurden unterdrückt - möglicherweise weil das Opfer die Tochter einer FBI-Agentin war und schnell ein Mörder gefunden werden musste. Broom hätte gar nicht zum Tode verurteilt werden dürfen. Die Mutter eines anderen ermordeten Mädchens hat schon damals die Täterschaft von Broom in Frage gestellt - und wurde daraufhin als kooperationsunwillig vom Verfahren ausgeschlossen.

      Michael Verhoevens Film bringt all die Menschen zusammen, die am ersten und am jetzigen Verfahren gegen Romell Broom beteiligt waren und sind. Akribisch bis ins Detail rekonstruiert er die Tat, die Ermittlungen und den Prozess. Er geht der Frage nach, was dieser einzigartige Fall mit den Angehörigen der Opfer, dem angeblichen Täter und seinen Angehörigen, mit den Ermittlern, den Verteidigern und den Anklägern macht - und was dieser Fall über die soziale Wirklichkeit der USA aussagt.

      Michael Verhoevens Film ist ein eindringliches Plädoyer gegen die Todesstrafe. Im Idealfall wird dieses filmische Plädoyer dazu beitragen, das Leben des Todeskandidaten Romell Broom zu retten.

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