• 18.06.2018
      05:40 Uhr
      Presseclub Seehofer gegen Merkel - wie lange hält die Union das aus? | WDR Fernsehen
       

      Die WM in Russland hat gerade begonnen und Deutschland ist im Fußball-Fieber. Doch jetzt findet sich das Land mitten in einer Regierungskrise wieder, wie sie dramatischer nicht sein könnte. Die Koalition - nicht einmal 100 Tage im Amt - steht vor einer Zerreißprobe. Darüber diskutieren:

      • Stephan Detjen, Chefkorrespondent, Leiter des Hauptstadtstudios und des Studios in Brüssel, Deutschlandradio
      • Barbara Junge, Stellvertretende Chefredakteurin, taz. die tageszeitung
      • Alexander Kain, Stellv. Chefredakteur, Passauer Neue Presse
      • Mariam Lau, Redakteurin im Hauptstadtstudio, Die Zeit

      Nacht von Sonntag auf Montag, 18.06.18
      05:40 - 06:25 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Die WM in Russland hat gerade begonnen und Deutschland ist im Fußball-Fieber. Doch jetzt findet sich das Land mitten in einer Regierungskrise wieder, wie sie dramatischer nicht sein könnte. Die Koalition - nicht einmal 100 Tage im Amt - steht vor einer Zerreißprobe. Darüber diskutieren:

      • Stephan Detjen, Chefkorrespondent, Leiter des Hauptstadtstudios und des Studios in Brüssel, Deutschlandradio
      • Barbara Junge, Stellvertretende Chefredakteurin, taz. die tageszeitung
      • Alexander Kain, Stellv. Chefredakteur, Passauer Neue Presse
      • Mariam Lau, Redakteurin im Hauptstadtstudio, Die Zeit

       

      Die WM in Russland hat gerade begonnen und Deutschland ist im Fußball-Fieber. Doch jetzt findet sich das Land mitten in einer Regierungskrise wieder, wie sie dramatischer nicht sein könnte. Die Koalition - nicht einmal 100 Tage im Amt - steht vor einer Zerreißprobe.

      Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble warnte vor der „Auflösung“ der Fraktionsgemeinschaft von CDU und CSU. Denn der Machtkampf zwischen Bundesinnenminister Horst Seehofer und Bundeskanzlerin Angela Merkel hat zu einem schweren Zerwürfnis zwischen den Schwesterparteien geführt. Seehofer will mit aller Kraft durchsetzen, dass Deutschland mehr Flüchtlinge an den Grenzen abweist. Zur Not auch gegen den Willen Angela Merkels.

      Es wäre ein wichtiger symbolischer Sieg der CSU, die im Herbst Landtagswahlen in Bayern zu bestehen hat. Die CDU-Chefin hingegen will in den kommenden zwei Wochen eine Lösung auf europäischer Ebene suchen. Ende Juni findet ein EU-Gipfel statt.
      Der Streit um die Asylpolitik ist nicht neu

      Er schwelt seit dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015/2016. Damals drohte der CSU-Politiker mit einer Verfassungsklage, sollte der Bund den Zuzug nicht bremsen. Der aktuelle Konflikt könnte die Regierung sprengen. Denn Seehofer droht mit einem Ministerentscheid. Das könnte die Kanzlerin kaum akzeptieren, sie müsste ihren Minister entlassen.

      Wie ernst ist die Lage? Gefährdet der Streit Merkels Kanzlerschaft? Könnte es sogar Neuwahlen geben? Oder kann Bundestagspräsident Schäuble zwischen den Schwesterparteien vermitteln? Kann es in der Frage der Flüchtlingspolitik einen Kompromiss in der Union geben?

      • Stephan Detjen, Chefkorrespondent, Leiter des Hauptstadtstudios und des Studios in Brüssel, Deutschlandradio

      Stephan Detjen studierte Rechtswissenschaft und Geschichte in München, Aix-en-Provence und in Speyer. Seine journalistische Laufbahn begann er 1992 beim „Bayerischen Rundfunk“ in der Nachrichten- und Politikredaktion. Von 1997 bis 1999 war er als rechtspolitischer Korrespondent für „Deutschlandradio“ und den ARD-Hörfunk beim Bundesverfassungsgericht und Bundesgerichtshof in Karlsruhe tätig. Im Anschluss wurde er als Korrespondent in das Hauptstadtstudio von „Deutschlandradio“ entsandt. Ab 2005 leitete er im Funkhaus Berlin die Abteilung »Aktuelle Kultur«. Von 2008 bis 2012 war Stephan Detjen Chefredakteur beim „Deutschlandfunk“ in Köln. Seit April 2012 ist er Chefkorrespondent des „Deutschlandradios“ und Leiter des Hauptstadtstudios in Berlin und des Studios in Brüssel.

      • Barbara Junge, Stellvertretende Chefredakteurin, taz. die tageszeitung

      Barbara Junge ist seit 2016 stellvertretende Chefredakteurin bei der „taz“. Sie studierte Soziologie und Politik in Freiburg und Berlin. Nach ihrer Ausbildung an der Berliner Journalistenschule arbeitete Barbara Junge als Berlin-Korrespondentin und später als Ressortleiterin für den Berlin-Teil bei der „taz“. 2001 wechselte sie zum Berliner „Tagesspiegel“, wo sie unter anderem über innenpolitische Themen berichtete. 2013 ging sie als USA-Korrespondentin für den „Tagesspiegel“ nach Washington. 2016 kehrte sie zurück zur „taz“ nach Berlin.

      • Alexander Kain, Stellv. Chefredakteur, Passauer Neue Presse

      Alexander Kain studierte Wirtschaftswissenschaften an der Universität Passau und absolvierte parallel dazu eine Journalistenausbildung bei der „Passauer Neuen Presse“ sowie der „Listy Prachaticka“ in Tschechien. 1997 arbeitete er zunächst bei der BMW AG in München in den Bereichen Investor Relations, Wirtschafts- und Finanzkommunikation, Jahresabschluss und Interne Kommunikation. 1998 wechselte Alexander Kain dann zur „Passauer Neuen Presse“, wo er als Hauptstadtkorrespondent zunächst in Bonn, dann in Berlin tätig war. 2001 ging er als leitender Redakteur nach Passau, wo er seit 2009 stellvertretender Chefredakteur ist.

      • Mariam Lau, Redakteurin im Hauptstadtstudio, Die Zeit

      Mariam Lau ist seit Mai 2010 Redakteurin im Hauptstadtbüro der Wochenzeitung "Die Zeit". Sie absolvierte eine Ausbildung zur Krankenschwester und studierte am Berliner Kennedy-Institut Amerikanistik. Anschließend ging sie mit einem Stipendium in die USA und absolvierte ein Volontariat in New York. Zurück in Deutschland war sie sieben Jahre lang Redakteurin im Kulturressort der „taz" in Berlin. 2004 wechselte sie zur "Welt", leitete dort ab 2004 das Ressort "Forum" und war zuletzt Chefkorrespondentin des Blattes. 2009 erschien ihr Buch "Die letzte Volkspartei. Angela Merkel und die Modernisierung der CDU".

      Der Presseclub ist eine aktuelle Diskussionssendung, in der das jeweils wichtigste politische Thema der Woche aufgearbeitet wird. Journalistinnen und Journalisten mit unterschiedlichen Standpunkten analysieren aus unterschiedlichen Blickwinkeln politische Ereignisse und Entwicklungen. Dabei wird der Hintergrund von Schlagzeilen aufgehellt, und es entsteht im Dialog ein Wettstreit um die Interpretation von politischen Vorgängen. Für das Publikum ergibt sich damit ein Angebot von Meinungen, die sich in der Diskussion überprüfen lassen müssen und auf diese Weise ihre Glaubwürdigkeit und Plausibilität unter Beweis stellen müssen.

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