• 11.04.2020
      12:30 Uhr
      Abenteuer Erde: Die Lippe - Flussgeschichten zwischen Münsterland und Kohlenpott Film von Ulf Marquardt | WDR Fernsehen
       

      Seit rund 11.000 Jahren fließt die Lippe vom Fuß des Eggegebirges von Osten nach Westen in den Rhein. Eine neue WDR-Dokumentation erzählt einige der vielen Geschichten, die sich an ihren Ufern abgespielt haben.
      Die alten Römer beispielsweise reisten vermutlich auf ihr von Haltern in Richtung Osten und ins Verderben.
      Viele Jahre später machten die Preußen fast die gesamte Lippe schiffbar.
      Heute ist die Lippe hauptsächlich für ihre Natur bekannt. Fast der ganze Fluss ist zum Naturschutzgebiet erklärt worden.
      Doch der Film zeigt nicht nur die Schokoladenseiten eines einstmals völlig verschmutzten Flusses.

      Samstag, 11.04.20
      12:30 - 14:00 Uhr (90 Min.)
      90 Min.

      Seit rund 11.000 Jahren fließt die Lippe vom Fuß des Eggegebirges von Osten nach Westen in den Rhein. Eine neue WDR-Dokumentation erzählt einige der vielen Geschichten, die sich an ihren Ufern abgespielt haben.
      Die alten Römer beispielsweise reisten vermutlich auf ihr von Haltern in Richtung Osten und ins Verderben.
      Viele Jahre später machten die Preußen fast die gesamte Lippe schiffbar.
      Heute ist die Lippe hauptsächlich für ihre Natur bekannt. Fast der ganze Fluss ist zum Naturschutzgebiet erklärt worden.
      Doch der Film zeigt nicht nur die Schokoladenseiten eines einstmals völlig verschmutzten Flusses.

       

      Seit rund 11.000 Jahren fließt die Lippe vom Fuß des Eggegebirges von Osten nach Westen in den Rhein. Eine neue WDR-Dokumentation erzählt einige der vielen Geschichten, die sich an ihren Ufern abgespielt haben.

      Auf den ersten Blick ist die Lippe ein eher unspektakulärer Fluss: Sie fließt meist gemütlich dahin, tritt nur selten über ihre Ufer und dramatische Stromschnellen oder gar Wasserfälle sucht man vergebens. Und doch ist die Lippe alles andere als langweilig: An und in ihr haben sich spannende Geschichten ereignet, erschütternde Dramen und sogar ein bisschen Weltgeschichte.

      Die alten Römer beispielsweise reisten vermutlich auf ihr von Haltern in Richtung Osten und ins Verderben - vom Römerlager Haltern aus zog der berühmte Statthalter Varus gegen die Germanen um Arminius in den Krieg. Sehr wahrscheinlich war die Lippe zumindest streckenweise ihr Transportweg.

      Viele Jahre später machten die Preußen fast die gesamte Lippe schiffbar: Mit zahlreichen Schleusen, durch aufwendige Begradigungen und Uferbefestigungen verwandelte man die Lippe in einen Kanal, den Lastkähne wie die Dorstener Aak befuhren - teilweise von Pferden gezogen. Aber das große Geschäft war die Schifffahrt auf der Lippe nie. Zu unzuverlässig war sie mit ihrem stets schwankenden Wasserstand, und mit der Einführung der Eisenbahn lohnte es sich überhaupt nicht mehr, die Lippe mit Schiffen zu befahren.

      Die einzigen "Schiffe", die heute noch in den Wassern die Lippe dümpeln, sind kleine Fähren für sportliche Touristen, die auf der Fahrradstrecke "Römer-Lippe-Route" dahinstrampeln.

      Heute ist die Lippe hauptsächlich für ihre Natur bekannt. Fast der ganze Fluss ist zum Naturschutzgebiet erklärt worden und zahlreiche Renaturierungsprojekte haben in den letzten Jahren Eisvögel, Biber und andere Raritäten angelockt. Der Weißstorch ist mittlerweile so häufig, dass sich an manchen Spätsommertagen Dutzende von ihnen auf manchen Wiesen einfinden, um gemeinsam in den Süden zu fliegen. Im Frühling sind dann Konkurrenzkämpfe um die begehrtesten Horste zu beobachten.

      Doch der Film "Die Lippe - Flussgeschichten zwischen Münsterland und Kohlenpott" zeigt nicht nur die Schokoladenseiten eines einstmals völlig verschmutzten Flusses. Noch heute leidet die Lippe unter den Folgen des Kohlebergbaus im Ruhrgebiet: Bis in alle Ewigkeit wird Grubenwasser in die Lippe gepumpt. Grubenwasser, das sich in den stillgelegten Zechen sammelt und abgepumpt wird, bevor es die wertvollen Grundwasserschichten erreicht. Unterhalb dieses Grubenwasser-Zuflusses, sagen Biologen, finden sie nur noch anspruchslose Tierarten, die mit belastetem Wasser klarkommen.

      Interessante Typen, spannende Geschichte und Geschichten, sowie viel wunderschöne Natur - der Film porträtiert den längsten Fluss NRWs in prächtigen Bildern und mit beträchtlichem Aufwand: Das Kamerateam um Regisseur Ulf Marquardt hat viele Stunden in Tarnzelten auf der Lauer gelegen, Dutzende Tauchgänge waren nötig, um noch nie gesehene Unterwasseraufnahmen vom Grund der Lippe zu drehen. Und mit dem Einsatz spezieller Kameradrohnen ist es möglich, den Fluss in rasender Geschwindigkeit einmal (fast) in voller Länge zu sehen - eine Technologie, die in dieser Form noch nie in einer TV-Dokumentation verwendet wurde.

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