• 08.07.2011
      00:40 Uhr
      Spiel der Götter Spielfilm Bhutan / Indien 1999 (Phörpa / The Cup) | WDR Fernsehen
       

      Zwei junge Tibeter werden nach Indien geschickt, um dort eine traditionelle buddhistische Erziehung zu erhalten. Aber im Kloster beherrscht nicht Buddha Herz und Verstand der Mönche, sondern ein ganz anderer Gott: Fußball.

      Nacht von Donnerstag auf Freitag, 08.07.11
      00:40 - 02:10 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Zwei junge Tibeter werden nach Indien geschickt, um dort eine traditionelle buddhistische Erziehung zu erhalten. Aber im Kloster beherrscht nicht Buddha Herz und Verstand der Mönche, sondern ein ganz anderer Gott: Fußball.

       

      Ein tibetisch-buddhistisches Kloster am Fuß des Himalajas: Alles geht scheinbar seinen geregelten Gang. Aber der Schein trügt. Die religiösen Zeremonien werden nicht mit der gebotenen Intensität absolviert. Ein großes sehr weltliches Ereignis spukt durch die Köpfe der Novizen und Mönche: die Fußballweltmeisterschaft 1998. Besonders Orgyen, ein junger angehender Mönch, und seine Freunde fiebern leidenschaftlich bei jedem Spiel mit. Es wird gewettet, angefeuert, Zeitschriften mit Fußballreportagen ausgetauscht. Und was noch unerhörter ist - nachts verlassen die Jungen heimlich das Kloster, um live vor dem Fernseher das Geschehen zu verfolgen. Diese Abkehr von Tradition und buddhistischer Haltung erfüllt Geko, den Verantwortlichen für die klösterliche Disziplin, mit Sorge. Als dann auch noch die tibetischen Neuankömmlinge Palden und Nyima dem Weltmeisterschaftstaumel verfallen, scheint das Maß voll. Orgyen, Palden und einige ihrer Freunde werden erwischt, wie sie trotz strengen Verbots vom Halbfinalspiel wieder ins Kloster schleichen. Die Strafe ist fürchterlich: Küchendienst und Ausgangssperre für einen Monat! Aber Orgyen ist zu allem entschlossen. Er entschließt sich zum Bittgang bei Geko, der zwar nichts verspricht, aber immerhin zusagt, sich mit dem Abt zu beraten. Und dieser sieht die Sache ganz gelassen: Er hat nichts dagegen, dass das Endspiel von den Mönchen gesehen wird, aber innerhalb der Klostermauern.

      Für dieses von der Kritik und dem Publikum gleichermaßen geliebte Kinojuwel erhielt Regisseur Norbu u. a. 1999 den "One Future"-Preis auf dem Münchner Filmfest, den FIPRESCI-Preis in Pusan, Publikumspreise in Gardanne und Toronto (2.Platz) und den "Spezialpreis der Jury" in Amiens und in Kerala.
      Das humorvolle Spielfilmdebüt von Regisseur Khyentse Norbu lässt den Zuschauer mit liebevollem Blick am Klosterleben teilnehmen und zeigt mit warmherzigem Charme, dass auch Mönche Menschen sind. Tradition trifft hier auf die Errungenschaften der modernen Welt - ein Brückenschlag, der überall möglich sein sollte. Der Filmregisseur und Autor Khyentse Norbu, 1961 in Bhutan geboren, wurde unter dem Titel 'Dzongsar Jamyang Khyentse Rinpoche' als Hauptinkarnation der tibetischen Khyentse-Stammlinie anerkannt. Neben einer Ausbildung in allen Hauptschulen des tibetischen Buddhismus studierte Khyentse Norbu in den USA Politik und Filmwissenschaft. Er war Berater des italienischen Regisseurs Bernardo Bertolucci bei dessen Film "Little Buddha". Nach seinem Filmdebüt mit "Spiel der Götter", dem ersten bhutanischen Spielfilm der Geschichte überhaupt, kam 2003 sein zweiter Kinofilm heraus: "Von Reisenden und Magiern" erzählt von einem jungen Dorfbeamten, der seine Heimat Bhutan verlässt, um in Amerika sein Glück zu finden. Doch auf seiner Reise begegnen ihm außergewöhnliche Menschen, die seine großspurigen Pläne immer mehr ins Wanken bringen - ein vielschichtiges Road Movie und tiefsinniges Filmmärchen mit folkloristischen Elementen" (LIF).

      "Ein ungekünstelter, bezaubernder Film, der zeigt, wie fremde Kulturen uralte Traditionen berühren" (Moving Pictures).
      "...eine fantastische Komödie, eine gute Mischung aus sehr viel Intelligenz und Finesse, Humor, Fußball und - Buddhismus" (Le Parisien).
      "Ein Kuriosum von stillem Humor und unaufdringlicher Weisheit ist das Filmdebüt des buddhistischen Lamas Khyentse Norbu. Authentisch die hochkonzentrierten Laiendarsteller und die kleinen ergreifenden Ereignisse während der Weltmeisterschaft" (AZ).

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      00:40 - 02:10 Uhr (90 Min.)
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