• 09.03.2010
      23:15 Uhr
      Bin nur ein Jonny Der Operettenkomponist Paul Abraham | WDR Fernsehen
       

      Die Dokumentation "Bin nur ein Jonny" porträtiert den ungarischen Komponisten und erzählt von der späten Glanzzeit der Operette und vom "Goldenen Zeitalter" des europäischen Musikfilms.

      Dienstag, 09.03.10
      23:15 - 00:15 Uhr (60 Min.)
      60 Min.

      Die Dokumentation "Bin nur ein Jonny" porträtiert den ungarischen Komponisten und erzählt von der späten Glanzzeit der Operette und vom "Goldenen Zeitalter" des europäischen Musikfilms.

       

      Stab und Besetzung

      Redaktionelle Zustaendigkeit János Darvas
      Redaktion Lothar Mattner

      Paul Abraham war in den frühen 30er Jahren einer der beliebtesten und erfolgreichsten Unterhaltungskomponisten Europas. Seine Jazzoperetten wurden an Hunderten von Theatern gespielt, seine Filmmusiken machten ihn zu einem Star des jungen Tonfilms, im Radio und auf Schellackplatte begeisterten die Songs von Paul Abraham Millionen Zuhörer.

      Paul Abraham wurde 1892 geboren. 1930 zog er von Budapest nach Berlin, wo ihm mit der Operette "Viktoria und ihr Husar" der internationale Durchbruch gelang. Auch mit seinen nächsten Bühnenwerken, "Die Blume von Hawaii" und "Ball im Savoy", feierte er sensationelle Erfolge. Die Musik von Paul Abraham traf den Nerv des großen Publikums. Sein Gefühl für eingängige Melodien und sein ausgeprägter Sinn für moderne Klangfarben machten ihn zu einem der gefragtesten Komponisten seiner Zeit. So eroberte Abraham nicht nur die Theatersäle, sondern auch die Kinopaläste: Die Songs, die er für Filmoperetten wie "Ein bisschen Liebe für Dich" oder "Das Blaue vom Himmel" schrieb, wurden zu Abrahams populärsten Kompositionen.
      Die glanzvolle Berliner Zeit dauerte nur drei Jahre. Ende 1932 sah sich Paul Abraham, der Jude war, der antisemitischen Hetze der Nationalsozialisten ausgesetzt. Am 30. Januar 1933, am Tag von Hitlers Machtergreifung, flüchtete er nach Ungarn. Sechs Jahre lang arbeitete Abraham in Budapest und Wien, aber mit seinen neuen Werken konnte er an die Triumphe der Berliner Zeit nicht mehr anknüpfen.
      1939 floh er über Paris und Havanna nach New York. Seine Versuche, in Amerika als Komponist Fuß zu fassen, scheiterten, sein geistiger Zustand verschlechterte sich rapide. 1946 wurde Abraham in die New Yorker Nervenheilanstalt Creedmoor eingeliefert, wo er zehn Jahre einsam und von aller Welt vergessen verbrachte.
      Ab 1954 setzte sich ein Paul-Abraham-Komitee dafür ein, den Komponisten in die Bundesrepublik zu holen, wo seine Operetten inzwischen wieder überall gespielt wurden und neue Verfilmungen erlebten. 1956, dreiundzwanzig Jahre nach seiner Flucht aus Berlin, kehrte Abraham als kranker und gebrochener Mann nach Deutschland zurück. Er starb 1960 in Hamburg.

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      Dienstag, 09.03.10
      23:15 - 00:15 Uhr (60 Min.)
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