• 05.07.2011
      23:15 Uhr
      Liebe an der Macht - Hannelore und Helmut Kohl WDR Fernsehen
       

      Helmut und Hannelore Kohl: Eine Ehe mit klassischer Rollenverteilung. Er macht Karriere, sie kümmert sich um die Kinder. Doch sein Leben als Politiker fordert von ihr mehr. Sie soll mit ihm ins Rampenlicht.

      Dienstag, 05.07.11
      23:15 - 00:00 Uhr (45 Min.)
      45 Min.

      Helmut und Hannelore Kohl: Eine Ehe mit klassischer Rollenverteilung. Er macht Karriere, sie kümmert sich um die Kinder. Doch sein Leben als Politiker fordert von ihr mehr. Sie soll mit ihm ins Rampenlicht.

       

      Mit zunehmendem Widerwillen lässt sich Hannelore Kohl darauf ein, für ihn. Während er politische Macht erkämpft, versteinert ihr Lächeln zur Maske. Erst Jahre später erfährt die Öffentlichkeit, dass Hannelore Kohl die Auftritte zunehmend schwer fielen. Sie war krank. Die Dokumentation von Michael Wech blickt hinter die Kulissen dieser öffentlichen Ehe. Zahlreiche Freunde und politische Weggefährten berichten über Aufstieg und Krisen der Kohls. Dabei wird offenkundig: Der gemeinsame Lebensweg des Politikerehepaars Kohl führte stets in eine Richtung - in die, die er vorgab.

      Kennengelernt hatten sie sich 1948, da war sie 15 und er 18 Jahre alt. Erst 12 Jahre später feiern sie Hochzeit, als er sicher ist, eine Familie ernähren zu können. Hannelore Kohl interessiert sich anfangs nicht besonders für die politischen Ambitionen ihres Mannes. Helmut Kohl dagegen merkt bald, dass er auf Parteiveranstaltungen gut ankommt, immer häufiger verbringt er seine freie Zeit in Gemeindehallen und Bierzelten. Nach der Hochzeit zieht Hannelore Walter und Peter groß, die Söhne. Sie hatte einmal von einem eigenen Beruf geträumt - wollte Fremdsprachenkorrespondentin werden. Sie war begabt für Sprachen, hatte studiert. Doch das Leben an seiner Seite lässt einen eigenen Beruf nicht zu, glaubt sie. Also arrangiert sie sich mit ihrem Schicksal, stellt es nur selten in Frage. Einmal, Anfang der 70er, kommt es doch zum Streit. Helmut Kohl, inzwischen Ministerpräsident von Rheinland-Pfalz, will aufs Ganze. Er glaubt, den Parteivorsitz der Bundes-CDU erkämpfen zu können. Hoffnungen, seine Hoffnungen. Damit er wirklich eine Chance hat, muss er aus dem gemütlichen Rheinland-Pfalz wegziehen, in die Hauptstadt, nach Bonn. Hannelore rebelliert, eine Ehekrise. Sie zieht dennoch mit nach Bonn. Und steigt dort später zur Frau des Bundeskanzlers auf. Hannelore Kohl liebt dieses Leben nicht - und lässt es sich doch nie anmerken. Und er weiß längst, dass er sich blind auf ihre Loyalität verlassen kann.

      Ihr ist zudem nicht klar, wie ihre Aufgabe definiert ist. Noch Anfang der 80er Jahre ist die Position der "First Lady" offiziell nicht vorgesehen. Die Kanzlergattin hat kein eigenes Büro im Kanzleramt. Das Budget der Bundesregierung hält dafür keine Mittel bereit. Ihr Mann dagegen genießt das Leben in Bonn. Er hat sie alle aus dem Feld geschlagen: Rainer Barzel, Franz Josef Strauß, Helmut Schmidt. Die Scheinwerfer der Öffentlichkeit sind vor allem auf ihn gerichtet. Und Hannelore Kohl kann sich nicht entziehen. Die Ehe im Rampenlicht fordert immer mehr auch von ihr, ein Rollenspiel. Und wieder ist sie bereit, seinem Weg zu folgen. Sie ist an seiner Seite, wenn er nach Washington reist, nach Moskau, wenn er Staatsgäste in Bonn empfängt. Sie spricht fließend Französisch und Englisch, baut freundschaftliche Kontakte zu den Ehefrauen der Staatsmänner auf. Ihre Sicherheit in Fremdsprachen nützt auch ihm.

      Helmut Kohl gönnt sich schon mal schlechte Laune, auch öffentlich. Sie dagegen lächelt andauernd, mit eiserner Disziplin. Wie es ihr dabei geht, interessiert niemanden. Sie hat zu funktionieren, glaubt sie. Helmut und Hannelore Kohl - eine Ehe im Dienste des Staates.

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